Coburg
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Wo in Coburg Kunst im öffentlichen Raum lockt

Wie David Nash, Gerhard Marcks, Ferdinand Lepcke und andere Künstler Passanten zum Dialog einladen.
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Menschenkette von Stefan Balkenhol vor dem Gebäudekomplex der HUk auf der Bertelsdorfer HöheFoto: Jochen Berger
Menschenkette von Stefan Balkenhol vor dem Gebäudekomplex der HUk auf der Bertelsdorfer HöheFoto: Jochen Berger
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Die Vestestadt ist reich an kulturellen Angeboten ganz unterschiedlicher Art - in den Kunstsammlungen und im Kunstverein, im Puppenmuseum und in Schloss Ehrenburg. Wer jedoch glaubt, dass Kunst in Coburg ausschließlich in historischen Gemäuern stattfindet, täuscht sich gründlich.

Denn auch im öffentlichen Raum gibt es ein reichhaltiges Angebot bei freiem Eintritt - manchmal auch dort, wo man Kunst zunächst gar nicht vermuten würde.

Kunst im öffentlichen Raum gehorcht ganz eigenen Gesetzen. Sie lässt sich natürlich planen und gestalten, und ist dann doch dem Wechselspiel der Natur ausgeliefert - einem Wechselspiel, dem sie freilich auch einen besonderen Reiz verdanken kann.

Das beweist der international gefragte britische Künstler David Nash. Seine eindringliche Holzskulptur "Noon Column", 2007 aufgestellt als Beitrag des internationalen Skulpturenweges zum 1000-jährigen Bestehen des Erzbistums Bamberg, wartet im Coburger Hofgarten nicht nur Tag für Tag auf neugierige Betrachter, sondern jeden Tag exakt um 12.20 Uhr auf einen möglichst wolkenlosen Sonnengruß.

Denn dann bietet sich das faszinierende Schauspiel des Lichtstrahls, der durch einen akribisch berechneten Spalt fällt und für wenige Minuten das Bibelzitat "Es werde Licht" aus der Schöpfungsgeschichte faszinierend erlebbare Wirklichkeit werden lässt.

Dabei ist diese "Noon Column" keineswegs ein lediglich von Rinde und weicher Schicht befreiter Stamm. Nash hat diese walisische Eiche vielmehr sorgsam bearbeitet und modelliert, bevor er den zentralen Lichtschlitz mit einer Kettensäge heraus geschnitten hat. Der Stamm, so Nash, sei zuvor rund 15 Zentimeter dicker im Durchmesser gewesen.

Balkenhols "Menschenkette"

Und seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet die Natur weiter an diesem Kunstwerk. Längst hat sich die anfangs fast honiggelber Farbe in ein silbriges Grau verwandelt.

Derweil wartet die "Menschenkette" von Stefan Balkenhol vor dem HUK-Gebäudekomplex auf der Bertelsdorfer Höhe Werktag für Werktag mit stoischer Ruhe auf Besucher. Die meisten von ihnen freilich eilen achtlos daran vorbei auf dem Weg zu ihren Büros.

Immer wieder einen Besuch wert ist die großformatige Skulptur "Die verhüllte Eos" im äußeren Burghof der Veste Coburg. Marcks, gemeinsam mit Künstlern wie Ernst Barlach und Wilhelm Lehmbruck einer der wichtigsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts, schuf sie 1964.

Lepckes "Heimkehr

In ihrer markanten Formensprache ist die schlanke Figur ein charakteristisches Beispiel für das Schaffen dieses Künstlers, der sich unbeugsam der rassistischen Doktrin der Nationalsozialisten widersetzte und in der Schau "Entartete Kunst" diffamiert wurde.

Gleich mehrfach ist der Bildhauer Ferdinand Lepcke in seiner Heimatstadt Coburg mit markanten Skulpturen im öffentlichen Raum vertreten. Dazu zählen seine Bogenspannerin in der Bahnhofsstraße, die Skulptur "Phryne" im Kleinen Rosengarten", "Heimkehr" vor dem Eingang zum Hexenturm und vor allem der monumentale Sintflutbrunnen im Rosengarten.



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