Coburg
Tennis

Weltklasse-Leistung reicht Krawietz/Mies nicht

Kevin Krawietz und Andreas Mies spielen im ersten Satz herausragend, doch die Weltranglisten-Ersten Cabal/ Farah haben stets einen Konter parat.
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Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies haben ihr drittes Spiel bei den ATP-Finals in London verloren.Archiv
Kevin Krawietz (links) und Andreas Mies haben ihr drittes Spiel bei den ATP-Finals in London verloren.Archiv

Es sollte nicht sein! Trotz des vielversprechenden Auftaktsieges bei den ATP-Finals in London verpassten Kevin Krawietz und Andreas Mies das angestrebte Halbfinale. Sie verloren am Freitagnachmittag ihr drittes Gruppenspiel bei dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft mit 6:7 und 2:6 gegen die an Nummer Eins gesetzten Kolumbianer Juan Sebastian Cabal und Robert Farah.

Es war ein hochklassiges Match in der O2-Arena. Kevin Krawietz spielte stark und seine Fans - darunter erneut die ehemaligen Jugendtrainer Christian Höhn und Zoran Obrovsky, sein Vater Rudolf und der befreundete Ex-Basketballtrainer des BBC Coburg, Michael Böhm - zollten immer wieder lautstark Applaus. Nach dem ärgerlichen ersten Satz, in dem "KraMies" einen Satzball vergaben, wehrten sich die Deutschen zwar tapfer aber verzweifelt weiter, denn gegen diese Weltklasse-Kombination aus Kolumbien war an diesem Tag einfach kein Kraut gewachsen.

Nach dem Ausscheiden in der englischen Hauptstadt können sich die aktuelle Nummer 7 und 8 der Doppel-Weltrangliste nun ganz auf ihren ersten Einsatz für Deutschland im Davis-Cup ab Montag vorbereiten. 36000 US-Dollar erhalten "KraMies" für ihren Gruppensieg. Dazu im Vergleich: Für einen Einzelsieg in der Gruppe bei den ATP-Finals gibt es das Zehnfache an Preisgeld!

Der 1. Satz

Souveräne Aufschlagspiele ohne Break-Chancen prägten die ausgeglichene Anfangsphase. Kein Spieler zeigte Nachlässigkeiten bei eigenem Service. Das oft als ominös bezeichnete siebte Spiel brachten die Kolumbianer mit Mühe durch, wehrten einen Breakball ab und gingen mit 4:3 in Führung. Auffallend: Der Witzmannsberger war wie schon in den beiden vorangegangenen Doppeln vom ersten Ballwechsel an hellwach und einen Tick konsequenter als sein Kölner Kollege. Vor allem seine Rückhand-Returns - egal ob cross oder longline - waren erstklassig.

Und "KraMies" hielten auch dem Druck stand bei 4:5- und 5:6-Rückstand ihre Aufschlagsspiele problemlos durchzubringen. Bei 6:6 ging es nach 40 Minuten in den Tiebreak.

Und auch dort gab sich kein Spieler eine Blöße. Kein einziges Mini-Break bis zum 7:7. Jeder Volley von Krawietz, egal wie schwer er auch war, passte. Nach jeweils einem abgewehrten Satzball gelang den Kolumbianern das entscheidende Mini-Break gegen Mies zum 8:7. Farah machte den Deckel drauf.

Der 2. Satz

Der verlorene Tiebreak hinterließ sichtbar Spuren. Während die Kolumbianer wie entfesselt weiter spielten, gab Krawietz gleich das Auftaktspiel ab. Die größte Chance zum Re-Break gab es im vierten Spiel, als Krawietz und Mies beim Entscheidungsball jeweils einen Volley aus aussichtsreicher Lage nicht verwerteten. Statt 2:2 stand es 1:3 und die Niederlage sollte ihren Lauf nehmen. Als Mies dann ebenfalls erstmals seinen Aufschlag verlor, war die Messe gelesen. Die Kolumbianer zogen ihr Ding durch und die French-Open-Sieger mussten die Überlegenheit ihrer Gegner jetzt neidlos anerkennen.

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