Sonnefeld
Beschluss

Windpark Sonnefeld: Drei Windräder werden abgestellt

Seit seiner Inbetriebnahme klagen Bewohner aus den umliegenden Ortschaften über den Lärm, den der Windpark verursacht. Bisher hat der Betreiber das Problem nicht lösen können. Die Geduld des Landratsamts ist jetzt am Ende.
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Die drei Windräder im Vordergrund müssen abgestellt werden. Die beiden im Hintergrund laufen gedrosselt weiter. Archivfoto: Rainer Lutz
Die drei Windräder im Vordergrund müssen abgestellt werden. Die beiden im Hintergrund laufen gedrosselt weiter. Archivfoto: Rainer Lutz
"Für die Windräder 1, 2 und 3 haben wir per Bescheid den Betrieb untersagt", sagt Landrat Michael Busch (SPD) und wirkt dabei erleichtert. "Irgendwann muss Schluss sein. Wenn es die Menschen belastet, dann muss man etwas dagegen machen."

Zwei Jahre schon - seit der Inbetriebnahme - macht der Windpark am Kraiberg Probleme. Die Anwohner klagen über die Lautstärke und die störenden Geräusche, die die Anlage verursacht. Nachbesserungsversuche des Betreibers "Naturstrom" blieben bisher ohne Erfolg - oder sind zumindest nicht belegt. Ein Gutachten, ob die Windräder nach dem Einbauen sogenannter aktiver Tilger nun innerhalb der Grenzwerte laufen, fehlt bis heute. Neben der Grundlautstärke ist vor allem die sogenannte Tonhaltigkeit (also einzelne für das menschliche Gehör sehr unangenehme Frequenzen) das Problem.


Landratsamt hat gehandelt

Die letzte Frist für das Gutachten ist am 30. Juni verstrichen. Das Landratsamt hatte dem Betreiber zuvor wiederholt mit der Betriebsuntersagung gedroht und das nun wahr gemacht. "Wir können nicht immer wieder nur Fristen setzen und hoffen, dass irgendetwas passiert", sagt Busch. Deswegen habe das Landratsamt nun gehandelt, die Windräder müssen abgeschaltet werden. "Das heißt nicht, dass es auf ewig ist. Aber so lange nicht ein neues Gutachten vorliegt, bleibt das so. Erst dann muss man neu denken."

Nicht davon betroffen sind die beiden östlichen Windräder 4 und 5, die wie bisher zumindest im gedrosselten Betrieb weiterlaufen. "Die sind soweit in Ordnung", sagt Busch. Dort hätten die Versuche des Betreibers, die Geräuschkulisse in den Griff zu kriegen, gefruchtet. Nicht so bei den anderen: "Es wurde alles mögliche versucht, aber nichts hat vernünftig geholfen." Die Menschen vor Ort seien nun schon jahrelang einer starken Belastung ausgesetzt, wovon sich Busch auch immer wieder selbst ein Bild gemacht habe.

Das sei noch dazu deswegen ärgerlich, weil es die Windenergie in ein schlechtes Licht rücke: "Die Akzeptanz für Windkraftanlagen schwindet dadurch, das wollen wir nicht. Wir finden es nach wie vor sinnvoll, dass man die alternativen Energien fördert", sagt Busch. "Wir wissen ja, dass es in einer ähnlichen Konstellation funktioniert."

Tatsächlich läuft der vergleichbare Windpark in Welsberg im Itzgrund ohne Beschwerden der Anwohner. "In Welsberg gibt es überhaupt keine Probleme. Null!", sagt Busch. Dabei war der Widerstand gegen die Anlage vor der Errichtung dort deutlich höher, als rund um den Kraiberg. Wo genau der entscheidende Unterschied liegt, darauf wollen sich die Experten des Landratsamtes nicht festlegen. Ein Faktor bei der Lärmbelästigung könnte die Wahl des Herstellers der Windräder sein: Im Itzgrund stehen Modelle der Firma Nordex, während am Kraiberg Anlagen von General Electric verbaut wurden. Auch die Topographie ist ein möglicher Grund für die unangenehme Lärmbelastung.


Vereinzelter Betrieb

Trotz des Bescheides, der vom Betreiber schnellstmöglich umgesetzt werden muss, kann es vorkommen, dass die betroffenen Windräder in der nächsten Zeit in Betrieb genommen werden. Allerdings nur dann, wenn neue Messungen vorgenommen werden. Und nur dann, wenn das Landratsamt es genehmigt hat.


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