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Coburg
Studiengebühren

Volksbegehren: Die Hälfte ist geschafft

Noch bis nächsten Mittwoch läuft die Eintragungsfrist für das Volksbegehren gegen Studiengebühren in Bayern. In Stadt und Landkreis Coburg haben bis Mittwoch gut fünf Prozent der Wahlberechtigten unterschrieben. Das sorgt bei den Unterstützern für gute Stimmung.
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Sie trommeln weiter fürs Volksbegehren (von links): Martina Benzel-Weyh (Grüne), Bernd Fischer (Piraten), Isabel Zosig (SPD), Edmund Ott (SPD) und Franziska Bartl (SPD, Jusos)
Sie trommeln weiter fürs Volksbegehren (von links): Martina Benzel-Weyh (Grüne), Bernd Fischer (Piraten), Isabel Zosig (SPD), Edmund Ott (SPD) und Franziska Bartl (SPD, Jusos)

Vertreter von Grünen, Piraten und SPD geben sich zuversichtlich, dass die Zehn-Prozent-Hürde in Bayern gemeistert werden kann. Einen richtigen"Plan B" für den Fall, dass es schiefgeht, gibt es nämlich nicht. Einig sind sich die Vertreter der drei Parteien in einem Punkt: Den Bürgern muss besser klar gemacht werden, dass sie selbst hier etwas bewegen können.

Martina Benzel-Weyh, Vorstandssprecherin der Coburger Grünen, ist sich sicher, dass besonders die Leute auf dem Land mobilisiert werden müssen. "In Städten mit Hochschulen ist die Beteiligung am Volksbegehren viel größer als in Städten oder Dörfern ohne Bildungseinrichtungen." Sie weist darauf hin, dass nicht nur Parteien einen Einfluss haben, sondern auch Kirchen und Gewerkschaften. "Wir als Bayern geben im Rahmen des Länderfinanzausgleiches Geld weg und verlangen es dann von unseren eigenen Bürgern wieder", erklärt sie.


Franziska Bartl , Edmund Ott und Isabel Zosig von der SPD teilen diese Meinung. "Es geht uns nicht darum, den Hochschulen Geld wegzunehmen. Ohne die Gebühren haben auch junge Leute aus sozial schwächeren Familien die gleichen Bildungschancen. Deutschland profitiert doch, wenn es eine breite Masse an Akademikern gibt", erläutert Ott. 2009 waren von 100 Studierenden 77 Kinder von Akademikern. Nur 13 hatten Eltern mit Hauptschulabschluss.

Franziska Bartl kann zudem nicht feststellen, dass das Geld aus den Studiengebühren auch da ankommt, wo es benötigt wird. Hörsäle seien nach wie vor überfüllt, Technik wie das Internet funktioniere nicht. "Das Geld sollte schnellstmöglich investiert werden und nicht gebunkert", betont Bartl.

Bernd Fischer von den Piraten will das Ziel mit guten Argumenten erreichen.

Da sich in Umfragen etwa 75 Prozent der bayerischen Bevölkerung gegen die Studiengebühren aussprechen, ist er sehr zuversichtlich. "Es bringt nichts, den angehenden Akademikern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn sie später einmal gut verdienen, zahlen sie auch wieder gut zurück. Das Problem ist nicht, dass kein Geld vorhanden ist. Es ist nur wichtig, für was man es ausgibt." Wer nicht ins Amt kommen kann, um sich einzutragen, solle einen Eintragungsschein beantragen, wirbt Fischer. Damit kann man auch in anderen Gemeinden seine Unterschrift leisten oder eine andere Person ermächtigen, das zu tun.

In Coburg können sich die Wahlberechtigten im Bürgerbüro eintragen (Montag bis Donnerstag 7.30 bis 18 Uhr, Freitag 7.30 Uhr bis 15 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr). Am Mittwoch ist von 7.30 bis 20 Uhr geöffnet.


So wurde bisher abgestimmt:
Ahorn 150 von 3500 Wahlberechtigten = 4,29 Prozent
Bad Rodach 363 von 5122 = 7,09 Prozent
Coburg 1911 von 32   365 = 5,90 Prozent
Dörfles Esbach 112 von 3136 = 3,57 Prozent
Ebersdorf 297 von 4801 = 6,19 Prozent
Großheirath 110 von 2009 = 5,48 Prozent
Grub am Forst 184 von 2407 = 7,46 Prozent
Itzgrund 90 von 1835 = 4,90 Prozent
Lautertal 212 von 3411= 6,22 Prozent
Meeder 185 von 3124 = 5,92 Prozent
Neustadt 579 von 12   104 = 4,78 Prozent
Niederfüllbach 81 von 1302 = 6,22 Prozent
Rödental 523 von 10   747 = 4,87 Prozent
Seßlach 220 von 3200 = 6,88 Prozent
Sonnefeld 243 von 4133 = 5,88 Prozent
Weidhausen 128 von 2574 = 4,97 Prozent
Weitramsdorf 171 von 4018 = 4,26 Prozent
Gesamt 5559 von 99   788 = 5,57 Prozent

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