Coburg
Schulanfang

Wie die Caritas beim Schulanfang hilft

Das Schulmateriallager "Grünstift" in Coburg ermöglicht bedürftigen Familien die kostenfreie Abholung von Heften, Radiergummi und Co. Der Bedarf steigt.
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Amelie Appel hilft in ihren Schulferien im Materiallager und sortiert die Materialien.Svenja Sollmann
Amelie Appel hilft in ihren Schulferien im Materiallager und sortiert die Materialien.Svenja Sollmann

"Ein Schulanfang ist immer teuer, selbst wann man günstige Produkte kauft", weiß Kerstin Ponsel, die seit 18 Jahren für die Caritas tätig ist. Gemeinsam mit Tanja Völker ist sie für die allgemeine soziale Beratung zuständig, in deren Aufgabenbereich auch das Schulmateriallager "Grünstift" fällt. Mit diesem Projekt unterstützt die Caritas bereits zum neunten Jahr in Folge Familien, die Sozialhilfe empfangen.

Im Materiallager haben sie die Möglichkeit, jegliches Schulmaterial für die Kinder abzuholen. Das Sozialamt unterstützt betroffene Familien zwar mit einem Betrag von 70 Euro pro Kind zum Schulanfang, allerdings sei das oft nicht ausreichend, so die Sozialpädagoginnen.

Steigender Bedarf

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Gegen Vorlage entsprechender Leistungsbescheide, also beispielsweise Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder dem Coburg-Pass, wird in der Caritas eine Art Kartei mit Daten und Adresse der Familien aufgenommen. Anschließend dürfen sich betroffene Familien etwas aus dem Materiallager aussuchen. "Wir haben eine große Palette an Schulsachen da. Vom Zirkel bis zum Block findet man alles, was man in der Schule braucht", so Tanja Völker, die seit 13 Jahren für die Caritas arbeitet.

Auf Spenden angewiesen

Die Abgabe wird durch ehrenamtliche Mitarbeiter kontrolliert. "Es gibt zwar keine festen Regeln, wer wie viel mitnehmen darf, aber die Mitarbeiter können den Bedarf ungefähr einschätzen", so Tanja Völker. Am besten seien aber von Lehrern ausgehändigte Materiallisten, damit ließe es sich am einfachsten arbeiten, so die Sozialpädagogin. Insgesamt sechs bis sieben ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich im Materiallager, kooperieren aber mit vier bis fünf Angestellten der sozialen Beratung.

Letztere kümmern sich primär um die Organisation und die Planung. Deswegen kann Tanja Völker die Entwicklung in den letzten Jahren beurteilen. Vorletztes Jahr habe es knapp 300 Familien gegeben, dieses Jahr rechne man mit mehr Bedarf. "Der Bedarf an Schulmaterialien steigt kontinuierlich", so die Sozialpädagogin. Das könnte an der steigenden Anzahl an Alleinerziehenden, Zeitarbeitern oder Flüchtlingsfamilien liegen, die seit 2015 in Coburg sind, vermutet Tanja Völker.

Der steigende Bedarf sowie der Bekanntheitsgrad des Schulmateriallagers werde aber auch durch Mundpropaganda beeinflusst, denn die meisten Familien erfahren durch Freunde oder Bekannte vom Angebot. Die Ausgabe der Schulsachen findet nämlich ganzjährig statt, wird aber anlässlich des Schulanfangs um einige Sonderausgabetermine erweitert. "Das ist immer die Zeit, in denen die Schüler Materiallisten von ihren Lehrern bekommen, deswegen wird das Materiallager öfters benötigt", erklärt Kerstin Ponsel.

Bei dem großen Bedarf ist die Caritas auf Spenden angewiesen, ohne die der Erhalt des Materiallagers unmöglich wäre, so Tanja Völker. Aber auch der "RoundTable" oder die SpardaBank unterstützen tatkräftig. "Letztere hat uns vor kurzem Schultaschen inklusive Mäppchen und Turnbeutel zur Verfügung gestellt, die dann an Bedürftige weitervermittelt wurden", erklärt Kerstin Ponsel.

Svenja Sollmann

Ausgabe von Materialien

Sonderausgabetermine zum Schulanfang: 11. bis 13. September, jeweils von 13 bis 16 Uhr

Reguläre Termine ansonsten ganzjährig jeden Dienstag von 15 bis 16 Uhr Ort: Caritas in der Ernst-Faber-Straße 12

Voraussetzungen Ausgabe gegen Vorlage eines Sozialleistungsnachweises (zum Beispiel Wohngeld, ALG II)

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