Bei einer Sache, da waren sich Michael Busch (SPD) und Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz einig: Landrat zu sein ist das schönste Amt, das man in der Politik haben kann. Und ein Amt, in dem man viel bewegen kann und muss, wie bei der Verabschiedung von Michael Busch im Rahmen der Jahresabschlusssitzung des Coburger Kreistags deutlich geworden ist.

Fast fünf Seiten lang war die Liste der Tätigkeiten und Projekte, die Rainer Mattern (CSU/Landvolk) als Stellvertreter des Landrates aus den vergangenen gut 35 Jahren politischer Tätigkeit von Michael Busch zusammengetragen hatte - angefangen von der Wahl in den Ebersdorfer Gemeinderat (1984 war das) bis zum vor wenigen Wochen stattgefundenen Wechsel nach München.

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Als herausragendes Projekt nannte Mattern unter anderem den Wandel des Landratsamtes zum Verwaltungscampus auf der Lauterer Höhe - möglich gemacht durch den Neubau der Straßenmeisterei und den ebenfalls neuen Komplex als Heimat für die gemeinsamen Kfz-Zulassungsstelle. Die wiederum ist bayernweit in ihrer Art auch noch einmalig. Aber auch im Bildungsbereich (mit der Generalsanierung der Realschule CO II), beim Umweltschutz (mit dem Naturschutzgroßprojekt "Grünes Band") und der Landkreisentwicklung (mit den beiden "Moro"-Projekten zur Sicherung der Daseinsvorsorge) habe Michael Busch als Landrat bleibende Spuren im Coburger Land hinterlassen.

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An eine außergewöhnliche Aktion erinnerte Mattern - der bereits im Kreisjugendring mit dem damaligen Geschäftsführer Michael Busch zusammenarbeitete - auch: die Verhinderung des NPD-Bundesparteitags im Jahr 2013, der ursprünglich in Rottenbach hätte stattfinden sollen. Der Coburger Landrat wurde dafür in der Folge mit dem "Kommunalfuchs" des Magazins "Demo" bei einem Kommunalkongress in Berlin ausgezeichnet.

Mit einem weinenden Auge

An das schon mehrfach von Michael Busch erwähnte "weinende Auge" durch seinen Wechsel in den bayerischen Landtag erinnerte Heidrun Piwernetz. Für die Regierungspräsidentin war der Wehmut Buschs verständlich: "Sie haben sich schließlich mit Leib und Seele der Kommunalpolitik verschrieben." Aber auch dem Münchner Landtag, da war die extra zur Verabschiedung angereiste Regierungspräsidentin überzeugt, könne ein ehemaliger Landrat nur gut tun: "Die Erfahrungen aus der Kommunalpolitik sind prädestiniert für die Arbeit eines bayerischen Landtagsabgeordneten."

"Mit Leidenschaft", betonte Busch nach seiner Verabschiedung, habe er von 2008 an das Amt des Coburger Landrats ausgeübt. Und schon nach wenigen Wochen als Mitglied des bayerischen Landtags wisse er, dass die Stimme des ländlichen Raumes dort künftig lauter werden müsse, sagte Busch. Wenn dort vom ländlichen Raum gesprochen werde, dann sei damit meist das Münchner Umland gemeint. "Dieses Denken müssen wir aufweichen", sagte der ehemalige Landrat. Dass dabei die SPD politisch nur noch eine Nebenrolle spielt, verschwieg Michael Busch nicht: "Ich wäre auch gerne Mitglied einer 40-köpfigen Fraktion gewesen." Aber die Demokratie haben eben etwas anderes gewollt.

Eine Ehrung gab es zum Schluss der offiziellen Verabschiedung für Michael Busch auch noch. Rainer Mattern überreichte ihm den Zinnehrenteller des Landkreises Coburg - verbunden mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass dieser in der Ehrungssatzung die entscheidende Grundlage für der Verleihung weiterer Auszeichnungen darstellt.