Coburg
Konzert

Vier Tage Ausnahmezustand in Coburg: Wie sich die Vestestadt für den Open-Air-Sommer rüstet

Nach dem Samba-Festival ist vor dem Open-Air-Sommer: Die Stadt Coburg hat sich auf die viertägige Konzertreihe am Schlossplatz gut vorbereitet. Echte Fans lassen sich die Vorfreude auch durch Regenwolken nicht vermiesen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Würzburgerinnen Bernadette, Melanie und Julia Ullrich feiern ihr Schlageridol Roland Kaiser schon in der Warteschlange. Foto: Teresa Hirschberg
Die Würzburgerinnen Bernadette, Melanie und Julia Ullrich feiern ihr Schlageridol Roland Kaiser schon in der Warteschlange. Foto: Teresa Hirschberg
+1 Bild

Schön trinken müssten sie sich den Roland nicht, doch Bernadette, Melanie und Julia Ullrich köpfen trotzdem die zweite Flasche Sekt. Die Wartezeit in der Schlange versüße er allemal. Rund zwei Stunden Fahrtzeit haben die drei Schlager-Fans aus Obersfeld im Landkreis Würzburg hinter sich, als sie sich am Eingang zum Konzertgelände anstellen. Ein Geburtstagsgeschenk für Mutter Bernadette seien die Karten gewesen. Welches Lied für ein gelungenes Kaiser-Konzert definitiv nicht fehlen dürfe? Die Antwort von Bernadette Ullrich folgt prompt: "Warum hast du nicht Nein gesagt!"

Mehr zum Thema: Sarah Connor kommt 2020 auf den Coburger Schlossplatz

Ortswechsel: Roland Kaiser erwartet die "Müller"-Kunden im dritten Stock - wenn auch nur in Form seiner neusten CD. Der Drogeriemarkt am Marktplatz holt jedes Jahr die Alben der Open-Air-Künstler nach vorne und platziert sie prominent direkt an der Treppe. "Wer oben am Schlossplatz spielt, wird extra aufgestellt", erklärt Mitarbeiterin Melanie Noll. Normalerweise sind im Ständer die aktuellen Wochenangebote zu finden, 14 Tage vor Start der Konzertreihe zogen Kaiser, Forster, Kelly und Pur in die Warenauslage ein. "Die CDs werden hauptsächlich nach den Konzerten gekauft", sagt Noll. Wer dieses Jahr Verkaufsschlager wird, könne sie noch nicht abschätzen. Bei vergangenen Open Airs hätten Sarah Connor und Xavier Naidoo den größten Umsatz eingebracht.

Coburger Restaurant bei Open-Airs ausgebucht

In der "Künstlerklause" machen Roland Kaiser und Mark Forster besonders hungrig: Für Donnerstag und Samstag ist kein einziger Platz im Restaurant mehr frei. "Beim Open-Air-Sommer sind immer ein oder zwei Konzerte dabei, da schlagen sich die Besucher regelrecht um die Tische", erzählt Geschäftsführerin Tina Raab. Da das Restaurant nur rund 100 Meter von der Bühne entfernt liegt, kommen die Gäste hier zumindest in den akustischen Konzertgenuss. Um den Ansturm der Open-Air-Besucher nicht zu verpassen, unterbricht das Team sogar seine Betriebsferien. Einzig über den Regen ärgert sich Raab, bei schönem Wetter sei der Theaterplatz sonst nämlich immer voll.

Lesen Sie auch: Open Airs in Coburg - Das sollten alle Konzertbesucher wissen

Bis auf wenige Einzelzimmer war das Dormero-Hotel "Goldene Traube" am Donnerstagnachmittag ausgebucht. "Wir wollen aber nicht jeden Gast fragen, ob er wegen der Konzerte in Coburg ist", erzählt Chefin Sandra Tober. Die Open-Airs würden aber der kompletten Coburger Gastronomie gut tun. Extra Schirme wird Tober ihren Gästen trotz des regnerischen Wetters nicht mitgeben - aus eigener Konzerterfahrung. "Die müssten sie nämlich beim Einlass sowieso wieder abgeben."

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren