Elsa
Auftritt

Verschlüsselte Botschaften in Klang verwandelt

Das "Duo Biloba" gastiert mit einem anspruchsvollen Kammermusikprogramm in der Reihe "Elsa47".
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Anne-Kathrein Jordan am FlügelFotos: Jochen Berger
Anne-Kathrein Jordan am FlügelFotos: Jochen Berger
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Wer an das Duo Cello und Klavier denkt, muss einfach bei Beethoven anfangen. Beethoven war schließlich jener Komponist, der dieser Besetzung zu nachhaltiger Geltung verhalf. Seine Sonaten waren der entscheidende Beitrag, um das Cello als Soloinstrument in der Kammermusik zu etablieren.

Mit Beethoven begann denn auch das "Duo Biloba" sein Gastspiel in der Reihe "Elsa47". Beethovens D-Dur-Sonate op.   102/2, die letzte seiner insgesamt fünf Sonaten in dieser Besetzung, ist eine echte Herausforderung für die Interpreten - bisweilen spröde im Gestus, sehr dicht in der Abfolge der Kontraste und doch immer wieder auch sehr intensiv im Ausdruck. Der Cellistin Christiane Pape und der Pianistin Anne-Kathrein Jordan gelang eine stilsichere, einfühlsame und nachdrückliche Deutung. Schon hier erwiesen sich Pape und Jordan als bestens harmonierendes, reaktionsschnell agierendes Duo.


Intensiver musikalischer Dialog


Robert Schumanns drei Fantasiestücke op. 73, ursprünglich für Klarinette und Klavier geschrieben, werden gerne auch in der Kombination Cello und Klavier dargeboten wie an diesem Abend in Elsa.
Sie leben vom intensiven Dialog der beiden Instrumente und von ihrem melodischen Reiz, den Christiane Pappe mit großem Ton und Anne-Kathrein Jordan mit differenzierter Anschlagskunst entfalteten. Die Musik des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch wirkt oft bekenntnishaft im Gestus und zugleich verrätselt, versehen mit verschlüsselten Botschaften - klingendes Spiegelbild eines Künstlerlebens zwischen öffentlicher Anerkennung und politisch motivierter Ächtung unter dem Diktat eines totalitären Regimes.


Schroffe Kontraste


Davon kündet auch die viersätzige Cellosonate op. 40, die 1934 uraufgeführt wurde - zwei Jahre vor dem verhängnisvollen Artikel "Chaos statt Musik", der 1936 in der "Prawda" erschien und die Schostakowitsch-Oper "Lady Macbeth" ideologisch brandmarkte. Pape und Jordan loteten die Sonate in ihren Kontrasten zwischen leiser Melancholie und aggressiver Virtuosität mit großem Nachdruck und Mut zu schroffen Kontrasten aus und wurden dafür vom Publikum mit ausdauerndem Beifall belohnt.

Zum Dank gab es eine melodisch einprägsame Zugabe - das zweite der fünf "Stücke im Volkston" von Robert Schumann.

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