Gemeinderat

Weidhausen möchte eine Sicherheitswacht im Gemeindegebiet

In Weidhausen könnte bald eine Sicherheitswacht die Zusammenarbeit der Polizei und der Gemeinde unterstützen. Der Gemeinderat zeigt sich davon angetan.
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Ein Mitglied der Sicherheitswacht patrouilliert durch einen Ort.  Symbolbild: Archiv/Ralf Ruppert
Ein Mitglied der Sicherheitswacht patrouilliert durch einen Ort. Symbolbild: Archiv/Ralf Ruppert

In der Gemeinderatssitzung am Montagabend stellte Leiter der Polizeiinspektion Neustadt bei Coburg, Matthias Schuhbäck, dem Gremium die Arbeit der Sicherheitswacht und deren Befugnisse vor. "Nein, die Gemeinde Weidhausen hat kein Sicherheitsproblem", sagte Bürgermeister Markus Mönch, was auch der Leiter der Polizeiinspektion bestätigte. Schuhbäck sieht die Sicherheitswacht als Ergänzung und zeigte auf, dass beispielsweise die Einwohner in Rödental und Neustadt bei Coburg ein vermehrtes Sicherheitsgefühl durch deren Engagement hätten.

Es gab einige Informationen über die Sicherheitswachten: Insgesamt gibt es 122 Sicherheitswachten in Bayern. In 150 bayerischen Gemeinden sind 977 Sicherheitswachtangehörige tätig, davon sind 321 weiblich und 35 ausländische Mitbürger. Die Sicherheitswacht soll beispielsweise dem Vandalismus und der Straßenkriminalität entgegenwirken. Schließlich sei die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht alleine eine Angelegenheit der Polizei, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Schuhbäck.

Mit der freiwilligen und ehrenamtlichen Einbindung verantwortungsbewusster Bürger in das bayerische Sicherheitskonzept solle der zunehmenden Unkultur des Wegschauens entgegengetreten werden. Die Sicherheitswacht werde dort eingesetzt, wo die Bevölkerung sich selbst mehr ansprechbare Präsenz wünscht, beispielsweise in öffentlichen Parks oder bei lokalen Veranstaltungen im öffentlichen Bereich. Unter anderem sei die Sicherheitswacht mit Handsprechfunkgeräten ausgestattet, um bei verdächtigen Vorkommnissen den direkten Draht zur Polizei zu haben. "Die Streifen können so hinzugezogen werden, denn Sicherheitswachten sind und bleiben Privatbürger, die immer im gesicherten Bereich eingesetzt werden", so Schuhbäck.

Die Sicherheitswacht könne unter anderem Platzverweise aussprechen und sei als verlängerter Arm mit Augen und Ohren für die Polizei tätig. Hierfür würden die tätigen Mitbürger entsprechend ausgebildet und erhielten eine Pauschale von acht Euro pro Stunde für den persönlichen Aufwand. Auf die Kommunen entfielen keine Kosten.

Zusammenarbeit mit Sonnefeld vorstellbar

Gemeinderat Michael Werner, der selbst als Zivilstreife viele Jahre lang unterwegs war, begrüßte die Überlegung, eine Sicherheitswacht einzurichten, weil sie auch bei der Strafverfolgung guttun könne. "Mit der Sicherheitswacht können wir Schaden abwenden und präventiv tätig sein", zeigte sich Bürgermeister Mönch sicher. Er sagte, er könne sich gut vorstellen, hier auch mit der Nachbargemeinde Sonnefeld zusammenzuarbeiten.

Weitere Beschlüsse

Einstimmig beauftragte das Gremium den Landschaftspflegeverband Landkreis Lichtenfels mit der Koordinierung der Aufstellung eines Umsetzungskonzeptes am Biberbach gemäß den Maßgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Entsprechende Mittel sollen im Haushalt eingestellt werden. Heinrich Maisel vom Landschaftspflegeverband erklärte, dass der Biberbach ein "berichtspflichtiges" Gewässer sei, an dem ein guter Zustand erreicht werden solle. Der Biberbach wird, mit Schneybach und Weiherbach zu einem Flusswasserkörper zusammengefasst, als schlecht bewertet. Alle drei sind Gewässer dritter Ordnung, deren Unterhaltspflicht bei den anliegenden Kommunen liegt.

Weil die Bäche fünf Gemeinden durchfließen, ist eine Koordinierung der interkommunalen Zusammenarbeit notwendig. Vier haben bereits zugestimmt. Die Gesamtkosten belaufen sich für Weidhausen innerhalb der Projektlaufzeit von zwei Jahren auf 1496 Euro. Markus Mönch merkte an, dass zwar der Flusswasserkörper derzeit schlecht bewertet sei, die Wasserqualität des Biberbachs jedoch "top" sei.

Weidhausen sieht sich als Bildungsstandort gut aufgestellt

Gedanken zur Nachmittagsbetreuung von Schülern hat sich der Gemeinderat schon vor einiger Zeit gemacht, um sich konzeptionell, räumlich und personell besser und anders aufstellen zu können. Unter anderem war auch ein Neubau im Gespräch. Nun wurde ein Raum in der Pausenhalle vom Bauhof in Trockenbauweise hergestellt, der für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden kann.

Nachdem Diskrepanzen zwischen Buchungszeiten und Anwesenheit deutlich wurden, konnten die hohe Anzahl von Kindern relativiert werden. "Es gibt zwar Bedarf, die Zahlen sind aber nicht mehr so hoch", führte der Bürgermeister aus. Die Nachmittagsbetreuung könne in gewohnter Qualität auch weiterhin durchgeführt, das Bildungshaus und der Bildungsstandort könnten damit gestärkt werden.

"Dass wir hier in Weidhausen eine wahnsinnig gute Arbeit leisten, wird gehört. Mit der Entscheidung, Bildungshaus und Bildungsstandort zu sein, haben wir zukunftsweisende Entscheidungen getroffen", freute sich Mönch. Rund eine Dreiviertelmillion Euro hat Weidhausen als freiwillige Leistung in die Bildung investiert.

Ideen des pädagogischen Konzepts

Kirsten Wiersig, Leitung der Nachmittagsbetreuung, präsentierte den Gremiumsmitgliedern die Ideen des Teams zum pädagogischen Konzept. Deutlich wurde, dass die Nachmittagsbetreuung ein familienunterstützender Standort werden soll. Wiersig sieht gute Chancen, sich mit dem Konzept auch zertifizieren zu lassen. Für Mönch ist das Konzept ein Quantensprung in Sachen Attraktivität. Um die Buchungsgebühren anzupassen und Verlässlichkeit bei der Personalplanung zu haben, wird sich der Gemeinderat mit den möglichen Varianten beschäftigen. Diese sollen "Luftbuchungen" reduzieren. Das neue Buchungssystem wird den Eltern vorgestellt und könnte dann zum neuen Schuljahr umgesetzt werden.

Zweiter Bürgermeister Manfred Künzel sieht, dass dieses Konzept den Kindern zugutekommt und fragt sich, warum es immer noch 30 der 99 Kinder gibt, die dieses nicht nutzen. Bei der nächsten Eltern-Abfrage sollen die möglichen Gründe in Erfahrung gebracht werden.

Investition für Sanierung

Im Investitionsprogramm der Gemeinde sind für die Jahre 2018 bis 2022 für die Sanierung und dem Ausbau der Hall- und der Wiesenstraße eine Million Euro, Tendenz steigend, vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte der entsprechenden Ausschreibung der Planungsleistung zu. Markus Mönch regte an, eine baubegleitende Arbeitsgruppe einrichten. Im Rahmen der Bauleitplanung der Gemeinde wurde der Vorentwurf zur achten Änderung des Flächennutzungsplanes mit Erläuterungsbericht gebilligt. Ebenso der Vorentwurf für den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Nettomarkt" samt Begründung, Umweltbericht und der landschaftspflegerischen Maßnahmen.



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