Coburg
Sanierung

Wohnen in der Coburger "Lavita"

Die ungenutzte Halle des Komplexes in der Ketschendorfer Straße wird abgerissen. Das Vorderhaus wird modernisiert und erhält einen Anbau mit zehn Wohneinheiten.
Artikel drucken Artikel einbetten
So soll der Lavita-Komplex aussehen, wenn er saniert und erweitert ist: Reinigung und Friseur behalten ihre Geschäfte im Vorderhaus. An der Rückseite entsteht ein dreistöckiger Neubau mit sechs Wohnungen. Sogar der den Coburgern geläufige Name "Lavita" soll erhalten bleiben. Grafik: Coresale
So soll der Lavita-Komplex aussehen, wenn er saniert und erweitert ist: Reinigung und Friseur behalten ihre Geschäfte im Vorderhaus. An der Rückseite entsteht ein dreistöckiger Neubau mit sechs Wohnungen. Sogar der den Coburgern geläufige Name "Lavita" soll erhalten bleiben. Grafik: Coresale
+3 Bilder
"Die Lavita", das ist in Coburg seit Jahrzehnten ein Begriff. Wer etwas zum Reinigen hat, bringt es "zur Lavita" in der Ketschendorfer Straße, auch wenn das Traditionsunternehmen längst zu einer Kulmbacher Textilpflegefirma gehört und die Wäsche in Coburg nur noch angenommen und nicht mehr gereinigt wird. Der 60er-Jahre-Bau ist inzwischen allerdings arg in die Jahre gekommen. Die rückwärtige Halle wird schon lange nicht mehr genutzt. Der Rödentaler Investor Marcus Weingart, der den Komplex 2011 kaufte, will ihn jetzt umfangreich sanieren und auf dem Gelände Wohnungen bauen.

Das dreistöckige Gebäude zur Ketschendorfer Straße hin, in dem neben der Reinigung auch ein Friseur untergebracht ist, bleibt erhalten, wie Michael Schulz und Stefan Büttner von der Coresale Gewerbeimmobilien GmbH in einem Pressegespräch am Freitag erläuterten. Es wird kernsaniert und erhält eine kleine Passage. Sie führt zwischen den beiden Geschäften zu einem Aufzug, der den Alt- und Neubau sowie die Tiefgarage barrierefrei erschließt.


Barrierefrei mit Aufzug

Zehn Eigentumswohnungen, zwischen 80 und 130 Quadratmeter groß, sind in den beiden Gebäuden vorgesehen - vier im Altbau, sechs im Neubau. Die Geschosse sind über ein gemeinsames Treppenhaus mit Aufzug zu erreichen. Unter dem Neubau hat der Coburger Architekt Ulrich Müller eine Tiefgarage mit elf Stellplätzen geplant. Acht weitere Parkplätze wird es in Form von Garagen am hinteren Ende des Grundstücks geben. Vor den beiden Geschäften sollen nach der Sanierung mehr Stellplätze zur Verfügung stehen als jetzt.

Dass das Grundstück mit seinen 1800 Quadratmetern schmal und schlauchförmig ist und in der Mitte auch noch einen Knick hat, machte es den Planern nicht gerade leicht. "Die größte Herausforderung war, die Abstandsflächen zu den Nachbarn einzuhalten", erläuterte Schulz. Diese Hürde ist genommen. In den nächsten Wochen soll mit dem Abriss der Halle begonnen werden. Anschließend muss der Boden noch von Altlasten befreit werden.
Der Investor habe lange hin und her überlegt und diskutiert, ob er auf der alten Industriebrache lieber Wohnungen oder Büroräume errichten solle, berichtete Michael Schulz. Letztendlich fiel die Entscheidung für Wohnungen, weil diese in Coburg derzeit händeringend gesucht würden. Büroräume gebe es dagegen genug "und die Arztpraxen sind auch alle verteilt", sagte Michael Schulz. Vom Konzept her passe das neue Gebäude jedenfalls sehr gut in das Ketschendorfer Viertel, findet Schulz.

Die beiden Geschäfte sollen während der Bauzeit - soweit möglich - im Gebäude bleiben können, sagte Stefan Büttner. Notfalls könne man aber für kurze Zeit vielleicht auch in einen Container ausweichen.

Wenn alles läuft wie geplant, könnten schon im Herbst nächsten Jahres die ersten Bewohner ins "Lavita"-Haus einziehen.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren