Gemünda
Straßenbau

Warum das Straßenbauen in Coburg immer schwieriger wird

Beim Neubau der Brücke über die Rodach bei Gemünda (Landkreis Coburg) gab es keine Probleme mit Grundstückseigentümern. Das ist inzwischen die Ausnahme.
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Julian aus Gemünda war sichtlich stolz, dass er bei der Freigabe der  Rodachbrücke für die Kreisstraße CO 19 in Gemünda mit dabei sein durfte. - Foto: Berthold Köhler
Julian aus Gemünda war sichtlich stolz, dass er bei der Freigabe der Rodachbrücke für die Kreisstraße CO 19 in Gemünda mit dabei sein durfte. - Foto: Berthold Köhler
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Eine Sache war Landrat Sebastian Straubel (CSU/Landvolk) bei der Freigabe der neu gebauten Brücke über die Rodach eine besondere Erwähnung wert: "Die Kooperationsbereitschaft der Anlieger, die Grund zur Verfügung gestellt haben, damit diese Baumaßnahme realisiert werden konnte." Denn so ein gutes Miteinander sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, betonte Straubel. So droht der Ausbau der maroden Kreisstraße CO25 von Seßlach hoch Richtung Watzendorf zu scheitern, weil einige Anlieger keinen Grund hergeben wollen.

Mit 335 Fahrzeugen pro Tag hat die Kreisstraße von Gemünda Richtung Ummerstadt zwar eine vergleichsweise überschaubare Verkehrsbelastung, ist aber als Ausweichstrecke bei Problemen oder Sperrungen auf der Bundesstraße 303 von Bedeutung. Und symbolisch auch, ergänzte der Seßlacher Bürgermeister, Maximilian Neeb (Freie Wähler): "Sie verbindet schließlich Bayern und Thüringen." Deshalb zeigte sich Neeb auch froh, dass der im Frühjahr begonnene Brückenneubau am Ende doch recht reibungslos über die Bühne ging.

Lesen Sie hier, welches Bauprojekt am Widerstand der Anlieger zu scheitern droht

In ihrer alten Version war die Kreisstraßenbrücke ein bisschen aus der Zeit gefallen: aus Sicherheitsgründen für Fahrzeuge mit einem Gewicht von über zwölf Tonnen gesperrt, mit 4,50 Metern zu schmal für Begegnungsverkehr. Deshalb fiel im Kreisbauausschuss vergangenes Jahr die Entscheidung, die Brücke an der Kreisstraße CO19 mit einem Aufwand von 770000 Euro auszubauen, los ging's heuer im Frühjahr. Weil diese Maßnahme eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit darstellt, fließen auch satte Zuschüsse: insgesamt 610000 Euro. Die neue Brücke ist sechs Meter breit und für eine Belastung von bis zu 60 Tonnen ausgelegt.

2021 geht es weiter

Mit der Genehmigung der finanziellen Unterstützung verband die Regierung von Oberfranken aber eine klare Ansage: Wenn schon die Rodachbrücke saniert werden soll, muss auch die Kreckbrücke ortseinwärts ausgebaut werden, das Straßenstück dazwischen ebenso. Gesagt, getan, versicherte der Landrat: "Den Ersatzneubau der Kreisbrücke hat der Landkreis bereits ins Investitionsprogramm für das Jahr 2021 mit aufgenommen."

Pendler, die heute in den Morgenstunden im westlichen Landkreis unterwegs sind, brauchen sich nicht wundern, wenn die Schilder für die großräumige Umleitung noch am Straßenrand stehen - sie werden erst im Laufe des Tages entfernt. Die Absperrung direkt an der Baustelle nahmen sich Sebastian Straubel und Maximilian Neeb aber schon am Donnerstag mal höchstpersönlich vor.

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