Coburg
Begegnung

Victoria und Albert: Klänge einer innigen Liebe in Coburg

Wie ein Vortrag mit Musik im Andromedasaal die Liebe zwischen Victoria und Albert lebendig werden lässt.
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Albert und Victoria (Gemälde von Franz Xaver Winterhalter) standen im Mittelpunkt eines Abends, den die Musikwissenschaftlerin Angelika Tasler, Judith Kuhn und Martin Trepl gestalteten.Foto: Archiv
Albert und Victoria (Gemälde von Franz Xaver Winterhalter) standen im Mittelpunkt eines Abends, den die Musikwissenschaftlerin Angelika Tasler, Judith Kuhn und Martin Trepl gestalteten.Foto: Archiv
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Das ist ein Stoff, von dem Drehbuchautoren nur träumen können. Diese Geschichte erzählt von einer royalen Liebe, die eigentlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt war und doch zu einer der großen Liebesgeschichten des 19. Jahrhunderts wurde. Denn sie erzählt von der Liebe einer jungen Königin eines Weltreiches zu einem jungen Prinzen aus einem kleinen, unbedeutenden Herzogtum. Sie erzählt von Queen Victoria von Großbritannien und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Musikalischer Vortrag

Weil die vor 200 Jahren geborenen liebenden Helden dieser Geschichte ein Doppeljubiläum feiern, stehen sie in Coburg im Zentrum vieler Veranstaltungen und Huldigungen. Groß der Andrang bei einem musikalischen Vortrag, bei dem sich Landesbibliothek und Volkshochschule Coburg verbündet und künstlerische Unterstützung beim Landestheater geholt hatten.

"Innigstgeliebte Victoria" - diese emphatische Anrede Alberts in einem frühen Liebesbrief an Großbritanniens Herrscherin hatte die aus Coburg stammende Musikwissenschaftlerin und Musikerin Angelika Tasler als Motto eines Abends gewählt, den sie gemeinsam mit der Sopranistin Judith Kuhn und dem Bariton Martin Trepl im Andromedasaal der Landesbibliothek in Schloss Ehrenburg gestaltete. In ihrer Darstellung konzentrierte sich Tasler zunächst auf die höchst unterschiedlichen Ausgangspunkte dieser besonderen Liebesgeschichte. Hier der von der britischen Gesellschaft belächelte Prinz aus dem kleinen Herzogtum, dort die Herrscherin über ein Weltreich.

Das Leben von Prinz Albert in Großbritannien - es war ein stetiger Kampf um Anerkennung durch die britische Gesellschaft. Bei allem, was Prinz Albert in Angriff genommen und umgesetzt habe, musste er, so Tasler, Widerstände überwinden - beispielsweise auch beim Projekt des Kristall-Palastes für die von ihm initiierte Weltausstellung 1851.

Zu Tode gearbeitet

Aber auch die Liebe zwischen Cousine und Cousin hatte ihre Schattenseiten, die Angelika Tasler keineswegs verschwieg, wenn Victoria ihm die Freiheit verwehrte, die Angehörigen seines Hofstaates selbst auszuwählen. Illusionslos auch Taslers Blick auf den frühen Tod des Prinzen: "Prinz Albert hat sich buchstäblich zu Tode gearbeitet, wenn man sich sein Arbeitspensum ansieht."

Prinz Albert als liebender und eifriger Vater im Kreise seiner insgesamt neun Kinder, Prinz Albert als unermüdlich Briefe und Konzepte schreibender Mann, Prinz Albert als fortschrittlich gesinnter Denker - alle diese Facetten beleuchtete Angelika Tasler in ihren Ausführungen.

Auf den Spuren Mendelssohns

Zusätzlich aber brachte sie die musische Seite des erst spät mit dem Titel Prinzgemahl versehenen Coburger Prinzen zum Klingen - mit Liedern, die Albert vor allem in seinen jungen Jahren komponiert hatte. Von Angelika Tasler aufmerksam am Flügel begleitet, interpretierten Judith Kuhn und Martin Trepl abwechselnd ausgewählte Lieder sowie abschließend das Duett "Liebe hat uns vereint".

Die melodisch durchaus eingängigen Lieder zeigten den komponierenden stilistisch auf den Spuren von Felix Mendelssohn - handwerklich versierte Werke und zugleich Belege für die gründliche Ausbildung, die Albert erhalten hatte. Coburgs Prinz-Albert-Fans dankten mit reichlich Beifall.

200 Jahre Queen Victoria und Prinz Albert

Queen Victoria wurde am 24. Mai 1819 in London geboren und starb am 22. Januar 1901 in Osborne House, Isle of Wight. Sie war mit ihrer Thronbesteigung am 20. Juni 1837 bis 1901 Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland, ab dem 1. Mai 1876 trug sie als erste britische Monarchin zusätzlich den Titel Kaiserin von Indien (Empress of India). In ihrer 63-jährigen Regierungszeit erreichte das Britische Empire den Höhepunkt seiner politischen und ökonomischen Macht, die Ober- und Mittelschichten erlebten eine beispiellose wirtschaftliche Blütezeit (Viktorianisches Zeitalter). Nach dem Tod ihrer Ehemanns Albert von Sachsen-Coburg und Gotha zog sie sich fast vollständig aus der Öffentlichkeit zurück. Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha wurde am 26. August 1819 auf Schloss Rosenau geboren. Im Jahr 1840 heiratete Albert seine Cousine, die britische Königin Victoria, und hatte bis zu seinem Tod am 14. Dezember 1861 erheblichen Einfluss auf seine Ehefrau und die Entwicklung der britischen Monarchie. Den Titel Prince Consort (Prinzgemahl) trug Albert ab 1857. Prinz Albert war vielseitig gebildet und ein großer Förderer der Künste, insbesondere der Musik. Zu seinen eigenen Kompositionen zählen geistliche Chorwerke und Lieder. Inszenierte Brieflesung "Der Himmel hat einen Engel gesandt" lautet das Motto einer inszenierten Brieflesung von Ulrike Barz-Murauer im Marmorsaal von Schloss Rosenau in Rödental. Diese Brieflesung, veranstaltet vom Förderverein Kleinkunst und Varieté im Raum Coburg, findet am 23., 24., 29., 31. Mai und 2. Juni statt (Beginn jeweils 19.30 Uhr). Tickets gibt es in allen Filialen der VR-Bank Coburg, in der Stadtverwaltung Rödental und in der Touristinformation Coburg (Erwachsene 18 Euro, Schüler, Studenten 15 Euro). red

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