Kinderbetreuung

Warum in Weidhausen alles für einen neuen Kinderhort spricht

Der Platz für die Nachmittagsbetreuung der Gemeinde Weidhausen (Landkreis Coburg) reicht hinten und vorne nicht aus. Da muss wohl ein Neubau her.
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Da draußen  wäre Platz für den Kinderhort.     Bürgermeister  Markus Mönch ist überzeugt davon, dass  der Gemeinderat am Montag den Weg für einen Neubau freimachen wird.Berthold Köhler
Da draußen wäre Platz für den Kinderhort. Bürgermeister Markus Mönch ist überzeugt davon, dass der Gemeinderat am Montag den Weg für einen Neubau freimachen wird.Berthold Köhler
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Die Gemeinde steht kurz davor, ihr Angebot bei der Kinderbetreuung entscheidend zu erweitern. Voraussichtlich bereits bei der Sitzung am kommenden Montag (19 Uhr; Feuerwehrgerätehaus) kann der Gemeinderat mit einer offiziellen Bedarfsanerkennung die Basis dafür legen, dass schon bald ein Kinderhort neben der Schule gebaut wird. Das hat Bürgermeister Markus Mönch (parteilos) auf Anfrage bestätigt.

Grundlage für die Hortbaupläne ist ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss vom Juli: Mit ihm bekam die Verwaltung den Auftrag, bei den Eltern im Gemeindegebiet den künftigen Bedarf bei der Nachmittagsbetreuung abzufragen. Das Ergebnis überraschte sogar die Verwaltung ein Stück weit, berichtet der Bürgermeister: "70 Prozent der Kinder sind für heuer angemeldet worden." Das heißt: Schon im kommenden Schuljahr braucht die (verlängerte) Nachmittagsbetreuung 69 Plätze.

Räume sind zu klein

Mit ihrem Interesse an der Nachmittagsbetreuung haben die Weidhäuser auch bei der Regierung von Oberfranken Eindruck gemacht. 362 Fragebögen schickte Christoph Hohlweg von der Gemeindeverwaltung an die Eltern hinaus, 143 kamen zurück - eine Quote von gut 40 Prozent. "Sehr, sehr gut", hat man Hohlweg daraufhin bei der Regierung versichert, sei dieser Wert.

Der Bürgermeister will das derzeitige Angebot der Nachmittagsbetreuung gewiss nicht schlechtreden, aber er sagt: "Die Räume sind gut, aber viel zu klein." Deshalb erwartet er vom geplanten Hort einen deutlichen Schritt nach vorne. "Wir brauchen da eine ganz neue Konzeption" - mit diesen Worten gibt Markus Mönch den Weg für den Bau und Betrieb der künftigen Kindertageseinrichtung vor. Klar ist: Weil sich in Weidhausen "nur" noch eine Grundschule befindet, würde ein auf 75 Kinder ausgelegter Hort nur die Altersgruppe zwischen sechs und zehn Jahren betreffen. "Der Rest", ergänzt Christoph Hohlweg, "wird woanders betreut". Meist bei den weiterführenden Schulen.

Wie hoch sind die Kosten?

Noch sind vor dem Bau eines Kinderhorts viele Schritte zu gehen. Darauf verweist Markus Mönch ausdrücklich und nennt als nächsten Meilenstein die förmliche Anerkennung von 75 Hort-Plätzen durch den Gemeinderat. Die steht am Montag auf der Tagesordnung, finanzielle Details wird es da noch nicht geben. "Die Kosten wird ein Architekt ermitteln und dem Gemeinderat vermutlich in der Oktobersitzung präsentieren", erklärt der Bürgermeister.

Garantien gibt es keine

Aber die grobe Richtung kann man auch so erkennen. Ein neuer Kinderhort mit 75 Plätzen würde entsprechend dem vorgeschriebenen Raumprogramm auf eine Fläche von rund 400 Quadratmetern kommen. Nimmt man bei diesem fixen Ausgangswert die aktuellen Baupreise dazu, kommt ein Investitionsvolumen von irgendwas rund um 900 000 Euro heraus. Allerdings bereitet die Entwicklung auf dem überhitzten Baumarkt Christoph Hohlweg eine gewisse Sorge: "Wir können heute noch keine Garantie geben, bei welcher Summe wir am Ende landen werden." Nicht viel anders schaut es beim Zeitplan aus, weil der ja direkt von der Verfügbarkeit der Baufirmen abhängt. Sollte der Bau zu Jahresbeginn 2020 fertig werden, wären Markus Mönch und Christoph Hohlweg wohl schon froh.

Bei der Frage, an welchem Platz der neue Kinderhort landen wird, kann der Bürgermeister schon konkreter werden: Er öffnet ein Fenster im Untergeschoss des Schulgebäudes, zeigt nach draußen und sagt: "Da!" Da - da liegt der Allwetterplatz, über den der Gemeinderat ja erst heuer erfahren hat, dass er ohnehin in seinem jetzigen Zustand völlig unbrauchbar ist. Neues Gebäude, neue Bezeichnung, neues Konzept - und doch, das versichert der Bürgermeister, muss das jetzige Team der Nachmittagsbetreuung keine Sorge beim Blick in die Zukunft haben.

Und noch eine Erweiterung

Es stehe außer Frage, dass ein Kinderhort für 75 Plätze vom Personal her ganz anders aufgestellt sein müsse. Mit "mindestens anderthalb Stellen mehr", rechnet Markus Mönch. Denn bei der Qualität der pädagogischen Arbeit werde es keine Abstriche geben, versichert der Bürgermeister: "Für die Kinder und die Eltern wird sich in diesem Punkt nichts ändern."

Aufgrund der großen Nachfrage wird die Gemeinde das Angebot an Krippenplätzen im Kindergarten "Oase" erweitern. Ab dem 1. September 2019 soll es eine zweite Krippengruppe geben, die voraussichtlich im derzeit noch genutzten Werkraum der Schule untergebracht wird. Bei der Finanzierung kann die Gemeinde im Idealfall mit staatlichen Zuschüssen von über 80 Prozent rechnen.



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