Die Coburger Jazznacht erlebt in diesem Jahr bereits ihre fünfte Auflage. Stargast ist ein Pianist aus Finnland: Iiro Rantala.

Herr Rantala, Sie gehören zweifellos zu den bekanntesten Gesichtern der ohnehin kreativen skandinavischen Jazzszene. In Ihrer Heimat Finnland sind Sie durch Ihre TV-Präsenz bereits ein Star. Liegt es daran, dass Sie sich gleich wohl fühlen in der Jazz-, Klassik- und Entertainment-Szene?
Iiro Rantala: Es liegt daran, dass ich immer hungrig nach verschiedenen Aufgaben gewesen bin. Wie Sie schon sagen: Theater, Musicals, Klassik, Pop & Rock, TV, Radio... Der Vorteil, in einem kleinen Land zu leben, ist, dass alle einander kennen und es einfach ist, von einem Genre zum anderen zu springen. Außerhalb Finnlands bin ich aber nur für meine Jazzarbeit bekannt.

Neulich haben Sie zusammen mit der Bremer Kammerphilharmonie die wichtigste Jazzmesse in Deutschland sensationell eröffnet mit Mozarts Klavierkonzert . Für viele ist der Jazz durch die freien Improvisation genau das Gegenteil der " festgeschrieben" Klassik ( bis auf die Kadenzen).Wie schaffen Sie es, sich als Jazzer streng an die Noten zu halten?

Es ist eigentlich ganz einfach, denn die Noten, die Mozart schrieb, sind so himmlisch schön. Seine Musik gilt als eine meiner größten Einflüsse, noch vor dem Jazz. Ich liebe es einfach, Mozart zu spielen und die Kadenzen zu improvisieren, ist nur eine kleine Geschmacksnote, die ich seiner Musik hinzufügen kann. Ja, das Konzert mit der Bremer Kammerphilharmonie war für mich ein wahrgewordener Traum.

Nach Coburg kommen Sie mit Ihrem John Lennon-Programm, was wiederum eine Reverenz an einer der größten Pop Ikonen der Geschichte ist. Man hat das Gefühl, dass Sie alle Musikgenres miteinander verbinden wollen, stimmt das?
Lennons Lieder sind zeitlos: sie werden immer da sein, so wie Mozarts Musik. Ich habe keinen inneren Drang danach, alle Arten von Genres zu verbinden, aber Lennon ist ein großer Teil der Musik, die ich als Teenager hörte und es fühlt sich großartig an, ein Solo-Klavier-Programm dieser Musik zu machen.

Es wird überall bei Ihren Konzerten von Ihrem finnischen Humor gesprochen. Was zeichnet den Humor aus? Können Sie es beschreiben?

Nun, ich mag es, meinen Auftritten etwas Humor hinzufügen. Es ist meine Art, mit Menschen zu kommunizieren. Ich denke, ein Jazzkonzert kann auch Spaß machen und unterhaltsam sein. Das ist meine Formel.

Die Fragen stellte
Antoinetta Bafas.



Kultur-Tipp 5. Coburger Jazz-Nacht Samstag, 5. Oktober; Iiro Rantala (Klavier), Rathaussaal, Beginn 19 Uhr; Beatrice Kahl und "b.groovy", "Leise am Markt", 21 Uhr; Izabela Effenberg (Vibrafon) und Stephanie Lottermoser (Gesang und Saxofon), "Münchner Hofbräu", 21 Uhr.
Eintrittsbänder für die 5. Coburger Jazznacht gibt es im Vorverkauf bei der Coburger Buchhandlung Riemann am Markt für 15 Euro (Einzelkonzerte) und 30 Euro (alle drei Konzerte). Die Kontingente hierfür sind begrenzt.