Frohnlach
Fußball

VfL Frohnlach ist Bezirksliga-Meister

Dem Spitzenreiter reicht in Schammelsdorf ein 2:2. Das Team von Spielertrainer Bastian Renk feierte ausgiebig mit seinen Fans die Landesliga-Rückkehr.
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Frohnlachs Angreifer Daniel Oppel kommt in Schammelsdorfer Strafraum alleine zum Kopfball und platziert diesen über Keeper Matthas Schneider und Abwehrchef Philipp Ohland im langen Eck. Fast alle Spieler gratulierten den Torschützen zum 1:0. Fotos: Heinrich Weiß
Frohnlachs Angreifer Daniel Oppel kommt in Schammelsdorfer Strafraum alleine zum Kopfball und platziert diesen über Keeper Matthas Schneider und Abwehrchef Philipp Ohland im langen Eck. Fast alle Spieler gratulierten den Torschützen zum 1:0. Fotos: Heinrich Weiß
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Nur eine Saison muss der VfL Frohnlach in der Bezirksliga Oberfranken West spielen. Der souveräne Spitzenreiter feierte am Freitagabend sein "Meisterstück". Ausgerechnet beim schärfsten Verfolger TSV Schammelsdorf machte die hochmotivierte Mannschaft des verletzt nicht mitwirkenden Spielertrainers Bastian Renk mit einem hart erkämpften 2:2 alles klar. Die mitgefahrenen Fans waren begeistert und feierten die sofortige Rückkehr in die Landesliga ausgiebig.

Die Frohnlacher machten sich zuvor das Leben selbst schwer, denn die eigentlich beruhigende 2:0-Führung nach Toren von Daniel Oppel vor und Manuel Friedlein unmittelbar nach der Pause wurde schnell verspielt. Danach warfen die "Blau-Weißen" aber alles in die Wagschale und holten den für den Titelgewinn noch erforderlichen Punkt.

Kommentar von Christoph Böger Wechseljahre Chapeau VfL Frohnlach! Eine wahre Meisterleistung. Dieser Aufstieg ist hochverdient. Schon 63 Punkte, stolze 82 Tore. In der Bezirksliga West kann kein Team dem VfL das Wasser reichen. Die sofortige Rückkehr in die Landesliga ist perfekt.

Der Triumph kommt nicht überraschend. Schon vor dem ersten Spiel war klar, dass der Titel nur über die "Blau-Weißen" führt. Die Tageblatt-Prognose zu Saisonbeginn - "Der VfL wird vorzeitig Erster!" - war angesichts des Klasse-Kaders nicht schwer.

Der Aufstieg ist nun Balsam auf die aufgerissenen Wunden des gefühlt ewigen Branchenprimus der Fußball-Region. Nach dem Tod des großen Gönners und Managers Willi Schillig ging es stetig bergab, an allen Kritikern und Neidern vorbei nahezu ungebremst von der Regionalliga bis hinunter in die Bezirksliga. So sehr sich die treuen Protagonisten Michael Werner, Stefan Braungardt, Oliver Müller oder Christian Tremel auch bemühten, ihr "blaues Herzblut" alleine reichte nicht, um die rasante Talfahrt zu stoppen.

Als kaum noch jemand einen Pfifferling auf den Traditionsklub gab, leiteten ausgerechnet Meinungsverschiedenheiten beim Emporkömmling TSV Sonnefeld im Jahr 2018 eine nicht mehr für möglich gehaltene Wende ein. Beim Nachbarn kam es zum Bruch, weil sich die Entscheidungsträger und der großzügige, aber eigenwillige Sponsor Eduard Mühlherr über Zukunftspläne nicht einigten. Das abrupte Ende der Erfolgs-Ära in Sonnefeld war gleichzeitig die Möglichkeit für einen Neubeginn in Frohnlach.

Die beiden Vorsitzenden Ulrich Kossak und Klaus Schillig packten ihre (letzte) Chance beim Schopf. Sie angelten sich mit Mühlherr nicht nur einen stillen Gönner, sondern in dessen Schlepptau gleich noch Spielertrainer Bastian Renk, Torgarant Tayfun Özdemir und eine Handvoll überdurchschnittlicher Bezirksliga-Kicker. All diese Aufstiegsgaranten wurden dem VfL quasi auf dem Silbertablett präsentiert und sind nun die "Väter des kurzfristigen Erfolges".



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