Thann
Tischtennis

Wenn Pinguine kuriose Sachen machen...

Was Tischtennis mit Mathematik, Physik und Erdkunde zu tun hat, erklärt Diplom-Trainer Thomas Dick beim Impulsivtraining des TTC Thann.
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Nelly Eichhorn nimmt genau Maß und trifft. Foto: Hagen Lehmann
Nelly Eichhorn nimmt genau Maß und trifft. Foto: Hagen Lehmann
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Tischtennis-Training hat ganz viel mit Mathematik und Physik zu tun. Das meint zumindest Profi-Trainer Thomas Dick. Und der muss es wissen, denn der Hamburger hat 34 Jahre Erfahrung in der Lehrarbeit, 24 Jahre davon ist er sogar als Berufstrainer unterwegs. Derzeit vermittelt er sein Wissen und Können an Jugendliche und Mannschaftsspieler des TTC Thann. Bereits dreimal kreuzte der Experte, der in den letzten Jahrzehnten maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklungen nationaler und internationaler Spitzenspieler hatte, im Februar in der Halle in Haarbrücken auf.

Nicht nur die zehn Kinder, sondern auch 14 Frauen und Männer des TTC sind begeistert von Dicks innovativen Trainingseinheiten. "Es ist einfach mal etwas anderes, als das übliche Training", sagt Felix Eichhorn, der sonst nicht als Trainings-Weltmeister gilt. Doch bei Dick hat der 14-Jährige Spaß.

Egal ob es beim speziellen Aufschlag-Training oder beim Üben von modernen Vorhand- und Rückhand-Topspinschlägen war, die Nachwuchsspieler in Thann kamen aus dem Staunen kaum heraus. Und bei der richtigen Beinarbeit wurde mächtig geschwitzt: "Das war verdammt anstrengend. Wir mussten erst mit Sidesteps, dann vorwärts und rückwärts ständig um die ganzen Platten spurten", erzählt Eva Zschach. Aber auch mentale Wettkampfübungen, die zum Punktgewinn führen sollen, gehören zum Repertoire des Diplom-Coaches.

Ermöglicht hatte dieses Impulstraining Bernd Fischer. Der stets umtriebige Thanner Tischtennis-Chef möchte seinen Mitgliedern etwas bieten: "Wir wollen Jung und Alt begeistern und jeder soll natürlich auch ein wenig besser werden".

Bernd Fischer hatte die Idee

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Dreimal holte Fischer den erfahrenen A-Lizenz-Trainer an den letzten Montagen kurz vor 17 Uhr am Neustadter Bahnhof ab und kutschierte ihn in die Halle. Um kurz nach 21 Uhr ging es für Dick dann schon wieder retour gen hohen Norden. Selbst an Fischers 65. Geburtstag, als die erste Einheit mit Dick stattfand, chauffierte er den Hamburger. In der Halle lud Fischer parallel zum Intensivtraining seine Mitglieder zu einem Imbiss ein. Kostenlos war das außergewöhnliche Training für die Jugendlichen, "wie gesagt, wir müssen unseren Nachwuchs bei der Stange halten", sagt Fischer, der sich über das Engagement der vielen Teilnehmer freut.

Überall herrsche Mitgliederschwund. Nicht nur beim Tischtennis hätten die Vereine zu kämpfen, um Jugendteams zu bilden. Deshalb kämpft der Abteilungsleiter um jeden einzelnen Spieler.

Ohne Kosten, aber mit viel Spaß

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Und das durchaus mit Erfolg, denn die Mitgliederzahl ist in seiner Abteilung konstant. Er organisiert zwischen den Jahren die sogenannten Mini-Meisterschaften und hofft, dass er den einen oder anderen Neueinsteiger von der schnellen Sportart mit den kleinen Bällen so begeistern kann. Ein Großteil der jungen Sportler fand über diesen Einstieg den Weg an die Platte.

Wie von Zauberhand gezogen...

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Bleibt noch aufzuklären, was Tischtennis mit Mathematik und Physik zu tun hat. Dick erklärt den Kindern, dass der Drall eines Balls als Effet bezeichnet wird. Und was mit Effet alles möglich ist, zeigt er sofort mit verblüffenden Schlägen. Wenn er den Ball mit einer einfachen Vorwärtsbewegung derart in Rotation um die eigene Achse versetzt, dass der kleine Rundling wie von einer Zauberhand gezogen nach der Netzüberquerung ohne weitere Berührung wieder selbstständig wieder zurück kommt, dann ist das nicht nur für staunende Kids kurios.

Dick erklärt dieses Phänomen mit seinen eigenen Worten und beweist damit, dass TT-Training auch etwas mit Erdkunde zu tu hat. Der coole Hanseat hält den Ball zwischen seinem rechten Daumen und Zeigefinger: "Oben ist der Nordpol und unten der Südpol", erklärt er den Kindern. Dort unten leben die Pinguine und die müsst ihr ganz sanft mit euren Schlägern streicheln, dann machen sie auch ganz kuriose Sachen..."

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