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Herbartsdorf
Flugverkehr

Verkehrslandeplatz bei Meeder: Der Feind scheint ausgemacht

Die Gegner des geplanten Verkehrslandeplatzes zwischen Neida und Wiesenfeld hatten die Vorsitzende des Umweltausschusses Eva Bulling-Schröter zu Besuch. Auch während der laufenden Planfeststellung bekräftigt die Initiative ihren Widerstand.
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Soll für Aufmerksamkeit sorgen: Das Plakat der Flugplatzgegner.  Fotos: Thomas Heuchling
Soll für Aufmerksamkeit sorgen: Das Plakat der Flugplatzgegner. Fotos: Thomas Heuchling
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Die Gegner waren schnell ausgemacht. Die Wirtschaft, allen voran Unternehmer Michael Stoschek. Dieser wurde von den Gegnern des geplanten Verkehrslandeplatzes als einer der Haupturheber identifiziert, aber nicht einmal namentlich genannt. Auch die CSU, allen voran Landtagsabgeordneter Jürgen W. Heike, haben die Flugplatzgegner als Verantwortlichen ausgemacht.

Sie sind in den Augen von Dagmar Escher und ihren Unterstützern jene, die "diesen in keiner Wiese notwendigen oder sinnvollen Flugplatz", so Escher, wollen. Das "Bündnis Bürger für Ihre Region gegen den neuen Verkehrslandeplatz", mit Escher an der Spitze, hatte gemeinsam mit den Linken des Coburger Landes am Dienstag eingeladen, um über den aktuellen Stand zu informieren.

Kein genauer Termin für Fertigstellung

Der Status quo: Das Planfeststellungsverfahren läuft und es gibt keinen genauen Termin für dessen Fertigstellung. Dies bestätigte auch Willi Kuballa, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg, dem Tageblatt auf Nachfrage: "Im Moment gibt es nichts Neues. Lediglich eine kleine Verzögerung bei den Probebohrungen." Diese ergibt sich aus einem Boykott der betroffenen Grundstückseigentümer, die den Zugang zu ihrem Grund und Boden verweigern.

Unterstützung bekam die Initiative von Seiten der Linken Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter, die auch Vorsitzende des Umweltausschusses ist und bereits drei kleine Anfragen bezüglich des Flugplatzes an die Bundesregierung gestellt hat. "Es ist nur der Wunsch einzelner Herren und Politiker, die diese Wünsche erfüllen", betonte Bulling-Schröter.

Rund 30 Menschen trotzten dem Wind oberhalb des Meederer Ortsteiles Herbartsdorf. Unter ihnen auch Thomas Schreiner, der Schriftführer der Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer, die vom geplanten Flugplatzgelände betroffen wären. "Es herrscht große Einigkeit, Flächen nicht abzugeben. Außerdem werden wir die Probebohrungen weiter boykottieren", betonte Schreiner.

In der Interessengemeinschaft haben sich rund 35 Menschen organisiert. Die Stadträtin der Grünen, Angela Platsch, wies auf die Kommunalwahlen im nächsten Jahr hin, dort könne der Bürger mit seiner Stimme etwas bewegen. "Die Drohung mit Arbeitsplätzen zieht bei den Leuten immer noch", betonte Platsch und versuchte so eines der Argumente der Flughafenbefürworter zu entkräften.

Hubschrauberlandeplatz reicht

"Wenn er jetzt einen eigenen Hubschrauber-Landeplatz hat, dann braucht er den Flugplatz ja nicht mehr", sagte Escher. Sie spielte damit auf die Nachricht an, das Unternehmer Stoschek jetzt einen privaten Hubschrauberlandeplatz auf seinem Grundstück in Ahorn vom Gemeinderat genehmigt bekam und bauen lässt. Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen W. Heike geriet in den Fokus von Escher: "Beim grünen Band ist er gegen Landschaftsverbrauch und will landwirtschaftliche Nutzflächen schützen. Hier beim Flugplatz ist es genau anders herum. Das ist doch doppeldeutig", sagte Escher.

Meeders Bürgermeister Josef Brunner (SPD) nutzte die Veranstaltung, um auf die schwierige Situation in seiner Gemeinde hinzuweisen: "Ich bemängele, dass sich Beiersdorf oder Rodach relativ wenig bewegen, obwohl sie von Emissionen auch stark betroffen wären." Er nannte die Situation bedauerlich und äußerte die Hoffnung: "Entweder es kippt im Planfeststellungsverfahren oder an der Finanzierung."

Historie des geplanten Verkehrslandeplatzes und des Widerstands

Flugplatz Geplant ist der Verkehrslandeplatz auf einer Fläche von rund 100 Hektar, mit einer Start- und Landebahn von rund 1800 Meter Länge.

Beginn Im Jahr 2006 wurde von der inzwischen aufgelösten ARGE Verkehrslandeplatz Coburg ein Raumordnungsverfahren für den Ausbau der Brandensteinsebene sowie einen möglichen Neubau des Verkehrslandeplatzes an drei möglichen Standorten beantragt. Alle vier Varianten bewertete die Regierung von Oberfranken im August 2007 aus landesplanerischer Sicht positiv. Ein Gutachten ermittelte den Standort Meeder-Neida als Vorzugsvariante. Bereits im Mai 2010 wurde ein Planfeststellungsverfahren durch einen Kreistagsbeschluss mit knapper Mehrheit eingeleitet. Im März 2012 haben die IHK zu Coburg sowie die Unternehmen Kapp und Brose gemeinsam die Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz Coburg (PGVC) gegründet.

Widerstand Schnell formierte sich unter der Bezeichnung "Bürger für ihre Region - gegen den Verkehrslandeplatz" ein Bündnis aus Bürgern gegen den geplanten Flugplatz. Im Juni gründete der BBV mit den potenziell betroffenen Grundstückseigentümern und Bewirtschaftern eine Interessengemeinschaft gegen den Verkehrslandeplatz.

Planfeststellungsverfahren Verantwortlich für das Planfeststellungsverfahren ist das Luftamt Nordbayern.

Internet So präsentieren sich Befürworter und Gegner auf ihren jeweiligen Internetseiten:
www.bürgerfürihreregion.de

www.verkehrslandeplatz-coburg.de




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