Coburg
Design Tage

Wie sieht Coburg im Jahr 2055 aus?

In Coburg gibt es eine Vortrag, der sich mit dem Design der Zukunft befasst. Dazu haben sich Studenten überlegt, wie Coburg 2055 aussehen könnte.
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Jonas Welker (links) und Elke Schwinger (rechts) präsentieren Zukunftsideen: Hier Plakate der Mobilität für Coburg 2055. Foto: Christoph Wiedemann
Jonas Welker (links) und Elke Schwinger (rechts) präsentieren Zukunftsideen: Hier Plakate der Mobilität für Coburg 2055. Foto: Christoph Wiedemann
Mobilität, mehr Grünflächen und ein Studentenhaus mitten in der Stadt. Das sind die Ideen der Studenten, die sich mit der Stadt Coburg im Jahr 2055 beschäftigten. In einem Seminar der Hochschule Coburg entwickelten sie Stadtpläne, wie Coburg studentenfreundlicher werden kann.

"Es hat mich überrascht, dass die Studenten keinen abgetrennten Raum wollten, sondern mitten in die Coburger Innenstadt", sagt die Seminarleiterin Elke Schwinger. Denn eine der studentischen Vorstellungen ist ein Studentenhaus in der Coburger Innenstadt. "Bisher gibt es keinen Ort, an dem sich Studenten treffen können", erläutert Schwinger. Dabei ist in den Planungen aber immer "der Wunsch, sich mit Coburger Bürgern vernetzen zu können vorhanden", sagt sie weiter.

Die Umwelt ist in der Zukunft ebenfalls nicht zu verachten. Den Studenten ist ein grünes Coburg wichtig. Sie entwickelten Ideen für die Grünflächengestaltung oder "Grüne Ökologie-Häuser".

Doch die Häuser sollten nicht nur ökologisch, sondern auch für Studenten geeignet sein. "Zentral gelegene Studentenwohnheime sind ein großes Thema", erklärt die Dozentin. Allerdings wollten die Studierenden in diesen Wohnheimen Begegnungsbereiche für Coburger Bürger errichten.


Mobilität steht im Vordergrund

Um diese Wohnheime zu erreichen, muss die Mobilität zukünftig verbessert werden. "Die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs zum Campus Design soll gebessert werden", sagt Schwinger. Außerdem wünschen sich die Studenten einen Fahrplan, der die Abend- und Nachtstunden ausfüllt. So könnten Freizeitaktivitäten im Raum Coburg ausgiebiger genutzt werden.

Mit dem Thema Mobilität beschäftigte sich auch der Bauingenieurstudent Jonas Welker. Allerdings lautete seine Themenstellung: eine Stadt in 100 Jahren. "Das ist deutlich abstrakter, als das andere Seminar", erläutert Dozentin Schwinger. Bei diesen Projekten sollten Forschungstrends berücksichtigt und weitergedacht werden. "Dabei handelt es sich dann oft um Spekulationen", sagt Schwinger.

Jonas Welker hat die Mobilität für eine Stadt in 100 Jahren erdacht. "Die Leute bewegen sich mehr als früher, weshalb Mobilität immer wichtiger wird", sagt der Student. Der Trend gehe zum autonomen Fahren. "U-Bahn-Netze müssen ausgebaut werden. Auf den Straßen werden weniger Autos zu sehen sein", stellt sich Jonas die Zukunft vor.

Diese visionäre Stadt in 100 Jahren wurde in einer Gruppe entwickelt. Fünf Studenten aus verschiedenen Studiengängen brachten ihre Ideen in der Utopie "Fortuna" zusammen. Diese Arbeitsweise nennt sich interdisziplinär: mehrere Studiengänge erarbeiten ein Projekt.

Die Ernährung der utopischen Stadt wird vegan sein. Eine Studentin der Integrativen Gesundheitsförderung stellt sich so die Zukunft vor. "Dabei geht sie davon aus, dass die Menschen von sich aus auf Fleisch verzichten und vegan leben", erläutert Schwinger. Diese Vorstellung kontert jedoch Jonas Welker: "In einer Welt ohne Schäuferla will ich nicht leben."

Eine fleischlose Welt käme Jonas wie eine Dystopie vor - die Vision einer schlechten Welt. Eine andere Gruppe von Studenten hat eine solche schlechte Stadt entwickelt. Sie gehen davon aus, dass die Luft an der Erdoberfläche gesundheitsschädlich sein wird. Deswegen erdachten sie eine Welt unter der Erdoberfläche.


Das Anthropozän

Das schlimme dabei: "Nur die Reichen leben unter der Erde, da sie es sich leisten können. Die Armen müssen weiterhin oben wohnen", erläutert Schwinger.

Aus den beiden Seminaren von Dozentin Schwinger ist das jedoch die einzige negative Welt. "80 Prozent der Studenten sehen eine positive Zukunft", sagt sie.

Die Arbeiten beider Seminare werden während der Tagung: "Das Anthropozän - Muss und kann der Mensch die Verantwortung für die Zukunft der Erde übernehmen?" ausgestellt.

"Zu dieser Tagung kommen 16 Dozenten", sagt die Organisatorin Schwinger. Auch diese Tagung wird fachübergreifend geführt: Betriebswirte, Sozialwissenschaftler, Philosophen, Naturwissenschaftler oder Ingenieure diskutieren über die Zukunft.


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