Coburg
Baumaßnahme

Wann wird das Coburger Landestheater generalsaniert?

Noch immer lässt die Finanzierungsvereinbarung für die dringend nötigen Baumaßnahmen am Musentempel in Coburg auf sich warten. Auch nach einem Gespräch in München hat OB Kastner wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung.
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Fahne des Freistaats Bayern und der Stadt Coburg vor dem Landestheater Foto: Archiv/Jochen Berger
Fahne des Freistaats Bayern und der Stadt Coburg vor dem Landestheater Foto: Archiv/Jochen Berger
Vor dem Landestheater wehen gewöhnlich in scheinbar schönster Eintracht die Fahnen des Freistaats Bayern und der Stadt Coburg nebeneinander. Doch das Bild trügt. Denn beim Thema Landestheater gibt es höchst unterschiedliche Auffassungen, wenn es um das Geld geht. Wann beginnt endlich die Generalsanierung, über die seit vielen Jahren geredet wird?

Über die prinzipielle Notwendigkeit sind sich Stadt und Staat zwar längst einig. Sogar einen (freilich noch undotierten) Haushaltstitel im Etat des Freistaats gibt es seit April 2011. Doch ansonsten stehen sich noch immer zum Teil extrem unterschiedliche Auffassungen gegenüber bezüglich des notwendigen Umfangs der Maßnahme.

Einmaliger Zuschuss

Die Positionen sind klar. Sanierung im Bestand ist die Formel in München unter Verweis auf den bestehenden Staatsvertrag.
Stadt und Theater dagegen fordern mit Nachdruck Erweiterungsbauten, um den Musentempel fit zu machen für die Zukunft. Vom nach wie vor fehlenden ebenerdig zu erreichenden Abonnentenbüro bis zu einem Probensaal für das Orchester, der heutigen Anforderungen genügt, reicht die Bedarfsliste.

Wird Coburgs scheidender Oberbürgermeister Norbert Kastner justament auf der Zielgeraden seiner Amtszeit noch eine konkrete Vereinbarung zur Generalsanierung vorweisen können? Kastner selbst ist nach den bisherigen Gesprächen eher skeptisch. Mit Bürgermeister und SPD-OB-Kandidaten Norbert Tessmer war Kastner inzwischen zwar schon bei Staatssekretär Bernd Sibler im Ministerium für Bildung, und Kultur, Wissenschaft und Kunst in München.

Doch konkrete, mit Zahlen zu hinterlegende Ergebnisse hat dieses Treffen nach Kastners eigener Aussage nicht gebracht. Hektik hält Kastner gleichwohl noch immer nicht für die richtige Strategie - auch nicht im Hinblick auf die Folgen des Wasserschadens von Ende Oktober.

Hierzu gibt es zwar eine Zusage Siblers, der Freistaat werde einen einmaligen Zuschuss gewähren, um zumindest Teile des entstandenen Einnahmeausfalls zu decken. Doch die endgültige Höhe dieser Ausfälle lässt sich noch immer nicht beziffern, weil Abonnenten noch bis Ende März Gelegenheit haben, die Karten für ausgefallene Vorstellungen umzutauschen oder sich erstatten zu lassen, wie Judith Wollstädter erläutert, Kaufmännische Direktorin des Landestheaters. Allerdings liegt, so Kastner, jetzt zumindest eine vorläufige erste Aufstellung der Einnahmeausfälle vor.

Immerhin soll bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses am 7. März der Etat des Landestheaters dieser besonderen Situation angepasst werden und der Wasserschaden mit seinen finanziellen Folgen entsprechend berücksichtigt werden.

Heike kontra Müller

Unterdessen droht das Theater zum Wahlkampfthema zu werden bei den anstehenden Kommunalwahlen. Während Christian Müller, OB-Kandidat der Christlich-Sozialen Bürger (CSB) vollmundig davon spricht, Druck in München machen zu wollen, schießt CSU-Landtagsabgeordneter Jürgen W. Heike, der zugleich Mitglied im Verwaltungsausschuss des Landestheaters ist, vehement gegen den politischen Kontrahenten.

In seiner jüngsten Pressemitteilung fordert Heike dabei Müller und den CSB-Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann auf, die Hausaufgaben zu machen. Pikant dabei: Heike stellt seine Attacke Richtung CSB unter das Motto "Das Landestheater ist kein Wahlkampfthema".

Dass Heike im Eifer dieses verbalen Gefechts die Kaufmännische Direktorin zur Verwaltungsdirektorin macht - scheinbar Nebensache in einem Disput, der freilich nicht zur Lasten des Landestheaters ausgetragen werden sollte. "Wenn wir mit der Generalsanierung des Theaters erfolgreich sein wollen, brauchen wir alle gemeinsam in einem Boot und keine Konfrontation", schreibt Heike.

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