Lahm im Itzgrund
Natur

Wer mit einem Kurzbesuch in Lahm für Aufsehen gesorgt hat

Riesige Aufregung in Lahm im Itzgrund. Erstmals haben sich zwei Störche die im vergangenen Jahr aufgestellte Nisthilfe angeschaut.
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Kurzzeit-Vogelidylle: Die beiden Störche, die sich am Gründonnerstag den Lahmer Horst angeschaut haben, waren offensichtlich nur Durchzügler. Aber noch wäre genügend Zeit, dass Vögel die Vorteile der Lahmer Nisthilfe entdecken. - Foto: Berthold Köhler
Kurzzeit-Vogelidylle: Die beiden Störche, die sich am Gründonnerstag den Lahmer Horst angeschaut haben, waren offensichtlich nur Durchzügler. Aber noch wäre genügend Zeit, dass Vögel die Vorteile der Lahmer Nisthilfe entdecken. - Foto: Berthold Köhler
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Ein spektakuläres Naturschauspiel hat es am Gründonnerstag im Itzgrund gegeben. Gleich vier Störche haben ihre Kreise über der Schlosskirche und der im vergangenen Jahr aufgestellten Nisthilfe gezogen. Aber vermutlich wird es nur eine kurze Besichtigung der Storchenplattform gewesen sein, denn schon nach wenigen Minuten war das Spektakel zu Ende - und auch in der Folgezeit blieb die Nisthilfe leer. Hier lesen Sie, wie die Storchen-Saison 2018 in Coburger Land gelaufen ist

Das muss aber nicht gleich heißen, dass die Plattform am südlichen Ortseingang von Lahm ungeeignet ist. Vogelkenner gehen davon aus, dass es mehrere Jahre dauern kann, bis eine von Menschenhand angelegte Nisthilfe von Störchen entdeckt und angenommen wird. Zu spät dran wären Störche, die sich im südlichen Itzgrund niederlassen wollen, derzeit auf keinen Fall. Das weiß Hans-Peter Schönecker, der bei der Coburger Kreisgruppe im Landesbund für Vogelschutz (LBV) die Storchenpopulation im Blick hat: "Ein Brutbeginn ist bis etwa Ende April noch erfolgversprechend." Gerade bei zurückkehrenden Vögeln, die über die lange Ostroute aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückkehren, werde es oft erst Mitte/Ende April, ehe diese in ihren nördlich und östlich liegenden Brutgebieten angekommen seien. Also beginne der Storch dann auch da erst mit der Eiablage.

"Die Nisthilfe in Lahm ist von der Bauart und der Lage her sehr gut geeignet", zeigt sich Schönecker auf Tageblatt-Nachfrage überzeugt davon, dass der von Reinhard Grell und Mitstreitern vom Gartenbauverein aufgestellte Mast irgendwann mal von Störchen belegt wird. Der Horst liegt hoch genug, damit die Vögel von dort aus freie Rundumsicht haben. Die Nisthilfe steht zwar an der Ortsrandlage, aber dadurch kommt der Storch nicht mit der Mittelspannungsleitung, die am Nordende von Lahm die Straße und die Itzwiesen überquert, in Konflikt. Lesen Sie hier, was die Lahmer im vergangenen Jahr für einen Aufwand betrieben haben.

Grundsätzlich ist für den Storchenfachmann des LBV der Itzgrund auch noch weiter in Richtung Bamberg ein gutes Nahrungsbi otop. "Auch Lahmer Störche würden ihre Jungen groß bringen", ist Schönecker - der sich am Freitag selbst noch mal nach Störchen dort umschaute - überzeugt.

Insgesamt könnte es in diesem Jahr im Coburger Land wieder auf ein gutes Storchenjahr hinaus laufen. Bis auf das Brutpaar vom "Hessenhof " am Coburger Stadtrand sind ja schon alle da. In den meisten Fällen - zumindest da, wo man es an der Beringung erkennt - sind es auch die gleichen Vögel wie im vergangenen Jahr, die brüten. Ein bisschen Zeit haben die "Hessenhof"-Störche noch, rechnet Hans-Peter Schönecker hoch: "Die letzten durchreisenden Störche müssten in der ersten Maiwoche Coburg passieren." Erst danach wird es nach Erkenntnissen der Vogelschützer zu spät, an ihrem Zielort mit dem Brüten zu beginnen.

Siebenmal wird schon gebrütet

An den sieben besetzten Standorten im Landkreis wird seit Ende März 2019 gebrütet. Die ersten Jungstörche müssten demnach Ende April/Anfang Mai schlüpfen. Derzeit sieht man meist nur ein weißes Köpfchen aus dem Horst schauen - von den brütenden Altvögeln. Ungewöhnlich, siehe Lahm, ist es für den LBV-Storchenbeauftragten auch nicht, wenn sich mehrere Vögel für einen Horst interessieren: "Die häufigen Angriffe von Fremdstörchen, die mir immer wieder berichtet werden, sind für diese Zeit ganz normal."

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