Welsberg
Fasching

Welsberger ließen die Hosen runter

Beim Kappenabend wuchs der SC Holzwurm über sich hinaus. Fünf Stunden lang gab's Attacken auf die Lachmuskeln.
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Opa Stefan Herr ließ die Beinkleider fallen, um seinen schicken Badedress zu zeigen. Foto: Michael Stelzner
Opa Stefan Herr ließ die Beinkleider fallen, um seinen schicken Badedress zu zeigen. Foto: Michael Stelzner
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Der SC Holzwurm nennt es schlicht Kappenabend. Aber die Welsberger Kultveranstaltung ist mehr als ein solcher und mittlerweile über den Coburger Landkreis hinaus bekannt. Die Jecken hielten eine fünfstündige Faschingssitzung der besonderen Art ab.

Mit relativ einfachen Mitteln und einer kleinen Besetzung stellt der SC Holzwurm eine Faschingssitzung, die in einer lockeren Atmosphäre präsentiert wird und mit vielen Höhepunkten gespickt ist. "Eine Generalprobe gibt es nicht, wir kennen das Programm selbst nicht", sagen die Akteure, die selbst auf das Programm und seine Darbietungen gespannt sind.

Bis in den frühen Morgen hinein herrschte in der Halle wieder eine Bombenstimmung. Musiker und Conférencier Wilfried Steinert trug mit vielen Stimmungsliedern und Witzeinlagen dazu bei. Mit großer Spannung wurde der Auftritt der beiden Welsberger Tratschweiber Babett und Erna erwartet.

Nachdem die Vorsitzende Yvonne Dinkel das gutgelaunte Publikum begrüßt hatte, nahm das närrische Treiben in der Halle seinen Lauf. Eine kleine Gruppe der Showtanzgruppe Emiton Dance, des Weidacher Karnevalsvereins, eröffnete den Reigen der Darbietungen. Respekt und Anerkennung bekam Oma Leni, die extra aus Ebelsbach anreiste. Denn mit fast 80 Jahren gehört sie wohl zu einer der ältesten Büttenrednerinnen im Coburger Landkreis.

Es war unverkennbar, dass Helene Melber, wie sie wirklich heißt, selbst großen Spaß bei ihren Reden hat. In ihrem ersten Vortrag beleuchtete sie das Singledasein und die Partnersuche. In ihrem zweiten Vortrag ging sie auf den Slogan "Made of Germany" ausführlich ein und hatte sogar noch eine andere Geschichte als Zugabe dabei.

Wüstenbuam ließen die Hüften kreisem

Als täuschend echte Opas verkleidet zogen Stefan Herr und Bernd Wittmann, der eine mit Rollator und der andere mit Gehhilfe, in die Halle ein. In ihrem Vortrag unterhielten sie sich über das Leben und stellten fest, dass die Ehe eine "Langstrecke" sei. Einer von beiden hat sich sogar einen neuen "Badeanzug" gekauft, den er stolz dem Publikum präsentierte und demnächst in die "Sachsenwaschanlage", also dem Thermalbad, ausführen will.

Auch Christoph Dinkel ist in Frauenkleider geschlüpft und berichtete über das Leben als Frau mit Hund - wobei der Hund sein Frauchen voll im Griff habe. Die als "Wüstenbuam" angekündigten Bauchtänzerinnen verwirrten das Publikum kurz wegen des irreführenden Namens, begeisterten die Zuschauer dafür aber umso mehr.

Männer in Strumpfhosen

Heidi Wittmann alias "die Heidi" erzählte lustige Anekdoten von der Zeit, als ihr Sohn den Führerschein machte und über das begleitete Fahren. Bauerntocher Claudia Rose berichtete über viele lustige Ereignisse auf dem Bauernhof. Aber auch als Sängerin zeigte sich Claudia Rose dem Publikum.

Das Männerballett des SC Holzwurm, einem Sport- und Freizeitclub, ist schon sehr bekannt. Denn die Auftritte führen die acht Männer auch in die benachbarten Bundesländer. Vier Herren (als Damen verkleidet) und vier Herren (als Herren verkleidet) zeigten einen flotten Tanz, ganz nach Art der Backstreet Boys. Das entzückte Publikum forderte eine Zugabe.

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