Coburg
Fernverkehr

Vierter ICEHalt für Coburg ab Dezember 2019

Die Bahn reagiert auf die große Nachfrage in Coburg und will ihr Angebot von und nach Coburg schon ab Juni 2019 erweitern - und im Dezember noch mal.
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Die Deutsche Bahn will 2019 einige Lücken im Wochenendfahrplan schließen und ab Dezember 2019 einen weiteren ICE über Coburg fahren lassen. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Derzeit und nach dem Fahrplanwechsel 2018 halten in der Woche 38 ICE in Coburg. Im Juni 2019 sollen es dann schon 41 sein, zum Jahresende 2019 dann 53. Diese krummen Zahlen kommen dadurch zustande, dass nicht jede Verbindung jeden Tag angeboten wird. Der Früh-ICE nach Berlin (Abfahrt in Coburg 6.44 Uhr) fährt zum Beispiel nur Montag bis Freitag. Die Verbindung nach Berlin um 22.06 Uhr ab Coburg gilt nicht am Samstag.

Das soll sich ab Juni 2019 ändern, wie aus der Mittelung der Bahn hervorgeht: "Ab Juni 2019 wird am Sonntagvormittag ein zusätzlicher Zug auf dem Weg von München nach Berlin in Coburg halten. Neu für Coburg sind auch zwei ICE-Verbindungen am Samstag: Morgens verkehrt ein Zug von München über Coburg und Berlin bis an die Ostseeküste. Am späten Abend steht den Reisenden eine weitere Verbindung von München nach Berlin über Coburg zur Verfügung." Konkrete Zeiten nennt die Bahn hier noch nicht.

An dem geplanten ICE Berlin-Wien über Coburg ab Dezember 2018 wird sich nichts ändern. Er ersetzt die bislang bestehende tägliche Nachmittagsverbindung nach München, weshalb Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) und IHK-Präsident Friedrich Herdan gegen diese Fahrplanänderung wiederholt protestiert haben, mit der Begründung: Die meisten Fahrgäste in Richtung Süden aus Coburg wollen nun mal nach München und nicht nach Regensburg, Passau oder Wien.

Zwar versicherte die Bahn wiederholt, dass die Fahrgäste auch mit dem dann nötigen Umstieg in Nürnberg genauso schnell in München seien wie jetzt, nämlich in zweieinviertel Stunden. Aber eine Umsteigeverbindung sei eine Verschlechterung, argumentierte zum Beispiel OB Tessmer. Da nütze es auch nichts, dass man am Freitag mit diesem Zug bis an die Ostsee durchfahren könne, ließ diese Woche die Coburger SPD verlauten.

Inzwischen spricht aber die Bahn von einem "Übergangsjahr" 2019 und kündigt nun verbindlich an, dass das Angebot ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ausgeweitet werden soll. Das hatte der Konzernbevollmächtigte für Bayern, Klaus-Dieter Josel, zwar schon im Sommer in Aussicht gestellt, aber nun ist es amtlich: Ab Dezember soll ein viertes ICE-Paar in Coburg halten. "Dabei verteilt die DB die Zugfahrten optimal über den Tag - früh, mittags, nachmittags und spät. Möglich wird die Angebotsausweitung durch die sukzessive Auslieferung weiterer neuer ICE-4-Fahrzeuge", heißt es in der Mitteilung.

Wie eine Bahnsprecherin auf Nachfrage sagt, ist geplant, den zusätzlichen ICE Richtung München wieder am Nachmittag in Coburg halten zu lassen. Der neue ICE in Richtung Berlin werde in Coburg voraussichtlich am späten Vormittag abfahren. Das würde den ICE Berlin-Wien ergänzen: Er fährt in Coburg um 12.29 Uhr weiter in Richtung Süden. Damit wäre eine Mittagsverbindung vorhanden, wenn auch mit Umsteigen nach München. In Richtung Berlin kommt der Zug aus Wien um 15.27 Uhr in Coburg an und fährt um 15.29 Uhr weiter.

Begründet wird die Ausweitung des Angebots damit, dass sich die Fahrgastzahlen positiv entwickeln. Auch in Coburg würden täglich 300 Reisende mit dem ICE verzeichnet, heißt es in der Mitteilung der Bahn. Davon würden zwei Drittel die Verbindung von oder nach Berlin nutzen, hatte Konzernbevollmächtigter Josel im Juni mitgeteilt.

Michelbach war ahnungslos

Überrascht von der Information zeigte sich am Freitag ausgerechnet derjenige, der als Bundestagsabgeordneter den direkten Draht ins Verkehrsministerium und zur Bahn haben müsste: Hans Michelbach (CSU). Allerdings überraschte ihn nicht der zusätzliche ICE, sondern dass die Nachricht schon verkündet wurde. "Es war eigentlich Stillschweigen vereinbart bis November!" Dann sollen er, OB Tessmer und IHK-Präsident Friedrich Herdan zu einem Termin mit den Bahnvorständen nach Berlin kommen.

Dass die Botschaft nun schon vier Wochen vorher verkündet wurde, könnte mit der Landtagswahl zusammenhängen, was Michelbach nicht ausschließen wollte. Denn den zusätzlichen ICE gebe es, weil "ich mit dem OB noch einmal bei Verkehrsminister Scheuer war. Da hat Scheuer bei der Bahn noch einmal Druck gemacht, denke ich."

Wie auch immer: "Es war das Erfolgserlebnis, das wir wollten", sagt Michelbach. Es wäre halt sonst erst am 9. November verkündet worden - nach dem Gespräch um 10 Uhr im Berliner Bahntower. Theoretisch könnten die Coburger Besucher sogar mit der Bahn hinfahren, laut Fahrplan: Abfahrt in Coburg um 6.44 Uhr, Ankunft am Berliner Hauptbahnhof um 9.29 Uhr, dann mit Bus oder Regionalbahn zum Potsdamer Platz.



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