Großheirath
Sitzung

Umgestaltung in Rossach wird teurer

Der Gemeinderat Großheirath musste erfahren und hinnehmen, dass die laufenden Sanierungen im Gemeindebereich teils schwierig sind und die Kosten steigern.
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Die Sanierung der Kirchgasse und des Kirchenumfelds sind Bestandteil der Rossacher Dorferneuerung. Seit der Gemeinderatssitzung am Montagabend ist klar, dass das gesamte Projekt am Ende wohl deutlich über zwei Millionen Euro kosten wird. Foto: Berthold Köhler
Die Sanierung der Kirchgasse und des Kirchenumfelds sind Bestandteil der Rossacher Dorferneuerung. Seit der Gemeinderatssitzung am Montagabend ist klar, dass das gesamte Projekt am Ende wohl deutlich über zwei Millionen Euro kosten wird. Foto: Berthold Köhler

Im Dorferneuerungsverfahren Rossach haben sich im Zuge der Bauarbeiten unvorhergesehene Kostensteigerungen ergeben. Das musste der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Montag erfahren. So gab es Überraschungen bei der Kanalisation und den Gas- und Telefonleitungen in der Kirchgasse. Das Amt für ländliche Entwicklung hat nun deshalb eine Nachtragsvereinbarung vorgelegt, die sich auf 2 637 276 Euro beziffert, wovon der Anteil für die Gemeinde Großheirath 1 013 004 Euro beträgt. Da blieb dem Gemeinderat nichts anderes übrig, als zuzustimmen.

Ausgiebige Diskussion

Die Sanierungen im Gemeindebereich gestalten sich gar nicht so einfach, wenn viele Meinungen zusammentreffen, das habe er feststellen müssen, sagte Gemeinderat Johannes Höh (SPD/FWG), als er seinen Gemeinderatskollegen seine Konzepte zur Neugestaltung des Rossacher Friedhofes und des Vorplatzes am Gemeindehaus Bachstraße ("Alter Kindergarten") vorstellte. Nach der Fällung der Linde auf dem Friedhof ist die Neugestaltung laut Höh wie folgt beabsichtigt: Die Leichenhalle wird neu gestrichen, der Treppenaufgang und die Fläche unter der Überdachung werden saniert, der Hauptweg wird an die Breite des Baggers des auf dem Friedhof eingesetzten Bestattungsinstituts angepasst und neu gepflastert, der Platz vor der Leichenhalle wird trichterförmig auf die Halle zulaufend verkleinert und ebenfalls gepflastert. Schließlich soll die frei werdende Fläche begrünt und neue Bänke sollen aufgestellt werden. In die Mitte des Platzes soll ein neuer Baum gepflanzt werden.

Zur Neugestaltung des Vorplatzes am Gemeindehaus Bachstraße gibt es eine neue Version, die mit den Fraktionsvorsitzenden schon vorbesprochen war und im Gemeinderat erneut zu ausgiebigen Diskussionen bezüglich Zugangsrampe, Pflasterung, Geländer und Platzgestaltung führte. Schlussendlich stimmten die Räte der neuen Version einstimmig zu.

Anlieger werden verschont

Um die Kosten zur Anlage eines Grünstreifens am Baugebiet Mehlm kommen die Anlieger herum. Die Gemeinde übernimmt diese Pflicht, entschied der Gemeinderat, nachdem in anderen Baugebieten ebenfalls keine Kosten der Ortsrandbegrünung umgelegt wurden. Ferner berücksichtigte man, dass das Baugebiet Mehlm über einen Zeitraum von fast 20 Jahren bebaut wurde und mancher von den früheren Erwerbern gar nicht mehr mit einer Erstattungspflicht rechnen würde. Ursprünglich sollte der Grünstreifen zehn Meter breit sein, wurde dann aber auf fünf Meter verringert, wodurch sich auch die Kosten halbierten. Viele der Anlieger haben den übrig gewordenen Fünfmeterstreifen gekauft, außerdem ergab sich ein zusätzlicher Bauplatz. Die Pflanzen für den Streifen sind aus einer festgelegten Liste zu wählen. Am Donnerstag, 25. Juli, soll ein Entwurf mit den Anliegern besprochen werden. Man rechnet mit geschätzten Kosten in Höhe von 15 000 Euro, die die Gemeinde in voller Höhe trägt.

Großheirath ist grundsätzlich bereit, sich an das Bayerische Behördennetz anzuschließen. Es geht um ein Netz für die staatlichen und kommunalen Verwaltungen mit hoher IT-Sicherheit. Die Kommunen können sich über das Landkreisnetz anschließen. "Bisher hat das nicht geklappt", bedauerte Bürgermeister Udo Siegel (CSU/Bürgerblock), doch jetzt soll es möglich sein.

Produktionsbeginn 2020

Für das Gewerbegebiet Großheirath Nord-West hat die Gemeinde einen neuen Interessenten. Zwei Vertreter der Firma Natur in Form GmbH mit Sitz in Redwitz an der Rodach stellten dem Gemeinderat ihr Unternehmen vor, das im Wesentlichen Holzschnitzel mit einem Kunststoffmaterial vereint und im Extrusionsverfahren daraus Holzprofile für den Außenbereich herstellt. Die Firma könnte 2,7 Hektar freie Fläche im Gewerbegebiet bekommen und ihre Anlagen nach den technischen und ortsgestalterischen Gesichtspunkten planen. Mit kleinen Änderungen im Bebauungsplan müsste die Gemeinde jedoch dem Unternehmen entgegen kommen, hieß es bei der Sitzung. Eine Teilfläche müsste wegen des Produktionsverfahrens in "Industriegebiet" umbenannt werden. Die Firma hat es eilig, bereits im Jahr 2020 soll Baubeginn sein und Ende 2020 die Produktion laufen.

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