Weidhausen bei Coburg
Widmung

Weidhausen benennt neuen Steg nach Gerold Schlosser

Zu Ehren des verstorbenen Weidhäusers Gerold Schlosser benennt die Gemeinde die neue Bieberbachbrücke nach ihm.
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Die offizielle Widmung des Stegs konnte Bürgermeister Markus Mönch (Mitte, rechts) im Beisein von Gudrun Schlosser, der Witwe des Verstorbenen, sowie dessen Sohn Stefan und Enkelin Philine vornehmen. Foto: Alexandra Kemnitzer
Die offizielle Widmung des Stegs konnte Bürgermeister Markus Mönch (Mitte, rechts) im Beisein von Gudrun Schlosser, der Witwe des Verstorbenen, sowie dessen Sohn Stefan und Enkelin Philine vornehmen. Foto: Alexandra Kemnitzer
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Die neu gebaute Brücke, die Weidhausen über den Bieberbach führt, heißt seit Donnerstag "Gerold-Schlosser-Steg". Damit würdigt die Gemeinde die Verdienste des am 8. Juli 2018 verstorbenen Weidhäusers. Mit diesem ehrenden Andenken werden ihn auch die nachfolgenden Generationen im Gedächtnis behalten. "Besser und treffender hätten wir Gerold Schlosser nicht würdigen können", ist sich Bürgermeister Markus Mönch sicher, denn am 8. August hätte der naturverbundene Weidhäuser seinen 78. Geburtstag gefeiert.

Da sich Gerold Schlosser in vielen Bereichen verdient gemacht hat, waren sich die Fraktionssprecher schnell einig. Sie fanden die Widmung der Brücke als passend, denn Schlosser hätte sie sicherlich gefallen. Dies sieht auch die Witwe Gudrun Schlosser so: "Gerold schaut heute von oben zu und freut sich ganz bestimmt", sagte sie.

Ein wahres Schmuckstück

Für die massive Holzbrücke wurden rund 600 Euro an Materialkosten von der Gemeinde aufgewendet. In Eigenleistung führte das Team des Gemeindebauhofs die Arbeiten aus und stellte die massive Brücke auf. Der Gerold-Schlosser-Steg ist ein wahres Schmuckstück, von dem aus Spaziergänger oder Wanderer den Bieberbach bequem überqueren und zugleich dem Bachlauf oder dem Vogelzwitschern lauschen können.

Markus Mönch zeichnete das Engagement von Schlosser anhand ein paar kleiner und amüsanter Anekdoten nach, da Stefan Schlosser, der Sohn des Verstorbenen, ein Freund aus Schulzeiten ist. "Ich habe vieles von Gerold gelernt und mit ihm einige Geschichten, die ich nicht vergessen werde", erzählte das Gemeindeoberhaupt. Beispielsweise fuhren die beiden Jungs mit ihren Vätern nach Watzendorf, um dort im Glockenturm einen Schleiereulenkasten anzubringen. Als dann die Glocken das Läuten begannen, wackelte der ganze Turm, was den Jungs nicht ganz geheuer war.

Tafel mit Erläuterungen

Neben der Brücke wurde auch eine Tafel aufgestellt, die einen Einblick in die Verdienste des Verstorbenen gibt. Unter anderem steht dort zu lesen: "Gerold Schlosser hat sich gleichermaßen um die Gemeinde Weidhausen und den Naturschutz verdient gemacht. Über Jahrzehnte hinweg gehörte er dem Beirat des Kreisverbands Coburg für Gartenbau und Landespflege an und fungierte als Vorsitzender der Gruppe der Region Ost, der 13 Obst- und Gartenbauvereine angegliedert sind. Darüber hinaus war der Weidhäuser Mitglied im Naturschutzbeirat des Landkreises Coburg und engagierte sich als stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Coburg im Landesbund für Vogelschutz (LBV). Gerold Schlosser war auch Koordinator und Leiter der Arbeitsgruppe Eulenschutz Coburg im LBV. Sein Leben galt dem Schutz von Fauna und Flora. Mit seinem unermüdlichen Einsatz hat er sein Fachwissen in der Natur eingesetzt. In unzähligen Vorträgen gab er dies auch an seine Mitmenschen weiter. Als Eulenspezialist war der Verstorbene weit über die Grenzen des Landkreises Coburg hinaus bekannt. Er widmete sich dem Schutz und dem Erhalt der einmaligen Umwelt sowie der Chronik der Gemeinde Weidhausen. Über Jahrzehnte hinweg sammelte Gerold Schlosser tausende Bilder, durch die die Geschichte der Gemeinde und deren Ortsteilen lebendig erzählt wurde. In Ausstellungen erhielten die Besucher stets einen anschaulichen Einblick wie die Vorfahren und Ahnen in früheren Zeiten lebten. Das Sammeln, Aufbereiten, Beschriften und Verwahren der Bilder hätte die Gemeinde in diesem Umfang nicht stemmen können. Gerold Schlosser wurde in Dresden geboren und wohnte als Fünfjähriger mit seiner Mutter in dem kleinen Ort Müglitz, im sächsisch/tschechischen Grenzgebiet. Nach der Vertreibung kam er im Mai 1946 nach Trübenbach, bevor sich die Familie Schlosser in Weidhausen niederließ."

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