Untersiemau
Bürgerversammluing

Untersiemau wächst in alle RIchtungen

Gewerbegebiet, Kreisverkehr und Wohngebiet - die Gemeinde hat viel vor. Die Bürger sind im großen und ganzen mit der Arbeit der Verantwortlichen zufrieden.
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Am Ende dieses neu erstellten Straßenzugs im Gewerbegebiet Nord beginnen wohl im Mai 2019 die Arbeiten für den Kreisverkehrsplatz.  Foto: Karbach
Am Ende dieses neu erstellten Straßenzugs im Gewerbegebiet Nord beginnen wohl im Mai 2019 die Arbeiten für den Kreisverkehrsplatz. Foto: Karbach

Im vergangenen Jahr wurden verschiedene Themen aufgrund der damals in aller Munde liegenden Straßenausbau-Beitragssatzung (STRABS) bei der Bürgerversammlung stiefmütterlich behandelt. Bei der Tour der Bürgergespräche 2018 durch die Gemeindeteile wurde dies jetzt im voll besetzten evangelischen Gemeindezentrum, letzte Etappe für dieses Jahr, nachgeholt. Bürgermeister Rolf Rosenbauer berichtete über Aktuelles aus dem Gemeindegeschehen, über den Sachstand diverser Baumaßnahmen und eröffnete Möglichkeiten für ein Bürgergespräch.

Zahlreiche Baugebiete seien erstellt oder im Entstehen. Dazu gehören Untersiemau, Obersiemau, Meschenbach und Birkach am Forst. Die Nachfragen seien groß. Die Zuzugswilligen - ob privat oder gewerblich - sehen eine große Chance durch die einmalige Anbindung der Gemeinde an das Straßennetz. Da Neubauten meist von jungen Familien bezogen würden, bringe dies auch einen erhöhten schulischen sowie Bedarf an Kindergärten und Krippen mit sich. In der Grund- und Mittelschule wurde die Mittagsbetreuung erweitert (täglich 84 Kinder). An das Kinderhaus "Regenbogen" wurde ein Trakt angebaut. Diese Erweiterung, so Rosenbauer, sei bereits schon jetzt zu wenig, sodass über eine Interimslösung für vier bis fünf Jahre in Modulbauweise diskutiert werde.

Das ist der Lebensanfang, stellt der Bürgermeister fest, doch es gebe auch ein -ende. Aufgrund des steigenden Bedarfs werde das halbanonyme Gräberfeld des Friedhofs Untersiemau nach Süden hin erweitert. Ferner werde die Toilettenanlage saniert.

Vom Traurigen ins Heitere

Anschließend wechselte er das Thema vom Traurigen zum Heiteren. Zahlreiche Veranstaltungen werden das Jahr über angeboten. Der Höhepunkt sei die Einweihung des Freizeitgeländes "Piratenbucht" gewesen. Dieser Abenteuerspielplatz ziehe seitdem große und kleine Gäste aus Nah und Fern an den Schlossteich.

Auf den Gelände des Bauhofs werde aus Platzgründen der Wertstoffhof erweitert. Das Gewerbegebiet Süd ist bereits seit Jahren am Wachsen und werde derzeit als Gewerbering ausgebaut. Noch heuer sollen die Bauarbeiten fertig werden. Auch Bewerber für die Flächen seien da. Die Gemeinde führe ein Straßenzustands-Verzeichnis, in dem die Straßen in Schadensklassen eingeteilt seien, erläutert Rolf Rosenbauer. Danach würde die Dringlichkeit der Renovierungen der Verbindungswege eingeteilt. Die lange geplante Sanierung der Ortsdurchfahrt Untersiemaus war wegen der drohenden STRABS auf die lange Bank geschoben. Doch voraussichtlich 2020 soll damit begonnen werden.

Die Gebiete für schnelles Internet sollen in der Gemeinde Zug um Zug voran gebracht werden. Ziel solle eines Tages sein, dass Glasfaser in jedes Haus gelange - in Vectoring-Technik, die Übertragungs-Geschwindigkeiten von 50 bis 60 MBit zulasse. Doch die Hauptarbeiten in Untersiemau seien zur Zeit der Kreisverkehrsplatz sowie das Gewerbegebiet Nord, Richtung B4 Coburg - Bamberg.

Die Straßenzüge im neuen Gewerbegebiet würden sich bereits abzeichnen, erläuterte Rosenbauer bei seinem Vortrag. Für dieses neu angelegte Areal lägen bereits interessante Bewerbungen vor. So ziehe Netto von der Hutstraße in das Gelände. Eine Tankstelle habe ihr Interesse bekundet. Mit den Endplanungen für den Kreisverkehrsplatz soll gleich zu Beginn 2019 begonnen werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass bei guten Bedingungen im Mai mit den Baumaßnahmen begonnen werden könne.

Auf dem Kreisel treffen vier Straßenäste zusammen: Abzweigung der B4, CO 28 (Ortsdurchfahrt), CO 12 (aus Meschenbach) sowie die Abzweigung Gewerbegebiet. Die Bauzeit dürfte etwa zehn Monate dauern, stellt das Gemeindeoberhaupt fest. Er erläuterte auch auf Anfrage, die Möglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer, um in das Gewerbegebiet zu gelangen.

Aber auch auf der östlichen Straßenseite wurde und wird gebaut. Dort ist die neue Sophienstraße als Verbindung vom Pyramidenweg zur Neuen Heimat fertiggestellt. Über die Sophienstraße soll in den nächsten Jahren der Weg abzweigen in eine neue Senioren-Wohnanlage mit 48 Wohneinheiten. Nach den Gebäuden soll sich im hinteren Bereich eine kleine Parkanlage anschließen. Wie Rosenbauer bestätigte sei man allerdings mit dem Interessenten noch in Verhandlungen.

Anregungen und Nachfragen

Der Bürgermeister wurde gefragt, wie er, bei immer mehr Baugebieten, über den Flächen- und Landschafts-Verbrauch denke? Werde denn etwas unternommen, um den Leerständen im Kern der Gemeinde entgegen zu wirken? Rolf Rosenbauer meinte, dass er das Problem erkannt habe und dass man sich in Kürze, damit befassen müsse. Er könne sich ein Gemeinde-Entwicklungs-Konzept vorstellen.

Seit Wochen würde ein Lkw nach dem anderen mit Abraum auf dem Weg zur Deponie Tiefenroth durch die Gemeinde rollen und die Ortsstraßen verschmutzen und zerstören. Vor allem die Landwirte zeigen sich verärgert, wurde angesprochen, da sie schließlich einen großen Teil der Sanierungskosten dieser Straßen übernehmen müssten. Rolf Rosenbauer versuchte zu beruhigen in dem er feststellte, dass mit der Transportunternehmen vereinbart worden sei, die Straßen nach Beendigung wieder herzustellen.

Die restlichen Anfragen beinhalteten neben kleinen Kritiken aber auch Lob für die Anstrengungen der Gemeinde. Noch ein paar kleine Anregungen der Besucher: Durch den großen Besucherandrang in der "Piratenbucht", fehlt es hinten bis vorne an Parkplätzen. Auf die Beutel-Stationen für Hundekot sollte besser hingewiesen werden. Das betreffe vor allem die Nähe des Freizeitgeländes.



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