Coburg
Bauen in der Stadt

Wüstenahorner Bürgerhaus ist fast fertig

Die Soziale Stadt ist ein Programm der Städtebauförderung für benachteiligte Stadt- und Ortsteile und fand im Coburger Stadtteil Wüstenahorn statt.
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Diese Arztpraxis und die darüber liegenden Wohnungen in der Karl-Türk-Straße 19 wurden von der Wohnbau Stadt Coburg als Bauherr errichtet.
Diese Arztpraxis und die darüber liegenden Wohnungen in der Karl-Türk-Straße 19 wurden von der Wohnbau Stadt Coburg als Bauherr errichtet.
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Seit 2011 ist die Wohnbau Stadt Coburg in Wüstenahorn städtebaulich tätig. Am vergangenen Montag wurde hier die so genannte Transferwerkstatt "Soziale Stadt" erstmals in Coburg, im Kinder- und Jugendzentrum (KiJuz) in der Karl-Türk-Straße 88, abgehalten. Die Soziale Stadt ist ein Programm der Städtebauförderung für benachteiligte Stadt- und Ortsteile.

Die Initiative und Einladung zu diesem wichtigen und zeitgemäßen Thema erfolgte vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Gastgeber war die Stadt Coburg. Die Referentin des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, Jutta Dahlem, und Tobias Krinner vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, nahmen an der Transferwerkstatt teil. Am Nachmittag lud die Wohnbau Stadt Coburg (WSCO) zu einer Exkursion durch das Programmgebiet Wüstenahorn ein. Der WSCO-Geschäftsführer Christian Meyer betonte: "Kein Thema hat derzeit mehr Konjunktur als das Thema ,Wohnen in der Stadt zu bezahlbaren Preisen‘." Viele Haushalte mit geringen oder mittleren Einkommen hätten große Schwierigkeiten, für ihr Budget geeignete Wohnungen zu finden. "Als kommunales Wohnungsbauunternehmen sorgen wir auch für diesen dringend benötigten Wohnraum und kommen damit einer wichtigen sozialen Aufgabe nach", sagte Meyer.

In Wüstenahorn, in der Fröbelstraße 2 und 6, entstanden 37 Wohneinheiten. In der Fröbelstraße 10 sind es gesamt 31 Wohnungen. 29 Wohnungen seien schwellenlos erreichbar und vier Wohnungen würden rollstuhlgerecht ausgebaut. Der technische Leiter der Wohnbau, Ulrich Pfuhlmann, führte die Teilnehmer durch Wüstenahorn und erläuterte die Bau- und Renovierungsmaßnahmen. Das mehrgeschossige Wohnhaus in der Karl-Türk-Straße 59 werde in den Jahren 2020 und 2021 renoviert. 24 Wohneinheiten stünden hier zur Renovierung an. Ein neues Dach, ein barrierefreier Zugang, die elektrische und sanitäre Versorgung, die Heizung usw. würden in sogenannten Strangsanierungen erneuert. Wie Pfuhlmann mitteilte, sei die energetische Versorgung des Hauses nicht absolut schlecht, entspreche jedoch nicht mehr dem aktuellen Standard und den energetischen Vorgaben.

Kurz vor der Vollendung

Seit Jahren hoffen die Wüstenahorner auf ein neues Bürgerhaus am Wolfgangsee. Jetzt steht dieses Bürgerhaus kurz vor der Vollendung. Pfuhlmann erläuterte den Bau: Im ersten Obergeschoss entsteht ein großer Veranstaltungsraum, der auch von den Schulen genutzt werden kann. Darüber hinaus gibt es eine kleine Küche und einen Kaminofen. Im Erdgeschoss werden zwei Schulungsräume ermöglicht und ein Büro für den Quartiermeister sowie für die Caritas und die Vereine. Im Außenbereich wird die Terrasse angelegt und eine barrierefreie Bushaltestelle wird den ungehinderten Zugang zum Bürgerhaus gewähren. Die Nutzung stehe Vereinen offen, sagte Pfuhlmann. Für die Allgemeinheit werde das Bürgerhaus nicht für Feierlichkeiten vermietet und auch für Parteien sei die Nutzung tabu. Das Bürgerhaus werde nicht bewirtschaftet. Die Eröffnung sei für Februar 2020 geplant.

Am Anfang der Karl-Türk-Straße wurde eine Arztpraxis nach Wünschen des dort praktizierenden Mediziners erstellt und an diesen vermietet. Im Obergeschoss des Gebäudes wurden acht Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen verwirklicht. Die Wohnhäuser im Lauersgraben 5 - 19 wurden und werden energetisch saniert und der Wohnkomfort dabei gesteigert. Alle ehemaligen Bewohner müssten keine Angst vor unbezahlbaren Mieterhöhungen haben. Jeder bestehende Mieter werde sich die Kosten auch nach der Sanierung und Renovierung leisten können und in seinem Wohngebiet eine Wohnung erhalten, betonten Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak und auch Christian Meyer.

Gewinnorientiert, aber nicht gewinnmaximiert

Jutta Dahmen bescheinigte dem Projekt einen Vorbildcharakter. "Wir haben hier ein sehr gelungenes Beispiel für die Umsetzung des Förderprogramms Soziale Stadt." Des Weiteren könne man aufgrund der guten Zusammenarbeit der Kommune und der Wohnbau positiv in die Zukunft blicken. Hier werde nicht nur der Status quo erhalten, sondern es würden Innovationen zugunsten der Bewohner umgesetzt. Meyer verwies darauf, dass man bei diesen Bau- und Sanierungsprojekten durchaus die Kosten im Blick behalten müsse. Als Wohnbau arbeite man zwar gewinnorientiert, jedoch nicht gewinnmaximiert. Das heißt, die Kosten und der Ertrag müssten im Fokus gehalten werden, jedoch stehe der positive Ertrag nicht in jedem Fall an erster Stelle. Wie Meyer unterstrich, habe die Wohnbau in Wüstenahorn in den vergangenen Jahren 25 Millionen Euro investiert. Die WSCO investiere als kommunales Unternehmen auch in benachteiligte Quartiere. Damit sorge die Gesellschaft auch für ein attraktives, bedarfsgerechtes und bezahlbares Wohnungsangebot für alle Bevölkerungsschichten. Es entstünden 100 geförderte und dadurch preisgebundene Mietwohnungen.

Insgesamt wurden und werden 200 Wohnungen im Quartier Wüstenahorn modernisiert. Aufgrund ihres intensiven und positiven Einsatzes für dieses Coburger Projekt wurde Jutta Dahmen ein Chilistöckchen in den Farben der Wohnbau Stadt Coburg (rot/gelb) als kleines Dankeschön überreicht.

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