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Coburg
"Ersatzfelsen"

Wanderfalken in Coburg: Als Taubenjäger beliebte Gäste

Wanderfalken brüten in diesen Tagen in der Coburger Morizkirche. Aktuell ist eine besonders spannende Phase zu beobachten.
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Wanderfalken haben die Coburger Morizkirche als "Ersatzfelsen" und als Brutstätte angenommen.LBV
Wanderfalken haben die Coburger Morizkirche als "Ersatzfelsen" und als Brutstätte angenommen.LBV

Die beiden jungen Wanderfalken, die schätzungsweise fünf Wochen alt seien, befänden sich kurz vor dem Ausfliegen und genössen schon das Sonnenbad auf dem Abflugbrett vor ihrem Domizil im Kirchturm der Morizkirche. Die Altvögel jagen laut Bernd Leuthäusser, Jugendbeauftragter des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Coburg, im direkten Umkreis der Stadt vorwiegend Tauben und sorgten dafür, dass der Nachwuchs bald stark genug für den ersten Flug ist. Die Verantwortlichen beim LBV Coburg sind stolz auf das vierte Jahr hintereinander, in dem die Coburger Falken erfolgreich Nachwuchs zeugen.

Der Wanderfalke ist nach Angaben von Leuthäusser ein sehr bemerkenswerter Bewohner der Coburger Altstadt. Die Art sei in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nur knapp ihrer Ausrottung entgangen.

Brutplatz im urbanen Raum

Ursache sei der weltweit verbreitete Einsatz des Insektizides DDT gewesen, das der Wanderfalke, am Ende der Nahrungskette stehend, in hohen Konzentrationen aufgenommen habe. Ein weitreichendes Verbot von DDT und strenge Unterschutzstellung der Vögel hätten es der Wanderfalkenpopulation ermöglicht, sich im Laufe der Jahrzehnte wieder zu erholen. Die Art sei nach wie vor streng geschützt.

Wanderfalken seien in unserer Region ausgesprochene Felsbrüter, ausnahmsweise würden aber auch "Ersatzfelsen" angenommen: mit Nistkästen versehene, hoch aufragende Gebäude könnten den schnellen Jägern der Lüfte als Brutplatz im urbanen Raum dienen. Der auf Vogeljagd spezialisierte Greifvogel sei ein gern gesehener Gast im Umfeld der häufig von Tauben überbevölkerten Altstädte. Durchschnittlich zwei bis vier Eier würden von beiden Elternvögeln bebrütet.

In Coburg seien in diesem Jahr aus vier gelegten Eiern zwei Jungvögel entstanden.red