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Coburg
Gastspiel

Windsbacher in St. Moriz: Beste Werbung in eigener Sache

Wie der Windsbacher Knabenchor zahlreiche Zuhörer in St. Moriz mit ausdrucksvollen Gesang beeindruckte.
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Faszination Chorgesang: Der Windsbacher Knabenchor beeindruckte zahlreiche Zuhörer in der Coburger Morizkirche.Foto: Jochen Berger
Faszination Chorgesang: Der Windsbacher Knabenchor beeindruckte zahlreiche Zuhörer in der Coburger Morizkirche.Foto: Jochen Berger
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Der Windsbacher Knabenchor hat bemerkenswert zahlreiche Fans in der Region. Groß der Andrang deshalb beim Auftritt in der Coburger Morizkirche - dem ersten Auftritt an gleicher Stelle seit fast genau drei Jahren. Und schon nach den ersten Takten von Felix Mendelssohn Bartholdys "Jauchzet dem Herrn, alle Welt" war klar, warum dieser Chor eine derartige Wertschätzung genießt.

Feinsinnig gestaltet

Der warme, stets abgerundete und ausgewogene Chorklang faszinierte auch bei diesem Gastspiel sofort. Denn anders als bei manchen anderen renommierten Knabenchören ist der Klang der Windsbacher nicht auf möglichst ebenmäßige Helligkeit und Schwerelosigkeit getrimmt, sondern fasziniert durch seine Wärme und sein dunkles Timbre.

Beeindruckend aber vor allem, wie lebendig und stets hoch konzentriert dieser Chor die feinsinnigen gestalterischen Impulse seines Leiters Martin Lehmann in ebenso feinsinnig differenzierten Klang zu verwandeln weiß. Präzise, plastische Artikulation und daraus resultierende beste Textverständlichkeit sind bei den Windsbachern selbstverständliche Voraussetzungen für ausdrucksvolle Interpretationen.

Mendelssohn und Brahms

Besonders subtil ist die dynamische Ausformung der Werke, wie sie beispielsweise bei den ausgewählten Motetten Felix Mendelssohn Bartholdys besonders eindringlich zur Geltung kamen. Beeindruckend zudem, wie transparent die Windsbacher auch polyphone Passagen gestalteten wie beispielsweise in der Brahms-Motette "Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz".

"Selig sind die Toten"

Aber auch bei der Interpretation von Barockmusik demonstrierte der Chor seine Stilsicherheit. Das galt beispielsweise für "Selig sind die Toten" aus der "Geistlichen Chormusik" von Heinrich Schütz.

Vielseitig

Stilsicher aber präsentierte sich der Knabenchor zudem bei den ausgewählten Werken der klassischen Moderne von Francis Poulenc bis Ernst Pepping. Gerade die Motetten von Poulenc und Pepping belegten, wie intensiv und wie reich an klanglichen und ausdrucksmäßigen Nuancen dieser Knabenchor gestalten kann.

Zeitgenössische Klänge

Auch zeitgenössische Klänge hatte der Chor im Gepäck - "Witness" von Jack Halloran und "Alleluja" von Jake Runestad.

Klangvielfalt an der Orgel

Die passend ausgewählten Orgelwerke steuerte Coburgs Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein bei. Mit Werken von Mendelssohn Bartholdy und Naji Hakim (Variationen über ein libanesisches Thema) vermittelte er einen lebendigen Eindruck von der Klangvielfalt und Klangfülle, die die erweiterte Schuke- Orgel entfalten kann.

"Abendlied" als Zugabe

Ruhig dann der klug gewählte Ausklang. Max Regers "Nachtlied" sang der Chor dann ebenso im gesamten Kirchenschiff verteilt wie die Zugabe nach heftigem Beifall: Josef Gabriel Rheinbergs "Abendlied". Ein Konzert, mit dem der Windsbacher Knabenchor beste Werbung in eigener Sache machte. Schließlich ist dieser Chor, trotz seines internationalen Renommees, mehr denn je auf der Suche nach Nachwuchs.

Zu Gast bei der Musica Mauritiana

Windsbacher Knabenchor Der musikalische Schwerpunkt der "Windsbacher" liegt auf geistlicher Musik von der Renaissance bis zur Moderne. Der 1946 von Hans Thamm gegründete Chor wurde von seinem Nachfolger Karl-Friedrich Beringer zu nationaler und internationaler Anerkennung geführt.

Im Jahr 2012 übernahm Martin Lehmann die künstlerische Leitung des Ensembles. Einladungen zu wichtigen Festivals unterstreichen die Bedeutung des Knabenchors im nationalen wie internationalen Musikleben.

Donnerstag, 20. Februar The Queen's Six, 19.30 Uhr, St. Moriz (Kooperation Cultur im Contakt, Musica Mauritiana) Sonntag, 22. März Matthias Fischer (Posaune), Peter Stenglein (Orgel) Vorverkauf Tickets gibt es im Vorverkauf in der Tageblatt-Geschäftsstelle

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