Neustadt bei Coburg
Geschenke

Willkommen im Leben: Selbstgestricktes aus Neustadt für Babys

Ein Neustadter Strickkreis strickt niedliche Begrüßungsgeschenke für Neugeborene in der Region. Vom Landratsamt werden viele der süßen Sachen verschenkt.
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Karin Knauer ist nicht nur selbst von den schönen Handarbeiten begeistert,  mit ihrem humorvollen Charme begeistert sie selbst den ganzen Strickkreis.  Wo Karin Knauer ist, geht es immer heiter und fröhlich zu. In ihrer  Anwesenheit "tankt" man Fröhlichkeit und geht gut gelaunt heim. Foto: Manja von Nida
Karin Knauer ist nicht nur selbst von den schönen Handarbeiten begeistert, mit ihrem humorvollen Charme begeistert sie selbst den ganzen Strickkreis. Wo Karin Knauer ist, geht es immer heiter und fröhlich zu. In ihrer Anwesenheit "tankt" man Fröhlichkeit und geht gut gelaunt heim. Foto: Manja von Nida
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Ein wärmendes Mützchen, ein weicher Kuschelsack, Babysöckchen, Woll-Herzen oder Tiere aus Wolle gestrickt, lauter niedliche Willkommensgeschenke fertigt Neustadts Strickkreis für Neugeborene in der Region in feiner Handarbeit an. Diese liebevollen Strickkunstwerke werden dann an Krankenhäuser verteilt, auch für Geschwisterkinder.

Auch das Coburger Landratsamt zählt zu den glücklichen Abnehmern von Babysöckchen. Denn es ist eine nette Geste, neue Erdenbürger mit einem kleinen Präsent willkommen zu heißen. Gleich 600 Paar werden jährlich für das Landratsamt gestrickt. Die Wolle stellt das Landratsamt und würdigt dieses Engagement mit einem persönlichen Dankeschön durch Landrat Sebastian Straubel.

Austausch in geselliger Runde

Seit rund sieben Jahren halten circa 14 Strickdamen und Gerhard Schulz als einziger Mann an dieser Idee von Initiatorin Doro Reichenbacher fest. Inzwischen hält Karin Knauer die Organisationsfäden in ihren Händen. Es wird gestrickt, wann immer es passt. Meistens handarbeiten die Hobbystricker zu Hause, beim Fernsehen oder auch ganz spät, wenn sie nachts noch lange putzmunter sind. Nur einmal im Monat trifft man sich nachmittags im Familienzentrum am Schützenplatz. Das ist dann auch wieder schön, um sich auszutauschen und in geruhsamer Runde die Geselligkeit unter Gleichgesinnten zu genießen.

"Stricken beruhigt mich", sagte Marianne Wohlfahrt am Wochenende, als sich die Gruppe in vertrauter Runde wieder traf. Wohlfahrt strickt Strümpfchen, Schühchen und Katzen. "Das Stricken liegt bei uns in der Familie." Die Oma strickte, die Mutter und auch Marianne Wohlfahrt war dafür zu begeistern. "Und ich habe mit der Strickliesel angefangen, habe meine Puppen bestrickt", erinnerte sich Regina Döhler, eine gelernte Näherin. "Heute stricke ich Strümpfle und Mützle. Das macht mir einfach Spaß, ich sehe hierbei auch einen Sinn." "Meine Frau hat mich dazu gebracht, auch zu stricken", sagte Gerhard Schulz und strahlte. "Ich begeistere schon 4/5 Jahre meinen Mann damit", blickte Ellen Schulz von ihrer Handarbeit, einem Kuschelsäckchen, zu ihrem Mann rüber. Ehemann Gerhard hatte in jungen Jahren eine Schneiderlehre absolviert. Jedoch angefangen hatte seine Begeisterung für Handarbeiten, als er in Kinderjahren mit dem Cousin Äpfel aus einem Garten stibitzte. Das hatte Frau Korn gesehen, die in der Wallstraße damals ein Handarbeitsgeschäft besaß, und sie meinte freundlich: "Also ihr Zwei, für euch ist das aber nicht das Richtige", erinnerte sich Gerhard Schulz. Und dann holte Frau Korn die Buben rein und zeigte ihnen gestickte Tischdecken. "Und da hab ich angefangen, Tischdecken mit Kreuzstich zu sticken". Das war dann gleich eine Weichenstellung für den jungen Gerhard, das Schneiderhandwerk zu erlernen.

So hat jeder hierbei seine Handarbeitsspezialität. Eleonore Reichenbacher fertigt Söckchen fürs Landratsamt. "Meine Mutter hatte immer viel gestrickt und auch ich habe als Kind schon mitgestrickt." Elvira Roß zaubert niedliche Wollkraken, die Babys in ihren winzigen Händchen drücken können , und strickt Kuschelsäckchen. Uschi Beerentz hatte bereits als Kind gern Handarbeiten gemacht. Heute häkelt sie gern Mützchen. "Mir gefällt hier das monatliche Miteinander in der Runde", wo sie sich wohlfühle. Und Dagmar Niman ist begeisterte Strickherzen-Spezialistin. Jeder macht das, was er kann. Viktoria Knauer näht und hilft bei der Verteilung der Handarbeitskunst.

Karin Knauer schließt auf

Seit zwei Jahren organisiert Karin Knauer diese gemütliche Strickrunde. "Ja, ich habe den Schlüssel, schließe hier auf, wir treffen uns, haben beim Handarbeiten ein bisschen Spaß miteinander und dann gehen wir wieder heim", lachte sie mit ihrem humorvollen Charme. Zudem verwöhnt Knauer diese nette Runde stets mit leckerem Tee und Plätzchen. Und sie hat schon die nächsten Ideen ins Auge gefasst: "Ich habe etliche Brautkleider, aus denen mache ich zauberhafte Taufkleider, die wir dann verkaufen wollen", erzählt sie begeistert. "Und den Erlös setzen wir dann wieder in schöne Wolle um."

Wollspenden sind schwierig

Denn mit gespendeten Wollresten machte der Strickkreis schlechte Erfahrungen. Man habe vieles entsorgen müssen. "Natürlich ist es etwas Tolles, wenn uns jemand Wolle spendet. Aber wir brauchen keine alte Wolle, wo es sich schon Motten gemütlich gemacht haben. Wir stricken für Neugeborene. Zarte Babyhaut braucht beste Qualität, alles muss sehr sauber und hygienisch sein. Außerdem brauchen wir freundliche Farben, schöne bunte Kinderwolle."

Der Monatstreff im Dezember ist übrigens am 14. Dezember (Samstag) um 15 Uhr im Familienzentrum im Erdgeschoss. Da wird es, passend zur Adventszeit, sogar auch ein bisschen vorweihnachtlich werden, verriet Knauer geheimnisvoll. Und wer Lust verspürt, auch so unkompliziert und locker seinem Hobby zu frönen und mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Und wer noch keine Babysöckchen stricken kann, sei gewiss: Spätestens dann wird man hier zum Profi.

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