Seßlach
Verkehr

Wieder freie Fahrt auf der CO 9 nach Heilgersdorf

Der Neubau der Brücke über die Rodach bei Heilgersdorf (Landkreis Coburg) ist abgeschlossen - und die Probleme der Baustelle sind fast vergessen.
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Rund 1,3 Millionen Euro  hat der Brückenbau samt  Neugestaltung der Kreuzung  zwischen der Kreisstraße und der Staatsstraße 2204 (Bild) gekostet.Berthold Köhler
Rund 1,3 Millionen Euro hat der Brückenbau samt Neugestaltung der Kreuzung zwischen der Kreisstraße und der Staatsstraße 2204 (Bild) gekostet.Berthold Köhler
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"Diese Baustelle", da redete der Landrat bei der offiziellen Verkehrsfreigabe gestern Vormittag gar nicht lange drumherum, "hat uns einiges an Nerven gekostet." Dabei ist der Neubau der Brücke über die Rodach aus technischer Sicht gar nicht einmal so schlecht gelaufen - immerhin ist sie zwei Monate früher fertig geworden als ursprünglich geplant. Das sei schon eine reife Leistung, lobte Michael Busch (SPD).
Großen Ärger gab es schon im Winter. Da machte die Witterung der vom Landkreis beauftragten Baufirma (die ihren Sitz auch noch in Seßlach hat) einen Strich durch die Rechnung: Nässe und Kälte führten dazu, dass die Schutzschicht auf der Fahrbahndecke über der neuen Brücke nicht wie geplant vor der Winterpause aufgezogen werden konnte. Keine Schutzschicht, keine provisorische Freigabe der Brücke über den Winter hinweg - da war die Verstimmung bei Anliegern, Heilgersdorfern und Seßlachern natürlich groß. "Denn die Umleitung", räumte der Landrat ein, "war schon schwierig." Selbst Vergleiche mit dem Berliner Flughafen musste sich das Bau-Team vor Ort anhören. Zu Unrecht, wurde gestern klargestellt: Schließlich ist die Brücke, im Gegensatz zum Flughafen, ja inzwischen fertig.
"Es gibt Dinge, die kann man nicht vorhersehen", bat der Landrat rückblickend noch einmal um Verständnis. Immerhin: Im Frühjahr zeigte sich der Wettergott deutlich besser gelaunt und ermöglichte schnelle Fortschritte auf der Baustelle. So konnte der ursprünglich für Mitte September vorgesehene Termin für die Verkehrsfreigabe um gut zwei Monate nach vorne gezogen werden.


Das muss man aushalten

Finanziell war der rund 1,3 Millionen Euro teure Brückenbau - der noch durch die Neugestaltung der Kreuzung der Kreisstraße mit der Staatsstraße ergänzt wurde - für den Landkreis eine erfreuliche Angelegenheit. Allein 980 000 Euro, informierte der Landrat, betrug die staatliche Förderung für den Brückenneubau. Hans-Peter Jander, er ist bei der Regierung von Oberfranken für kommunale Straßenbauprojekte zuständig, erklärte zum Zuschuss von 90 Prozent: "Das ist der best- und höchstmögliche Fördersatz, den es für solche Projekte gibt."
Die hohe Quote sei nur dann zu erreichen, wenn mit einer Baumaßnahme ein Defizit im Verkehrsnetz beseitigt werde. "Und das ist hier bei Schloss Wiesen ohne Zweifel der Fall", sagte Jander. Da stimmte ihm auch der Landrat zu. Michael Busch erinnerte daran, dass die alte Brücke bereits 1959 gebaut wurde und keinen Begegnungsverkehr zuließ. Dies sei heute nicht mehr zeitgemäß.
Bürgermeister Martin Mittag (CSU), der mit der Tiefbauabteilung im Landratsamt derzeit mehrere weitere Projekte im Seßlacher Stadtgebiet vorbereitet, räumte ein, dass die Gespräche mit den Betroffenen in den Wintermonaten nicht immer einfach gewesen seien. Aber am Ende war das Resümee Mittags trotzdem von Zufriedenheit über den Ablauf geprägt: "Wenn die Ergebnisse so gut sind wie bei dieser Brücke, dann halten wir auch die Probleme durch." Es sei schon ein gewaltiger Unterschied zwischen der alten und der neuen Verkehrsführung.
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