LKR Coburg

Vier Landkreise und eine Resolution gegen Stromtrassen

Eine Delegation aus der Region weilte zu Gesprächen mit Staatssekretär Thomas Bareiß im Berliner Bundeswirtschaftsministerium.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei der Übergabe der Resolution (von links) Christine Bender,  Wilhelm Schneider,  Hans Michelbach,  Thomas Bareiß, Anja Weisgerber, Tobias Ehrlicher, Christian Gunsenheimer und Ulrich Werner.Büro Weisgerber
Bei der Übergabe der Resolution (von links) Christine Bender, Wilhelm Schneider, Hans Michelbach, Thomas Bareiß, Anja Weisgerber, Tobias Ehrlicher, Christian Gunsenheimer und Ulrich Werner.Büro Weisgerber
Die geplanten Wechselstromleitungen P44/P44mod. stoßen weiterhin auf großen Widerstand. Bei einem Gespräch mit Thomas Bareiß, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hat eine Delegation aus den Landkreisen Coburg, Schweinfurt, Bad Kissingen und Haßberge die ablehnende Haltung gegen diese Stromtrassen noch einmal deutlich gemacht. Dies geht aus einer von allen Teilnehmern herausgegebenen Pressemitteilung hervor.
Beim Termin in Berlin waren neben den Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach (Coburg/Kronach) und Anja Weisgerber (Schweinfurt) die Vertreter der Landkreise, Städte und Gemeinden stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindetags Coburg Tobias Ehrlicher, Vize-Landrätin Christine Bender (Schweinfurt), Landrat Wilhelm Schneider (Haßberge), Bürgermeister Ulrich Werner (Bergrheinfeld) und Abteilungsleiter Thomas Schoenwald (Landratsamt Bad Kissingen). Beim Treffen im Bundeswirtschaftsministerium machten Gunsenheimer, Ehrlicher und Michelbach in dieser Zeit dem neuen Staatssekretär für Energiefragen deutlich, dass die Coburger Forderungen inhaltlich klar sind, und die Menschen in der Region zu weiteren Protesten mehr als bereit sind.
Während Michelbach auf den Wahnsinn steigender Strompreise durch den Netzausbau insbesondere zulasten der Coburger Wirtschaft hinwies, verwies Gunsenheimer und Ehrlicher ein weiteres mal auf die hohe Belastung des Coburger Landes durch die Verkehrsprojekte der deutschen Einheit und der bereits gebauten "Thüringer Strombrücke" und die fehlende volkswirtschaftliche und wissenschaftlich belegbare Grundlage für die Stromtrasse P44/P44mod. Fragen konnten von der Bundesnetzagentur nicht beantwortet werden, meist mit dem Hinweis, dass die politischen Vorgaben des Bundes das nicht zulassen. Ein Verschiebebahnhof innerhalb Oberfrankens wurde von der Delegation abgelehnt, da dieses zur Spaltung innerhalb der Region führen würde. Deshalb werde man sich auch an der Besprechung mit der Kronacher Delegation Anfang September beteiligen.
Spannend wurde es als der Staatssekretär des Wirtschaftministeriums von sich aus auf die Alternative zu sprechen kam: "Mit Sicherheit würde die ein oder andere Trasse wegfallen, wenn der Ausbau der Windkraft auch im Süden Deutschlands Fahrt aufnehmen würde. Aber mit der sogenannten 10-H-Regelung Bayerns würde diese Last allein auf Baden-Württemberg entfallen - da müssen sich die Bayern bewegen."
Zum Ende erklärte sich Bareiß bereit, die Region Coburg zu besuchen, um sich von der Situation der dargelegten großen Last durch die Infrastrukturprojekte selbst zu überzeugen. Die Delegation hat ihn daraufhin gerne eingeladen.

Mehr zum Thema Sie in Kürze auf inFranken.dePLUS

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren