Coburg
Handball

Wie lange bleibt Jan Gorr noch beim HSC?

Der Trainer und Sportliche Leiter des Coburger Zweitligisten ist eine Klasse höher in der stärksten Liga der Welt mindestens genauso gefragt wie etliche seiner Spieler. Die Ankündigung, dass er nicht gerne auf der Stelle tritt, lässt Raum für Spekulationen.
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Foto: Archiv
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Quo vadis Jan Gorr? In Coburg herrscht weitgehend Einigkeit: Ohne den Trainer und Sportlichen Leiter stünde der HSC 2000 Coburg nicht so blendend da. Der Handball-Experte hat einen Löwenanteil an der Entwicklung. Ohne sein Netzwerk, ohne seine hervorragenden Kontakte in der Profiszene, so sagen seine Mitstreiter, gäbe es nicht die Qualität, mit der die Mannschaft seit mehreren Jahren ihre Fans begeistert.

Jan Gorr gilt als akribischer Trainer mit viel Erfahrung und ist für viele Beobachter zweifelsohne der Macher beim HSC. Doch wohin führt der Weg des 41-Jährigen?

Sein aktueller Vertrag läuft offiziell zwar erst nach der Saison 2020/2021 bei den Veststädtern aus, doch der ambitionierte Handball-Lehrer steht nach Tageblatt-Informationen bei mehreren Erstligisten schon für die nächste Saison ganz oben auf der Wunschliste! Jan Gorr ist nicht weniger begehrt als etliche seiner jungen Spieler. Max Jaeger (zu HC Erlangen) und Marcel Timm (zu TBV Lemgo) haben für die Punktrunde 2020/2021 bereits in der 1. Liga unterschrieben.

Mit Offerten nicht beschäftigt

Führt also auch der Weg von Gorr ohne den HSC in die stärkste Liga der Welt? Sein folgendes Exklusiv-Statement gegenüber dem Tageblatt wird die Alarmglocken in der Seifarthshofstraße schrillen lassen: "Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam viele Klippen erfolgreich umschifft. Aber auch für mich gilt, dass mich meine Aufgabe reizen muss und dass ich nicht gerne auf der Stelle trete."

Bis jetzt habe er zwischenzeitige Offerten nicht weiter verfolgt. Und zwar aus dem Grund, weil ihm seine Arbeit in Coburg Freude bereitet und sie ihn nach wie vor herausfordert.

Seine beiden abwanderungsbereiten Spieler hätte Gorr natürlich gerne noch ein weiteres Jahr im Coburger Trikot gesehen, doch so seien eben die Abläufe im Leistungssport: "Wir begleiten Talente eine gewisse Zeit auf ihrem Entwicklungsweg. Wenn es optimal läuft, ist man gemeinsam erfolgreich, und Verein, Spieler und Fans teilen eine Menge an Emotionen und Freude miteinander. So ist es in diesem Fall gewesen."

Als "Söldner" bezeichnet

Dass Jaeger und Timm in den sozialen Netzwerken bereits als "Söldner" betitelt werden, sei auch nichts Außergewöhnliches, da bei solchen Äußerungen natürlich die Enttäuschung eine große Rolle spiele. "Ich selbst habe beide Jungs als sehr mannschaftsdienliche Spieler erlebt, und das werden sie bis zum Saisonende auch weiter sein."

Vertragsverhandlungen laufen

Überhaupt ist derzeit noch vieles offen. Wie in jedem Jahr läuft ungefähr die Hälfte der Verträge aus. Grundsätzlich war und ist beim HSC Coburg eine personelle Kontinuität in der Kaderstruktur erkennbar und Gorr auch sehr wichtig. Inzwischen ergibt sich jedoch sogar so etwas wie ein Luxusproblem, wie Gorr klar macht: "Wir haben als Verein in unserem Kader nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen und dafür einen klar vorgegebenen finanziellen Rahmen. Und diese Plätze wollen wir natürlich gerne an extrem motivierte Spieler vergeben, für die es etwas Besonderes ist, bei uns in Coburg zu spielen. Deswegen sind Verlängerungen von unserer Seite auch kein Automatismus. Sind diese Ziele nicht deckungsgleich, macht eine Zusammenarbeit keinen Sinn. Wir haben uns mittlerweile einen guten Ruf in der Branche erarbeitet. Und von daher bin ich mir sicher, dass wir auch in den kommenden Jahren ein ambitioniertes Team um den jetzigen Kern zur Verfügung haben."

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