Im Coburger Land gibt es nicht die von manchen als hübsch empfundenen verzierten Holzbalkone, wie in Oberbayern. Und auch das besondere Flair eines unterfränkischen Winzerdorfs sucht man vergebens. "Spröde Hauslandschaft", nennt Johannes Körner die Gegend. Doch dabei ist seine Stimme weich, sein Blick offen. Der 70-Jährige meint es nicht böse - es ist ein Kompliment. Das eigentlich lautet: Umso besser, dass es auch hier tolle Häuser gibt.


Mit viel Engagement restauriert



Drei von ihnen sind so toll, dass sie am kommenden Freitag vom Landkreis Coburg die "Eiserne Rose" verliehen bekommen. Dafür, dass ihre Bewohner sie mit viel Engagement restauriert und so vor dem Verfall gerettet haben.


Toll renovierter Hof



Und dafür, dass sie das spröde Coburger Land zu einem lebenswerten Ort machen: "Stellen Sie sich vor, da ist ein Dorf mit vielen Leerständen. Und dann ist da so ein toll renovierter Hof, der steht mittendrin und sagt: Das kann man machen." Soll heißen: Wo ein hübsches Haus ist, sind vielleicht bald noch mehr hübsche Häuser.
Mehr als 100 Eiserne Rosen hat das Landratsamt deshalb seit 1976 vergeben, das letzte Mal vor zwei Jahren. Damals bekamen unter anderem Monika Schilling-Hofmann und Franz Hölzl aus Zedersdorf eine - für das Geburtshaus von Schilling-Hofmanns Vater, das die beiden restauriert und zu ihrem Altersruhesitz gemacht haben. "Für uns ist hier jeder Tag fast wie Urlaub", sagt Franz Hölzl, und: "Wir freuen uns immer noch über die Eiserne Rose, die wir 2010 bekommen haben."


Markenbegriff Eiserne Rose



Die Rose sei mittlerweile zu einem Markenbegriff geworden, sagt Johannes Körner, der früher beim Landesamt für Denkmalpflege gearbeitet hat. "Es hat sich gezeigt, dass die Leute sich wirklich freuen und geehrt fühlen. Viele feiern ein richtiges Fest, wenn sie eine Eiserne Rose bekommen." Er lächelt, als er das sagt - immer wieder kann man an seinem Gesicht ablesen, wie wichtig es ihm ist, die dörflichen Strukturen im Landkreis Coburg zu erhalten.

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