Ebersdorf
Oberfranken

"Nicht nach Navi fahren!": Darum warnt die Polizei auf der A73 mit diesem Schild

Ein ungewöhnliches Schild steht an der A73 bei Ebersdorf bei Coburg. Das hat seine Gründe - und hat wohl schon jetzt einen positiven Effekt.
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Weil bislang noch nicht alle Anbieter von Navigationsgeräten  die Umstellungen an der Anschlussstelle Ebersdorf in ihre Karten aufgenommen haben, weist  das Staatliche Bauamt jetzt mit  großen Anzeigetafeln die Verkehrsteilnehmer  darauf hin, dass sie jetzt nach rechts Richtung Coburg  auf die Autobahn abbiegen müssen.Berthold Köhler
Weil bislang noch nicht alle Anbieter von Navigationsgeräten die Umstellungen an der Anschlussstelle Ebersdorf in ihre Karten aufgenommen haben, weist das Staatliche Bauamt jetzt mit großen Anzeigetafeln die Verkehrsteilnehmer darauf hin, dass sie jetzt nach rechts Richtung Coburg auf die Autobahn abbiegen müssen.Berthold Köhler
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Den Erfolg ihrer Neubeschilderung an der Bundesautobahn A73 können Jens Laußmann und Günter Engelhardt vom Staatlichen Bauamt und Stefan Probst von der Coburger Polizei am Mittwoch live verfolgen. Ein dauerhaftes Rotlicht und Einbahnstraßenschilder samt Blinkleuchten halten einen Lkw-Fahrer mit Lübecker Kennzeichen gerade noch davon ab, von der Bundesstraße 303 falsch auf die Autobahn aufzufahren. Vermutlich hatte den Brummi-Fahrer sein Navigationssystem zum Linksabbiegen veranlasst.


"Nicht nach Navi fahren!"



Die Navigationssysteme sind die Hauptursache, warum es an der Anschlussstelle Ebersdorf seit Dezember immer wieder zu Problemen kommt. "Fünf Unfälle auf der Bundesstraße 303 und zwei Geisterfahrer, die länger auf der Autobahn unterwegs waren", berichtet Polizei-Pressesprecher Stefan Probst aus der Statistik. Das ist natürlich zu viel, ergänzt Jens Laußmann und räumt ein: "Wir stehen in der Verantwortung und mussten auf die Ereignisse reagieren."

Es ist ein ganzes Paket an Maßnahmen, die das Staatliche Bauamt in enger Absprache mit allen anderen Behörden umgesetzt hat. So leuchtet jetzt allen Verkehrsteilnehmern, die irrtümlicher Weise aus Richtung Kronach links (wie früher) Richtung Coburg auf die Autobahn fahren wollen, ein Rotlicht entgegen. "Rote Ampel sind das wirksamste Signal", weiß Günter Engelhardt, der von Anfang an der nicht einfachen Umgestaltung der Anschlussstelle beteiligt war. Dazu kommen zwei, in ein paar Tagen sogar drei, extra beleuchtete Schilder, die auf eine Einbahnstraße hinweisen. "Nicht ganz konventionell, aber in seiner Gesamtheit schlüssig", sagt der Baurat, sei dieser Aufwand. Und er scheint sich zu lohnen. "Seit Anfang des Monats hat sich die Situation hier deutlich entspannt", versichert Stefan Probst.

Die Bundesstraße 303 ist auf Höhe von Ebersdorf eine der verkehrsreichsten Ecken des Coburger Landes. Knapp 14 000 Fahrzeuge sind dort binnen 24 Stunden unterwegs, zwei Drittel davon fahren nach den Erkenntnissen des Staatlichen Bauamtes geradeaus weiter Richtung Coburg. Deshalb haben Günter Engelhardt und seine Kollegen jetzt die Verkehrsführung insofern geändert, dass die Fahrspur aus Richtung Kronach nach links verschwenkt ist. So müssen die Autos, die auf der B 303 weiterfahren wollen, nicht mehr die Spur wechseln.


Nicht überraschende Probleme


Im Rückblick nicht so ganz überraschend sind für alle Beteiligten die Schwierigkeiten mit der Fahrbahnmarkierung gekommen. Günter Engelhardt verweist auf die grundsätzlich problematische Jahreszeit sowie den Zeitdruck Ende 2017, als mit der Freigabe der Ebersdorfer Umgehung (CO 13 neu) völlig neue Verkehrsströme an der Anschlussstelle Ebersdorf entstanden. Am Ende konstatieren alle Beteiligten, dass die Mischung aus weißen (alten) und gelben (neuen) Markierungen nur schwer zu durchschauen ist. Aber es geht auch anders, rät Jens Laußmann, blickt nach oben und sagt: "Wer auf die Schilder schaut, sieht, wo er hinfahren muss." Just in dem Moment fährt dann auch der Lkw aus Lübeck vorbei und findet im zweiten Anlauf den richtigen Weg auf die Rechtsabbiegerspur Richtung A 73/Suhl/Erfurt.

Das Markierungskuddelmuddel wird den Verkehrsteilnehmern noch ein paar Wochen erhalten bleiben. Aber dann gibt es den großen Wurf: Vermutlich in der letzten Märzwoche wird das Staatliche Bauamt damit beginnen, die Fahrbahn vom Ebersdorfer Kreisel bis kurz hinter die Zeickhorner Kreuzung auf gut einem Kilometer Länge zu erneuern. Klar, dass danach die Markierung nur noch einfarbig und damit übersichtlich sein wird. Einen genauen Zeitplan will Jens Laußmann für diese Arbeiten sicherheitshalber noch nicht abgeben. Der Servicestellenleiter rechnet mit "rund vier Wochen", warnt aber gleich: "Die Sache ist sehr zeitaufwendig und wetterabhängig." Komplett fertig - dann auch wieder mit der Möglichkeit, aus Fahrtrichtung Grub am Forst direkt auf die A 73 Richtung Norden einzubiegen - dürfte die dann für rund zweieinhalb Millionen Euro umgestaltete Anschlussstelle Mitte des Jahres sein. "Und so", verspricht Jens Laußmann, "wird am Ende hier auch noch alles gut". Bis dahin werden alle die Warn- und Hinweisschilder aber erst einmal stehenbleiben.
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