Ebersdorf
Sperrung

Warum in Ebersdorf ein Verkehrsschild auf polnisch steht

Aufgrund von Bauarbeiten ist die Garnstadter Straße in Ebersdorf bei Coburg seit dem Herbst gesperrt. Problem: Das interessiert viele Lkw-Fahrer nicht.
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Wer lesen kann, hat's leichter im Leben. Als Lkw-Fahrer in Ebersdorf bei Coburg noch mehr als anderswo. - Foto: Berthold Köhler
Wer lesen kann, hat's leichter im Leben. Als Lkw-Fahrer in Ebersdorf bei Coburg noch mehr als anderswo. - Foto: Berthold Köhler

Bei einer Ortsbesichtigung auf der Baustelle dauert es nicht lange, bis Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG) laut aufstöhnt, auf die andere Straßenseite zeigt und schimpft: "Da! Schon wieder einer." Schon wieder ein Lkw, der sämtliche Hinweisschilder auf den gesperrten Bahnübergang ignoriert hat und jetzt mühevoll über das Gelände der Firma Caruso (die zur Freude des Bürgermeisters ein bisschen Platz freihält) eine Wende fabriziert.

Stefan Hengel vom Bauamt der Gemeinde ist manchmal schon so weit, die Hoffnung aufzugeben. Denn mehr als das riesige Schild - in Zusammenarbeit mit der Firma Schumacher auch noch extra ins Polnische übersetzt - können sie in der Garnstadter Straße wirklich nicht aufstellen. Und doch: Ein Lastwagen nach dem anderen, meist Zulieferer für den Ebersdorfer Verpackungsspezialisten, strandet in der Baustelle. Bernd Reisenweber kann sich die Probleme mit nur veralteten Navigationsgeräten der Lkw erklären: "Denn mit der CO 13 hat die Firma Schumacher jetzt wirklich eine Top-Zufahrt."

Birkleite ist bald wieder frei

Wenigstens wird die Situation bald aus der anderen Fahrtrichtung (von Großgarnstadt) besser. "Noch im Juni" rechnet Hengels Bauamtskollege Patrick Vogt damit, dass die Baustelle an der Ecke Garnstadter Straße/Birkleite abgeschlossen und an den Kreisverkehr Richtung Großgarnstadt angebunden ist. Dann gibt es endlich eine leistungsfähige Verbindung von der Ortsmitte Richtung Norden. Vier Bauabschnitte lang ist dafür gebaut worden, knapp 1,7 Millionen Euro hat das Gesamtpaket gekostet. "Damit", freut sich der Bürgermeister, "ist die schlimmste Straße, die wir hatten, endlich Geschichte."

Was jetzt als nächstes an der Reihe wäre, steht für Bernd Reisenweber außer Frage: die Sanierung der Zeickhorner Straße. Aber bis diese in Angriff genommen werden kann, wird es noch ein bisschen dauern. "Es ist insbesondere eine finanzielle Frage", sagt der Bürgermeister und verweist auf die heftig gesunkenen Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde. Da könne man bei teuren Straßensanierungen nur noch "einen Schritt nach dem anderen" gehen.

Wo in der Garnstadter Straße bald mehrere Millionen Euro verbaut werden, lesen Sie hier auf inFranken.dePLUS.

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