Coburg

Umfrage: Wie spart Coburg?

Der 30. Oktober wird seit fast 100 Jahren als "Weltspartag" begangen - aber wie sparen die Coburger heute und welche Bedeutung hat das Geld auf der hohen Kante? Wir haben uns umgehört.
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Die Auszubildenden der Sparkasse bereiteten gestern den Schalter für die jüngsten Sparer vor, der ab heute auch von ihnen betreut wird (von links): Kevin Herbst, Felix Engelhardt, Joshua Nußwaldt und Nina Schunk. Foto: Helke Renner
Die Auszubildenden der Sparkasse bereiteten gestern den Schalter für die jüngsten Sparer vor, der ab heute auch von ihnen betreut wird (von links): Kevin Herbst, Felix Engelhardt, Joshua Nußwaldt und Nina Schunk. Foto: Helke Renner
Sparstrumpf oder Sparschwein: Wie unterschiedlich sparen eigentlich die Generationen? Walter Partheymüller, Abteilungsleiter Unternehmenskommunikation bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels sagt dazu: "Der Trend zur Bildung von Sachvermögen setzt sich weiterhin fort. Eine besondere Rolle spielen dabei die Investitionen der privaten Haushalte in Wohnimmobilien." Ein Großteil und immer noch wachsender Teil der Verbraucher halte zurzeit das Eigenheim für diejenige Sparform, die sich am besten für den Vermögensaufbau eignet.

Volker Jeziorski von der VR-Bank Coburg unterscheidet da mehr. Junge Kunden bevorzugten kurzfristige flexible Geldanlagen, nutzen Internet und Online-Banking. Menschen mittleren Alters legen nach Erfahrung der VR-Bank großen Wert auf ganzheitliche Beratung, wollen Struktur in ihren Vermögensaufbau bringen, Ertrag sei ihnen wichtig sowie eine Altersvorsorgeplanung.


Ruhig und risikolos

Und ältere Kunden möchten eine ruhige und risikolose Geldanlage, Kinder und Enkelkinder sollen bedacht, erbschaftssteuerliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden. Vollmachten sind ein wichtiger Beratungspunkt, sagt Jeziorski. Aber auch das Thema Gewinnsparen sei eines, das immer mehr genutzt wird. Hier werde auf ganz einfache Weise mit kleinen Beträgen eine große Wirkung erzielt. Kurz vor dem Jahresende werde das gesparte Kapital ausgezahlt und mit den Erträgen des Los einsatzes habe man noch eine gemeinnützige Spende veranlasst.

Zurück zum Sparen. Wie fleißig sparen die Coburger zum Weltspartag? Und hat sich das Sparverhalten in den letzten fünf Jahren verändert?

Cornelia Wenzel, Filialdirektorin der HypoVereinsbank hat in den vergangenen Jahren beobachtet, dass es den "Weltspartag von früher, mit Spardosen, die zu leeren sind (am separaten Kinderschalter), glänzende Kinderaugen, die sich über die Summe fürs Sparbuch freuen und ein Geschenk mitbekommen, von Jahr zu Jahr weniger gibt".

Die Coburger Kinder würden aber dennoch regelmäßig sparen und es gebe nicht nur zum Weltspartag "Belohnungen" fürs tüchtige Sparen. "Wir haben unser Start-Konto für Kids in Verbindung mit unserer Lego-Partnerschaft, wo alle Kinder bei Eröffnung das erste Lego-Geschenk bekommen.

Bundesweit lässt sich sagen, dass die Deutschen etwas weniger sparen als in den Vorjahren. "Die Sparquote, also das Verhältnis der Sparsumme zum verfügbaren Einkommen, geht weiterhin leicht zurück", erläutert Partheymüller von der Sparkasse. Es sei also nach wie vor nicht zu einem Angstsparen aufgrund der Unsicherheiten infolge der Euro-Schuldenkrise gekommen. Obwohl die Sparquote der Deutschen gesunken ist, befinde sie sich aber noch auf vergleichsweise hohem Niveau.

Geld auf die Seite legen

Für die Sparkasse Coburg-Lichtenfels gelten diese Aussagen ebenfalls. Obwohl insgesamt weniger gespart wird, legen die Kunden der Sparkasse dennoch weiterhin Geld auf die Seite. Die seit Jahren stetig steigenden Einlagen belegen dies.

"Sparen ist für unsere Kunden ein Ganzjahresthema. Durch unseren ganzheitlichen Beratungsansatz, wird der Kunde nach seinen Zielen, Wünschen und Prioritäten lückenlos und individuell beraten und informiert", wirbt Volker Jeziorski von der VR-Bank.

In der Weltsparwoche werde trotzdem ein Sonderprodukt erwartet. Auch Neukunden nutzen diese oft, um die Banken näher kennenzulernen.

Ist der Weltspartag mit seinen vielen kleinen Präsenten für die Kinder ein Kunden-Gewinn-Tag?
Walther Partheymüller holt dazu in der Geschichte aus: Der Weltspartag, der bundesweit am 30. Oktober 2013 begangen wird, ist nach wie vor ein Tag, an dem sich die Menschen ganz intensiv mit den Themen "Sparen" und "Vorsorge" auseinandersetzen. Dieser Tag wurde auf dem 1. Internationalen Sparkassenkongress im Oktober 1924 in Mailand von Vertretern aus 29 Ländern beschlossen. Er ist auch ein Tag, an dem die Sparkassen ihre Kompetenz im Privatkundengeschäft bei den Menschen noch einmal greifbar machen.
"Sparkassen zeigen dabei einmal mehr, dass sie an Spareinlagen zur Refinanzierung ihres Kreditgeschäftes interessiert sind und nicht gleich den einfachen Weg der Beschaffung am Kapitalmarkt gehen", sagt der Sparkassenvertreter.
Für die Kleinen sei es ein ganz besonderer Tag. Denn gerade die Geschenke, die es als "Lohn" für das fleißige Sparen gibt, seien immer noch ein guter Grund für Kinder, am Weltspartag zur Sparkasse zu kommen.
Die Weltsparwoche hat auch für die VR-Bank Coburg immer noch sehr große Bedeutung. Viele Eltern nutzten diese, um ihren Kindern das Thema "Sparen" näherzubringen. "Die Kinder freuen sich über die Geschenke, die das Sparen belohnen, die Erwachsenen über den Start der Ausgabe unserer Kalender - im besonderen des Jahresbildkalenders", meint Jeziorski. Die Sparwoche der VR-Bank geht in diesem Jahr vom 23. bis 30. Oktober.
In der Commerzbank Coburg gibt es keinen "offiziellen" Weltspartag. Kinder werden jedoch bei Einzahlungen am 30. Oktober mit einem kleinen Präsent belohnt, erläutert Michael Krauss, Mitglied der Geschäftsleitung Privat- und Geschäftskunden.

Vermögenswerte bedroht

Wenn es ums Sparen ganz allgemein geht, weist er jedoch darauf hin, dass der Wert des Ersparten der Bayern schrumpft. Rund 276 Milliarden Euro haben sie laut Bundesbankstatistik auf Spar- und Tagesgeldkonten liegen. "Der reale Wert dieser Spareinlagen sinkt allein in diesem Jahr um etwa drei Milliarden Euro." Grund sei die schleichende Enteignung. Davon sprechen Volkswirte, wenn die Zinsen für Sparguthaben unter der Inflationsrate liegen. Derzeit liegt die Preissteigerung bei rund zwei Prozent. Sparguthaben werden deutlich niedriger verzinst.
Krauss: "Wir erwarten nicht, dass die Zinsen kurzfristig steigen. So sind bis 2016 bis zu 21 Milliarden Euro Vermögenswerte in Bayern bedroht." Das entspreche einem realen Wertverlust von 7,6 Prozent. Bundesweit sind nach Berechnungen der Commerzbank-Volkswirte in den kommenden vier Jahren rund 100 Milliarden Euro private Vermögenswerte durch die Inflation gefährdet. Aktuell liegen insgesamt rund 1,7 Billionen Euro in Spar-, Termin- und Sichteinlagen. Das sind rund 40 Prozent des Vermögens der deutschen Privathaushalte.


HINTERGRUND


Der Weltspartag findet in Deutschland am 30. Oktober statt. Er wurde auf dem 1. Internationalen Sparkassenkongress im Oktober 1924 in Mailand von Vertretern aus 29 Ländern beschlossen, um den Gedanken des Sparens weltweit im Bewusstsein zu halten und auf die Bedeutung für die Volkswirtschaft hinzuweisen.
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