Seßlach
Stadtratssitzung

Verein packt kräftig an beim Freibad

Über 100 000 Euro in Form von Eigenleistung und Material will der Förderverein Freizeitanlage Autenhausen in Um- und Neubauten stecken .
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Das Schwimmbad in der Freizeitanlage Autenhausen soll zu einem Naturschwimmbad umgestaltet werden. Der eigens für den Erhalt der Anlage gegründete Förderverein drängt darauf, dass die Stadt bald die nötigen Schritte unternimmt. Foto: Simone Bastian/CT-Archiv
Das Schwimmbad in der Freizeitanlage Autenhausen soll zu einem Naturschwimmbad umgestaltet werden. Der eigens für den Erhalt der Anlage gegründete Förderverein drängt darauf, dass die Stadt bald die nötigen Schritte unternimmt. Foto: Simone Bastian/CT-Archiv
Der Förderverein Freizeitanlage Autenhausen ist fest entschlossen, seinen Anteil dafür zu leisten, damit das geplante Naturbad "Autilus" Wirklichkeit werden kann. Mit viel Eigenleistung und Leader-Fördermitteln will der Verein nun den vorhandenen Kiosk umbauen und ein neues Sanitärgebäude für den Zeltplatzbereich errichten.
Andreas Gsänger, Martina Kilian und Josef Starkl stellten die Pläne des Vereins am Dienstagabend in der Stadtratssitzung in Seßlach vor. Gsänger zufolge belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 104 000 Euro; die Eigenleistung und die zu erwartenden Zuschüsse abgezogen, würden Kosten von rund 9600 Euro am Verein hängenbleiben, sagte er.
Der Verein habe in den zurückliegenden beiden Jahren bereits bewiesen, dass er beziehungsweise die Mitglieder und Helfer in der Lage seien, die anstehenden Arbeiten auszuführen, betonte Gsänger. Schon bisher seien Umbau- und Renovierungsarbeiten übernommen worden, die Grünanlage wurde gepflegt, Hecken ausgeholzt, der Erlebach erhielt an einer Stelle ein neues begehbares Steilufer, das drei Jahre nicht mehr benutzbare Kinderbecken wurde saniert.
Das neue Sanitärgebäude, dessen Basis zwei gebraucht gekaufte Sanitärcontainer sind, biete den Vorteil, dass die eigentliche Badanlage nachts geschlossen werden könne, erläuterten Andreas Gsänger und Martina Kilian. Denn die Toiletten und Duschen dienen in erster Linie dem Zeltplatz. Dessen Gelände soll so modelliert werden, dass auch große Gruppenzelte aufgestellt werden können.
"Das alles hat natürlich nur Sinn, wenn auch der Umbau zum Naturbad kommt", betonte Gsänger. Der Stadtrat wollte sich in öffentlicher Sitzung jedoch zu keinem Kommentar durchringen. Die Kosten fürs Naturbad wurden einmal auf 520 000 Euro veranschlagt. Im vergangenen Sommer hatte die Stadt bereits die Zusage erhalten, dass die Umgestaltung aus dem Eler-Programm der EU mit 224 000 Euro bezuschusst wird.
Auch die Leader-Fördermittel für die jetzt geplanten Maßnahmen muss die Stadt beantragen. Gsänger verwies darauf, dass der Verein die gesamte Vorarbeit bis hin zum Ausfertigen der Baupläne unentgeltlich geleistet habe. In einem Schreiben an den Stadtrat hatte er außerdem darauf verwiesen, dass die Anträge im Februar/März bei der Leader-Arbeitsgemeinschaft des Landkreises vorliegen müssen. Der Förderverein hatte außerdem angeboten, die Werkplanung für den Umbau zum Naturbad vorzufinanzieren, um keine Zeit zu verlieren.


Johanneskirche in der Kur

Die evangelische Kirchengemeinde Gemünda will die Johanneskirche sanieren und den Chorraum umgestalten. Der Stadtrat will - wie in anderen Fällen auch - zehn Prozent der Kosten übernehmen, maximal rund 640 000 Euro. Renate Schubart-Eisenhardt (CSU) kritisierte jedoch, dass die Stadt in diesem Fall auch einen Künstlerwettbewerb und eine reine Umgestaltung mitfinanziere, nicht allein eine notwendige Sanierung. Bürgermeister Martin Mittag und Berthold Borczyk (Freie Wähler/Bürgerblock) wiesen darauf hin, dass der Rechnungsprüfungsausschuss gerade Vorschläge erarbeite, wie künftig mit solchen Anträgen verfahren werden solle. Aus Gleichbehandlungsgründen solle die Kirchengemeinde aber so behandelt werden wie alle anderen Antragsteller bisher auch. Der Stadtrat sagte den Zuschuss einstimmig zu; fällig wird er erst, wenn die Arbeiten auch abgeschlossen sind.
Ärger über die SPD-Landtagsabgeordnete
Sauer aufgestoßen ist den Stadtratsmitgliedern ein Brief der Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld (SPD). Der Stadtrat hatte im November zähneknirschend eine Straßenausbaubeitragssatzung verabschiedet und sich bei den örtlichen Landtagsabgeordneten beschwert, dass ihnen gar keine Wahl geblieben sei. Sonst hätten sie auf den Erlass der Satzung verzichtet.
Inzwischen hat die CSU-Landtagsfraktion angekündigt, dass die Pflicht zur Straßenausbaubeitragssatzung abgeschafft werden soll. Zuvor noch hatte Susann Biedefeld den Seßlachern geantwortet, in dem Tenor, dass der Stadtrat die Satzung nicht hätte verabschieden müssen. "Unglücklich" war die diplomatische Formulierung, die Bürgermeister Martin Mittag (CSU) dazu einfiel. Alle Gemeinden im Landkreis seien vom Landratsamt mit Hinweis auf die Rechtslage vehement dazu aufgefordert worden, seine solche Satzung zu erlassen. Mittag schlug vor, dass der Stadtrat Biedefeld das auch schriftlich mitteilen solle. Das würden auch andere Bürgermeister erwarten, denen Biedefelds Brief ebenfalls zugegangen war.
Carsten Höllein (SPD) nannte Biedefelds Antwort "unsäglich". Das habe er der Abgeordneten auch im persönlichen Gespräch gesagt. Einen weiteren Brief hielt Höllein zunächst nicht für nötig, hob aber dann wie die beiden anderen SPD-Stadtratsmitglieder Wolfgang Brasch und Rolf Deschner die Hand dafür. Der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen W. Heike hatte nicht auf den Brief des Seßlacher Stadtrats reagiert.
In Kraft getreten ist die im November beschlossene Satzung indes noch nicht. Dafür müsste sie erst amtlich bekannt gemacht werden, und das ist noch nicht erfolgt. Es wird auch vorläufig nicht geschehen, denn erst will der Stadtrat abwarten, was sich im Landtag dazu tut.


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