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Wie viel Geld Saint Gobain in Rödental investiert

Das internationale Unternehmen wird am Standort Rödental künftig zwei neue Produktionsbereiche und damit 60 neue Arbeitsplätze schaffen.
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Besuch in einem Hightech-Unternehmen: Hubert Aiwanger, Christian Gunsenheimer, Richard T. Utzschneider und Marco Steiner bekamen am Samstag die Nachricht, dass Saint Gobain eine Millioneninvestition am Standort Rödental plant. - Foto: Gabi Arnold
Besuch in einem Hightech-Unternehmen: Hubert Aiwanger, Christian Gunsenheimer, Richard T. Utzschneider und Marco Steiner bekamen am Samstag die Nachricht, dass Saint Gobain eine Millioneninvestition am Standort Rödental plant. - Foto: Gabi Arnold

Gute Nachricht beim Besuch des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler): Das weltweit agierende Unternehmen Saint Gobain investiert in den kommenden Jahren 31 Millionen Euro in den Standort Rödental. Diese Botschaft brachte Michael E. Cahill (Vice President und General Manager "Saint Gobain NorPro") am Samstagnachmittag aus den USA mit. Im Rödentaler Industriekeramik-Unternehmen war auf Einladung von Landratskandidat Christian Gunsenheimer (Freie Wähler) Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zu Besuch.

Die Entscheidung, berichtete der für Rödental zuständige Geschäftsführer, Richard T. Utzschneider, sei am Donnerstag bei Gesprächen in Texas gefallen. "Ich muss zugegeben: Ich war diese Woche schon ein bisschen nervös", räumte der seit vielen Jahren für Rödental verantwortliche Utzschneider bei der Werksbesichtigung ein. Und dies nicht ohne Grund: Wie Wirtschaftsförderer Martin Schmitz im Gespräch mit dem Tageblatt erklärte, bedeute das "Ja" zu Rödental, dass mittel- und langfristig die Arbeitsplätze am Standort Rödental gesichert sind.

Neues Leben in alter Halle

Außerdem entstehen im Saint-Gobain-Werk bereits im kommenden Jahr 60 neue Arbeitsplätze. In einer Werkhalle, in der bis zum Jahr 2013 Dieselkatalysatoren für Lkws gefertigt wurden, soll dann wieder Leben einziehen. Bereits im kommenden Jahr kann mit der Fertigung von neuen Highend-Produkten in Rödental begonnen werden.

Es handelt sich um zwei neue Geschäftsfelder: Zum einem soll der Rohstoff Lithium in einem Recyclingverfahren aus Keramik gewonnen werden. Ein weiteres Feld sind innovative Kunststoffe, die künftig in Rödental hergestellt werden sollen. Bisher seien diese Bereiche ausschließlich in Texas angesiedelt, erläuterte Utzschneider. Wie der Cahill weiter erklärte, werde das Gebiet in Texas immer wieder von Unwettern wie Hurrikans bedroht. Mit einem weiteren Standort wolle das Unternehmen die Produktion sichern. Lesen Sie hier, was sich am Wirtschaftsstandort Rödental auch noch tut

Bei einem firmeninternen Wettbewerb lagen demnach Deutschland und Frankreich in der Standortfrage vorne. Dass letztendlich die Wahl auf Rödental gefallen sei, wusste der amtierende Landrat, Rainer Mattern (CSU), sei auch ein Verdienst von Martin Schmitz: "Dank des Wirtschaftsförderers des Landkreises Coburg werden zehn Millionen Euro der Investition durch den Freistaat gefördert.§ Martin Schmitz wiederum freute sich über die Entscheidung: "Sie sichern High-Tech in Bayern", dankte er der Unternehmensleitung.

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gratulierte zu der Entscheidung. "Die Überraschungsbotschaft freut mich." Von Seiten des bayerischen Wirtschaftsministeriums werde man das Projekt weiter begleiten, sicherte der Minister zu.

Bekenntnis zum ländlichen Raum

Der Rödentaler Bürgermeister Marco Steiner (Freie Wähler) nannte die Nachricht "das Beste überhaupt". Immerhin sei Saint Gobain der wichtigste Arbeitgeber in der Stadt Rödental. Ganz aus dem Häuschen vor Freude war auch Christian Gunsenheimer, der Landratskandidat der Freien Wähler: "Wir reden ja immer darüber, wie wichtig Bekenntnisse in den ländlichen Raum sind, und jetzt die Bestätigung von einem weltweiten Konzern zu bekommen, das ist natürlich toll." Die wirtschaftliche Entwicklung und die Stärkung des Landkreises, die damit verbundene Wirtschaftsförderung und die Fachkräfte seien ohnehin seine Hauptthemen im Wahlkampf um das Landratsmandat. "Innovative Themen möchte ich weiterentwickeln und die Wirtschaftsförderung unterstützten", erklärte Gunsenheimer.

Siegmar Schnabel, der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg, lobte das Wirtschaftsministerium für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Stephan Horn, Wirtschaftsförderer der Stadt Coburg, sieht in der Entscheidung auch einen Gewinn - auch für die Stadt Coburg. "Was der Region hilft, hilft auch Coburg", sagte Klein Gemeinsam mit Geschäftsführer Utzschneider schritten die Gäste dann zu einer Besichtigung des Werke.



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