Weidhausen bei Coburg
Turnhallensanierung

Wie viel Platz brauchen die Weidhäuser Sportvereine?

Der Gemeinderat Weidhausen (Landkreis Coburg) hat heftig über einen Anbau für die sanierungsbedürftige Schulturnhalle gestritten.
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Schaut fast so aus, als ob der Bau gleich losgeht: Der Bagger vor der sanierungsbedürftigen Schulturnhalle in Weidhausen steht allerdings wegen Arbeiten am Außengelände der Schule da. Wie groß der Anbau an der Halle sein muss, war  großes Streitthema bei der Gemeinderatssitzung.
Schaut fast so aus, als ob der Bau gleich losgeht: Der Bagger vor der sanierungsbedürftigen Schulturnhalle in Weidhausen steht allerdings wegen Arbeiten am Außengelände der Schule da. Wie groß der Anbau an der Halle sein muss, war großes Streitthema bei der Gemeinderatssitzung.

Die objektiv gesehen wichtigste Entscheidung des Gemeinderats ist am Montagabend im Feuergerätehaus binnen weniger Sekunden und einstimmig gefallen: Die Gemeinde wird die Generalsanierung der Schulturnhalle in Angriff nehmen und dafür rund 1,7 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Auslöser einer hitzigen Diskussion war ein Antrag der Freien Bürger (FB), zusätzlich zur Sanierung einen Erweiterungsbau von 10 auf 20 Metern an der Halle zu errichten. Bislang war immer nur von einem Anbau mit 10 auf 14,50 Metern die Rede. Diese "große Lösung" kam offensichtlich auf Wunsch der beiden großen Ortsvereine (Turnverein und FC Adler) auf den Tisch, verbunden mit der Zusage der Vereine, sich da mit jeweils 15000 Euro an den Baukosten zu beteiligen. Auch von großzügiger finanzieller Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft war die Rede, allerdings deren Umfang eher unklar. Dem entgegen standen die Mehrkosten in Höhe von rund 200 000 Euro im Vergleich zur "kleinen Lösung". Eine Summe, die nach klarer Ansage von Kämmerer Christoph Hohlweg nur über eine Kreditaufnahme und dem damit gesetzlich vorgeschriebenen kritischen Blick auf die freiwilligen Leistungen zu stemmen wäre.

So entschieden sich die Freien Bürger in der Folge auch dagegen wehrten - ein Wort wurde ihnen fortan immer wieder um die Ohren gehauen: "Wahlkampf". Nichts anderes sei der Antrag auf einen großen Hallenanbau, sagte ein verärgerter André Karl (Sprecher der Dorfgemeinschaft). Wohl wissend, dass der restliche Gemeinderat den Vorstoß mit Blick auf die finanzielle Situation ablehnen werde, gehe es den Freien Bürgern darum, gut da zu stehen. "270000 Euro sind stemmbar, knapp 500000 sind es nicht", rechnete Karl vor und betonte, dass den Sportvereinen nach der Hallensanierung und mit dem kleinen Anbau künftig zwei "tip-top Räume" zur Verfügung stehen.

Die Entscheidung selbst fiel - auf ausdrücklichen Wunsch von Manfred Künzel (FB; zweiter Bürgermeister) in namentlicher Abstimmung - so, wie es die gut einstündige emotionale Diskussion erwarten ließ: Gegen die Stimmen der kompletten Fraktion der Freien Bürger beschlossen Dorfgemeinschaft, CSU und der Bürgermeister, dass im Zuge der Hallensanierung ein Anbau von 10 auf 14,50 Meter errichtet wird. Nach Lage der Dinge dürfte es dabei kein Geld von außen geben. Weder von den Vereinen noch der heimischen Wirtschaft.

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