Fürth am Berg
Geselligkeit

Wein- und Musikgenießer strömten nach Fürth am Berg

Zum 25. Mal fand das Weinfest des Förderkreises "Fürther Burg" statt. Nächstes Jahr soll sich ein anderer Verein darum kümmern - vielleicht der TSSV?
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Handgemachte Musik, live, frisch von der Leber weg, mit viel Gefühl und Freude am gemeinsamen Musizieren, das ist das  Markenzeichen der Wiesenttaler Musikanten aus der Fränkischen Schweiz. Foto: Manja von Nida
Handgemachte Musik, live, frisch von der Leber weg, mit viel Gefühl und Freude am gemeinsamen Musizieren, das ist das Markenzeichen der Wiesenttaler Musikanten aus der Fränkischen Schweiz. Foto: Manja von Nida
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Wenn's am schönsten ist, sollte man bekanntlich aufhören. Das will der Förderkreis "Fürther Burg" mit seinem kultigen Weinfest nun sprichwörtlich tun. Für den Förderkreis soll nach 25 Jahren Weinfest ausrichten Schluss sein. Der Fürther Sportverein TSSV geht mit einer eventuellen Weiterführung "schwanger", um diese liebgewonnene Tradition nicht sterben zu lassen, vielleicht!

Am Samstagabend wurde jedenfalls nochmals zum Fest geladen, zu einem kulinarischen Jubiläums-Weinfest in edlem und stilvollem Ambiente. Zum 25. Mal strömten Weingenießer aus der gesamten Region auf den Dorfplatz an der Alten Schule nach Fürth am Berg. Der Platz verwandelte sich schnell zur urgemütlichen Weinlaube, und die Wiesenttaler Musikanten aus der Fränkischen Schweiz zauberten mit handgemachter Tischmusik die weinselige Festatmosphäre dazu.

Bier suchte man vergeblich. Dafür bot die Getränkekarte alle Geschmacksrichtungen der Rebensäfte sowie Rotling und Secco aus den Weinregionen von Franken, Rheinhessen und Südtirol. "Wir haben schon am Vorabend mit unserem Helferteam ordentlich Weinprobe gemacht", sagte Vorsitzender Gebhard Roschlau und schmunzelte genussvoll. Und für die Festvorbereitungen brauchte Roschlau nicht lange seine Leute motivieren, denn den Spaß dabei würden alle genießen. "Junge Leute sind nicht bereit, in die Verantwortung oben zu gehen, aber mithelfen, das tun sie alle."


Letztes Jahr kein Weinfest

Auf dieses Fürther Weinfest haben die Festbesucher schon sehnsüchtig gewartet. Denn im letzten Jahr wurde wegen des 700. Ortsjubiläums pausiert, da alle Fürther Vereine in die Festorganisation eingebunden waren. Dafür war es heuer gleich doppelt schön, denn es bot eine willkommene Alternative zu den zahlreichen Sommerfesten in der Region.

Richtig Spaß hatten Gabi und Holger Zimmermann aus dem thüringischen Dörfchen Oerlsdorf. Und sie brachten gleich noch ihre ehemalige Schulkollegin Uta Frötschner aus Mupperg mit und ganz viel gute Laune dazu. "Wir sind zum ersten Mal hier beim Weinfest und wollen mal sehen, was hier so alles geboten wird", sagte Holger Zimmermann vergnügt. "Wenn ich mir die Speisekarte anschaue, kann ich nur sagen, die machen sich wirklich Arbeit, das kulinarische Angebot ist wirklich etwas für Genießer." Und dieses kulinarische Angebot von gebratenem Forellenfilet mit Gemüse-Spießchen,
zarten Schweinelendchen, diversen Antipasti-Tellern, Käse- und Salatvariationen, Knoblauchbaguettes, Laugenbrezeln, Griebenschmalzbroten, Desserts im Glas waren Köstlichkeiten, die zum Wein hervorragend mundeten.


Weinfest ist Wiegenfest

Omi Gusti Fischer aus Fürth am Berg brachte gleich ihren ganzen Familienanhang mit und feierte ihr 83. Wiegenfest. Und ein Geburtstagsständchen der Musikanten war ihr sicher und das Publikum sang
spontan heiter mit. "Ich war bisher auf jedem Weinfest dabei, gehöre nämlich zum Gründungsmitglied des Vereins. Ich habe die Burgruine mit unter Denkmalschutz gestellt. Unser Verein ist jetzt 30 Jahre, aber ich glaube nicht, dass sich junge Leute dafür sehr begeistern." Ihre Enkel Frederic (17) und Fabienne (15) Fischer aus Rödental besuchten Oma Gusti und feierten einfach mit. "Das Weinfest ist zwar nicht meine Altersklasse, aber schlecht ist es hier nicht", meinte Frederic. Aber das leckere Essen
schmeckte ihm, dazu hatte Oma Gusti schließlich auch eingeladen.


Drei Viertel der Gäste kommen nicht aus dem Dorf

Vorsitzender Roschlau zeigte sich vom Besucherstrom begeistert. "Wein inmitten der fränkischen Bierkultur anzubieten, darauf ist unser Förderkreis gekommen. Das Weinfest wird gerne besucht, weil es etwas Besonderes ist." Drei Viertel der Festbesucher seien keine Fürther. Auch wenn es viel Arbeit mache, so ein Fest auszurichten, sei es lohnenswert.

"Unser Verein widmet sich der Heimatpflege, und der Erlös kommt dem zugute. Wir haben am Fürther Berg Bänke aufgestellt. Die zu erneuern kostet ja auch wieder Geld. Dann haben wir ja hier noch den Bahnhof, ein historisches Gasthaus und möchten an historischen Stätten, den Mühlen, gerahmte Infotafeln aufstellen, wie an der Wiesenmühle in Plesten. Da werden wir weiter an unserer Heimatgeschichte arbeiten und diese aufarbeiten, dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen." Um die finanziellen Quellen beim Weinfest nicht versickern zu lassen, gab es als Attraktion zudem für die
ersten 75 verkauften Weinflaschen Lose dazu. Zu gewinnen gab es natürlich Wein vom Weinfest! Und weil man bei Festen bekanntlich viele Leute trifft, hat Volker Leicht, Vorsitzender des Fürther Gesangvereins, von einem Gast eine große, historische Ehrenurkunde von 1902 für seinen GV als Spende in Aussicht.
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