Ebersdorf
Feuerwehr

Was machen die Maskenmänner im Ebersdorfer Aldi-Markt?

Der Ebersdorfer Aldi-Markt hat seltsamen Besuch bekommen: Atemschutzgeräteträger haben ausprobiert, wie es sich in voller Einsatzkleidung einkaufen lässt.
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Die Kirchweihübung der Ebersdorfer Feuerwehr führte die Atemschutzgeräteträger in den Aldi-Markt - eine Überraschung, die bei allen Beteiligten gut ankam. - Foto: Alexandra Kemnitzer
Die Kirchweihübung der Ebersdorfer Feuerwehr führte die Atemschutzgeräteträger in den Aldi-Markt - eine Überraschung, die bei allen Beteiligten gut ankam. - Foto: Alexandra Kemnitzer
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Ganz schön gestaunt haben am Kirchweihfreitag die Kunden in der der Aldi-Filiale: Plötzlich kamen Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr angerückt, schnappten sich in voller Ausrüstung jeweils einen Einkaufswagen und marschierten los. Sie liefen durch die Regalreihen, kauften ein, gaben Leergut zurück, kassierten Kunden ab und halfen am Kassenband beim Einräumen der Waren. Die Aktion kam bei Kunden und dem Team des Marktes bestens an.

"Sicherlich wird durch diese Aktion nicht sofort ein Mitgliederboom ausgelöst. Aber steter Tropfen höhlt den Stein", hoffte Kreisbrandinspektor Stefan Zapf, der sich gemeinsam mit Kreisbrandmeister Jochen Mann die Übung anschaute. Mit solchen Aktionen könne die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gewonnen. Weil über eine ähnliche Aktion in einer Fachzeitschrift berichtet wurde, kam Christian Gollan, der bei der Ebersdorfer Wehr Atemschutzgeräteträger ist, auf die Idee. "In Franken oder Thüringen kenne ich nichts Vergleichbares", führte Gollan aus. Weil aber jeder schon mal irgendwo einen "normalen" Feuerwehrmann gesehen hat, wäre der Aktion in Ebersdorf wohl nicht die Aufmerksamkeit beschieden gewesen wie nun mit den Atemschutzgeräteträgern. Und das war so: Während normal an einem Freitagabend in der Filiale eine wahrnehme Geräuschkulisse herrscht, war diesmal eine fast anmutige Stille zu vernehmen, als sich die Atemschützer auf ihre Shoppingtour begaben. Lesen Sie hier, welcher außergewöhnliche Gast bei der Ebersdorfer Kirchweih war Für die Dienstleistenden war die Aktion eine bestens geeignete Übung, denn sie trainierten ihre Motorik mit der schweren Ausrüstung. Auch wenn das Equipment die normalen Bewegungsabläufe hemmt, müssen die Aktiven damit umgehen können. "Im Einsatzfall hat so ein Geräteträger am Körper Schutzkleidung und Ausrüstung von bis zu 40 Kilogramm mit sich zu führen und muss dennoch schnellstens Personen retten", erklärte Christian Gollan.

Durch die Atemschutzmasken ist beispielsweise die Sicht eingeschränkt. Eine hervorragende Übung war da, in voller Montur zerbrechliche Verpackungen aus dem Regal zu nehmen, den Pfandautomaten mit Leergut zu bestücken oder beim Kassieren zu helfen. Marina Friedl, die sonst an der Kasse sitzt, stellte den beiden Atemschutzgeräteträgern ein hervorragendes Zeugnis aus: "Beide haben sich sehr gut angestellt. Trotz der Handschuhe gab es nur kleine Schwierigkeiten, aber keine Stornos."

Die Geräteträger bekamen per Funk mitgeteilt, was in ihrem Wagen wandern sollte. So wurde auch der Funkbetrieb geübt. Unter der Atemschutzmaske ist die Verständigung durch die schlechte Akustik beim Sprechen um einiges schwieriger als normal. Während der Tour wurde aber auch die Atemschutzüberwachung wie im Einsatz erprobt. Die Führungskräfte bekamen angezeigt, wo sich der Atemschutzgeräteträger im Gebäude befand oder wie lange er noch im Gebäudeinnern hätte bleiben können. Je nach Flaschengröße und persönlichem Bedarf reicht der Luftvorrat zwischen 30 und 60 Minuten. Immer wieder bekamen die Atemschutzgeräteträger zusätzliche Aufgaben: Sie mussten etwa den heißesten oder kältesten Punkt im Markt mit der Wärmebildkamera suchen, Temperaturen an die Einsatzleitung melden oder das Verfallsdatum von bestimmten Lebensmitteln per Funk übermitteln.

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Besonders gut kamen die außergewöhnlichen "Aushilfen" an der Kasse an, denn die Hilfe beim Einräumen der Waren vom Kassenband in den Einkaufswagen nahmen ausnahmslos alle Kunden in Anspruch. "Das ist eine sehr coole Sache", sagte Susanne Kaiser, die bei ihrem Einkauf anfänglich davon ausgegangen war, dass im Markt entweder etwas passiert sein musste oder es sich um eine Übung handelte. Den Dienstleistenden zollte sie Anerkennung, da auch ihr nicht verborgen blieb, wie anstrengend diese Aktion für die Geräteträger war.

Weil der Ebersdorfer Aldi-Filialleiter Alexander Grimm selbst passives Mitglied der Feuerwehr Oberfüllbach ist, stand er dieser besonderen Übung gleich offen gegenüber: "Diese Aktion ist auch eine realistische Übung". In der Filiale gibt es eine CO2-Anlage, die durchaus auch einen Einsatz der Feuerwehr erfordern könnte. Das Ziel, den Feuerwehrdienst mit der "Einkaufstour" positiv in der Öffentlichkeit darzustellen, sei den Aktiven "auf jeden Fall" gelungen.

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