Ebersdorf
Porträt

"Wir müssen gute Vorbilder sein"

Max Lachner ist der neue Leiter der Grund- und Mittelschule Ebersdorf. Eine seiner Hauptaufgaben wird die Digitalisierung sein.
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Max Lachner ist ab 1. August der neue Rektor der Grund- und Mittelschule Ebersdorf.Alexandra Kemnitzer
Max Lachner ist ab 1. August der neue Rektor der Grund- und Mittelschule Ebersdorf.Alexandra Kemnitzer

Der Nachfolger der zum Schuljahresende ausgeschiedenen Schulleiterin Iris Metzner steht fest: Offiziell zum 1. August tritt Max Lachner seinen Dienst an der Grund- und Mittelschule Ebersdorf an. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Kollegium und der Gemeinde Ebersdorf sowie darauf zu führen und zu leiten, Ideen und Ziele umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und die Schule zu repräsentieren, meint Lachner. "In den Ferien bin ich jeden Mittwoch an der Schule in Ebersdorf, um mich einzuarbeiten."

Der Lichtenfelser empfindet die Ebersdorfer Schule, sowohl räumlich als auch personell, als sehr positiv, hell, freundlich und offen. Zudem seien die Ausstattung und Räumlichkeiten mit Schwimmbecken, Turnhalle, Frankenland Halle sowie dem großen Außensportgelände und die Glasfaser-Anbindung super. Vieles ist dem künftigen Rektor vertraut, denn er kennt einen Teil des Kollegiums seit dem Studium. Durch den Schulverbund gab es in den letzten Jahren zudem ein verzahntes Arbeiten. Dank der Zusammenarbeit in Bezug auf die Schülerschaft (Ganztag/Regelklassen) und innerhalb des Schulverbundes ist ihm die Ebersdorfer Schule also bestens bekannt.

Der Werdegang

Nach seinem Abitur am Meranier-Gymnasium in Lichtenfels im Jahr 2002 begann er ein Medientechnologie-Studium, merkte aber, dass dieses nicht das richtige für ihn ist. Durch ein Praktikum an der Herzog-Otto-Mittelschule in Lichtenfels begeisterte Max Lachner der Beruf des Hauptschullehrers. Mit dem Erweiterungsstudium Medienpädagogik und Beratungslehramt konnte er seine Affinität zu Medien und Menschen in sein Lehrerdasein mit einbinden.

"Mit Menschen zu arbeiten ist manchmal anstrengend, aber vielseitig und sehr bereichernd", findet er. Für ihn sind Kinder die Zukunft unserer Gesellschaft und Lehrer die Zukunftsarchitekten. "Als Lehrer tragen wir große Verantwortung. Wir müssen gute Vorbilder sein, damit unsere Schüler später in der Gesellschaft bestehen können", so Lachner weiter.

Schon früh hat er sich mit Themen wie Leitungsprinzipien und Teamführung befasst und entsprechende Fortbildungen besucht. Darüber hinaus hat der Pädagoge als erster Vorsitzender des Jungen BLLV Oberfranken über sieben Jahre seine Fähigkeiten ausprobieren können. Dabei empfand er durchweg Spaß und Freude an dieser Tätigkeit. In der stellvertretenden Schulleitung war er von 2013 bis 2015 an der Mittelschule Rödental-Oeslau und anschließend an der Grund- und Mittelschule Sonnefeld als Konrektor tätig. Auf die Frage, warum er sich auf die Rektorenstelle in Ebersdorf beworben hat, antwortet Lachner mit der Aussage des früheren Schulamtsdirektor Gerhard Schelhorn: "Nun ist es an der Zeit, seine eigenen Fehler zu machen."

Transparente Entscheidungen

Eine der großen Herausforderungen als Rektor sind für ihn die Wünsche, Ideen, Anregungen und Forderungen der verschiedenen Seiten mit den vorhandenen Interessen in Kompromisse zu leiten. Lachner möchte seine Prinzipien und Ziele transparent machen sowie Entscheidungen erklären und sie ehrlich und offen erörtern. Schulpolitisch wird die Digitalisierung einen Schwerpunkt bilden, denn es gilt, die Schüler darauf vorzubereiten und ihnen Hilfen sowie Werkzeuge an die Hand zu geben, um mit den veränderten Anforderungen umgehen zu können.

Seitdem Max Lachner im Schulamtsbezirk ist und besonders seit 2011 durch den Personalrat kennt er seine Ebersdorfer Amtsvorgänger Werner Schumann und Iris Metzner. Sie schätzt er als Personen und für ihre Professionalität sehr. Durch die beiden sei die Ebersdorfer Schule zu dem geworden, was sie heute ist - eine gut geführte Schule mit zufriedenen Schülern und Kollegen.

Auch wenn jeder "seine Handschrift" hat, wäre es für Lachner vermessen, gleich zu Beginn alles anders machen zu wollen. Die eine oder andere Veränderung schließt er aber nicht aus. Im kommenden Schuljahr wird der Rektor vier Stunden Unterricht halten. In Sonnefeld unterrichtete er Musik und leitete die Schulband.

Auch seine Tätigkeiten als stellvertretender Personalratsvorsitzender im örtlichen Personalrat und auf Bezirksebene wird er weiterhin ausüben. Der Forderung seitens der Lehrerverbände, mehr Leitungszeit für die Schulleitungen einzuräumen, kann Lachner nur beipflichten.

Viermal in Elternzeit

Als Vater von vier kleinen Kindern liegt ihm besonders die Vereinbarkeit von Beruf und Familie am Herzen. Diese fängt mit den Mittagsbetreuungsangeboten in der Grundschule an und zieht sich über die Ganztagsklassen in die Jahrgangsstufe fünf und sechs hinweg. Aber auch für sein Kollegium ist dies ein wichtiger Grundsatz, auch wenn die Planung für die Schulleitung dann meist schwierig ist, da meist nur bedingt mobile Reserven zur Verfügung stehen. Er selbst ging viermal in Elternzeit und hat dies als sehr schön und wertvoll empfunden. "Diese Zeit sollte sich jeder nehmen, denn man bekommt sie nicht zurück", betont der neue Rektor.

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