Coburg
Infrastruktur

Verbesserung des Radwegenetzes in Coburg angemahnt

Pro Coburg und der ADFC veranstalten einen Fahrrad-Flashmob. Seit Jahren gibt es Forderungen nach Verbesserungen beim Radwegenetz.
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Die in einigen Straßen vorhanden Radverkehrsstreifen sollten nach den Vorstellungen der Wählergruppe Pro Coburg an Ampeln mit roter Farbe markiert werden. So würden sie weniger von Autos blockiert. Foto: Christoph Winter
Die in einigen Straßen vorhanden Radverkehrsstreifen sollten nach den Vorstellungen der Wählergruppe Pro Coburg an Ampeln mit roter Farbe markiert werden. So würden sie weniger von Autos blockiert. Foto: Christoph Winter

Mit dem Fahrrad in Coburg unterwegs zu sein, macht an einigen Stellen in der Stadt keinen Spaß, es ist mit Gefahren verbunden. Die Wählergruppe Pro Coburg hat am Donnerstag mit einem sogenannten "Flashmob" (Dudendefinition: kurze, überraschende öffentliche Aktion einer größeren Menschenmenge, die sich anonym, per moderner Telekommunikation dazu verabredet hat) auf einige kritische Punkte aufmerksam gemacht und fordert Verbesserungen für den Fahrrad-Verkehr.

Dass Coburg keine fahrradfreundliche Stadt ist, haben mehrere Erhebungen in der Vergangenheit deutlich gemacht. Die Hänge rechts und links der Itz mögen eine Ursache sein, aber im Zeitalter des Fahrrades mit elektrischem Hilfsantrieb haben auch die Steigungen in der Steingasse und im Steintor, nach Scheuerfeld oder auf die Hut ihre Barrierewirkung verloren. Während in Städten ähnlich der Größe Coburgs der Anteil des Fahrradverkehrs zwischen elf und 13 Prozent liegt, beträgt er hier gerade sieben Prozent, so Stadtratsmitglied Peter Kammerscheid am Donnerstagnachmittag auf dem Marktplatz. Gut zwei Dutzend Menschen waren mit dem Fahrrad gekommen, darunter Mitglieder des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) sowie Anhänger von Pro Coburg.

Wobei das Thema "Radverkehr in Coburg" und der Ruf nach Verbesserungen wahrlich nichts Neues sind. Über den fast immer von parkenden Autos blockierten Radverkehrsstreifen gegenüber dem Klinikum in der Ketschendorfer Straße gab es schon viele Klagen. Damals hieß der Coburger OB Norbert Kastner. "Immer noch stehen Radfahrer am Ende der Uferstraße im Nichts, wenn sie weiter nach Süden fahren wollen", kritisiert Thomas Apfel von der Wählergruppe. Durchgängige und sichere Radwege seien in der Stadt nicht vorhanden.

Apfel: Geradezu gefährlich

Nach Ansicht von Thomas Apfel, auch Kinderbeauftragter der Stadt, sei es in der Lossaustraße geradezu gefährlich, mit dem Fahrrad nach links in die Callenberger Unterführung zu gelangen. Der rechts in der Lossaustraße mit einer durchbrochenen Linie markierte Radverkehrsstreifen ende plötzlich. "Wenn Kinder mit dabei sind,wird es kritisch", so Apfel. Ebenso sei die (Rad-)Fahrt aus der Judengasse über die Kreuzung weiter zur Alten Judenbrücke nicht optimal. "Hier kann man ohne weiteres einen Fahrradstreifen markieren und den Teil der Unteren Judengasse zur Brücke als Fahrradstraße ausweisen." In der Folge pocht die Wählergruppe auf den geplanten Itzradweg hinter dem vorgesehenen Hotel am Sonntagsanger, aber dieser wird nun wohl nicht mehr entstehen.

Mit der Diskussion um Klimawandel und -schutz, die Zukunft innerstädtischer Mobilität und um weniger Schadstoffe müsse über die neue Verteilung des vorhanden Straßenraumes nachgedacht werden, so war am Donnerstag zu hören. "Dem Kraftfahrzeug wird künftig Platz zugunsten des Fahrrades weggenommen werden", zeigte sich Thomas Apfel überzeugt. Die Fahrrad-Abstellscheune in der Schenkgasse, kürzlich vom Finanz- wie auch dem Bau- und Umweltsenat auf den Weg gebracht, ist für den Kinderbeauftragten ein wichtiger, aber nur ein erster Schritt. Apfel: "In der Innenstadt fehlt es an überdachten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder."

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