Seßlach
Altstadtfest

Unterhaltsame Mittelalter-Reise in und um Seßlach

Der Seßlacher Maximiliansplatz platzte am Wochenende fast aus den Nähten. Das Altstadtfest bot kunterbunte Unterhaltung.
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Viel mittelalterlich gewandte Menschen gab es in und um Seßlach herum am Wochenende zu bestaunen, wie hier Mitglieder des Burgen- und Heimatvereins Altenstein.
Viel mittelalterlich gewandte Menschen gab es in und um Seßlach herum am Wochenende zu bestaunen, wie hier Mitglieder des Burgen- und Heimatvereins Altenstein.
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"Super Stimmung", "schönes Städtchen", "tolle Menschen": Die Gäste, die aus nah und fern am vergangenen Wochenende das Seßlacher Altstadtfest besuchten, waren begeistert. Egal ob beim Flohmarkt, mittelalterlichen Treiben, historischen Umzug, Böllerschießen, bei der Feuershow, der Moden- oder Greifvogelschau oder beim Kasperltheater, ob bei einem der musikalischen oder kulinarischen Leckerbissen: Jeder Besucher kam auf seine Kosten. Selbst die Bierliebhaber, obwohl Bürgermeister Martin Mittag (CSU) doch glatt beim traditionellen Anstich zunächst kein Fass zur Verfügung stand. Sollte etwa ein Bierdieb sein Unwesen treiben?

Rettung nahte, als die Seßlacher Mönche flugs Nachschub aus dem Kommun-Brauhaus zur Bühne brachten. Nur schwer bahnten sie sich einen Weg durch die Massen. Offensichtlich hatten die Besucher trotz vielfacher Umleitungen den Weg ins historische Städtchen gefunden. Selbst in den imposanten Festzug mit rund 200 Mitwirkenden hatte der Rathauschef zuvor das Schild "Umleitung" mitgenommen. Flankiert von der Bürgerwehr, dem Seßlacher und Schwebheimer Ritter flanierte Mittag gemeinsam mit Ehrengästen wie Landrat Michael Busch (SPD) und SPD-Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner durch die Altstadt und halb um die Stadtmauer. Viel mittelalterliches Flair verbreiteten die Landsknechte zu Merchingen, Musketiere aus Höchstadt/Aisch, Mönche vom Georgenberg, Kaufleute aus Bad Staffelstein, Erlebnisfalkner aus Tambach, die Heimatvereine aus Rödental und Altenstein, Ritter zum Heiligen Kreuz zu Coburg, Bellicum Montanum sowie Ferus Franconia und Turnerschaft aus Bayreuth sowie die Seßlacher Stadtführer. Einheimische Kinder und Erwachsene hatten sich ebenfalls in historische Gewänder gekleidet. Begleitet wurden alle von der Stadtkapelle Seßlach und rund 50 Böllerschützen, die mittendrin die alte Rodachbrücke zum Beben brachten.


Für jeden etwas

Als "Ritter Heinrich zu Geiersberg ob Seßlach" alias Heinz Winkelmann in diesem Jahr zum Schlag ausholte, traf es einen "heiligen Mann": Pfarrer Tobias Knötig (Heilgersdorf) darf sich nun "Ritter Tobias der Fromme vom Christenstein" nennen. Damit honorierte der Seßlacher Ritter die Liebe des Kirchenmannes zu Franken, besonders zum "fränkischen Seidla". Der Protestant bewies gleich, dass er das Niederknien durchaus beherrscht. Ganz wohl war ihm bei der Prozedur aber nicht: "Ich hob' schon gedenkt, es gibt 'ne Hinrichtung", meinte Knötig.
Die Falkner beeindruckten mit ihren Schützlingen bei der Greifvogelschau ebenso wie die kleinen Models bei der Modenschau in der Flenderstraße. Nur einem Turmfalken war das Treiben offensichtlich zu viel: Er entwischte den Falknern bei der Vorführung und flog heim gen Tambach. Kunstinteressierten boten sich gleich zwei Ziele an: Der Schweizer Marcel Wagner zeigte im Rothenberger Torturm seine Bilder, Thomas Mertel präsentierte seine "Move-It-Paintings" im Pfarrsaal. Nicht nur das Auge kam bei Mertel auf seine Kosten: Begleitet wurde die Bildershow durch eine Weinverkostung.

Einen Tag früher als gewohnt war das Fest am Freitagabend mit einer DJ-Party gestartet. Spielte da der Wettergott noch nicht mit, war er ab Samstagvormittag auf Seiten der Organisatoren. Schon beim offiziellen Startschuss konnte der Bürgermeister am Samstagvormittag auch die Sonne begrüßen. Für musikalische Unterhaltung sorgten am Samstagabend "Hashtag" auf der Festbühne sowie "Age before Beauty" im Pörtnerhof. Zum Festausklang am Sonntag gastierte die Band "Late Night". Florian Greußling und Jasmin Schindler luden zu mittelalterlichen Lesungen mit Gesang ein. Mit "Unvermeydbar" spielte selbst eine Mittelalterband auf. Aus der Dornröschenstadt Hofgeismar angereist, wollten die Hessen nun Seßlach "wachküssen".

Und so macht die "Perle des Coburger Landes" ihrem Namen am Wochenende alle Ehre. "Wir kommen nächstes Jahr wieder" lautete einer der meistgehörten Sätze. "Es ist das ganze Flair, das diese Stadt ausstrahlt", sagte Franz Knogler aus Pfarrkirchen. Der Niederbayer zeigte sich angetan von der "Ursprünglichkeit" Seßlachs: "Hier gibt es fast keine Bausünden". Und Spielmann Lupus von der Hayd aus Melsungen überlegt mit seiner Ysa, gleich ganz hierher zu ziehen: "Franken ist der schönste Teil von Deutschland und Seßlach ein besonders schöner Winkel Frankens", zeigt sich der Puppenspieler mit dem Drachen überzeugt.
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