Coburg
Programm

Um 15.17 Uhr läuten in Coburg die Glocken

Der Kirchenkreis-Kirchentag am 31. Oktober ist der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe zum 500. Reformations-Jubiläum in Coburg.
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Regionalbischöfin Dorothea Greiner und die Dekane Stefan Kirchberger (links) und Andreas Kleefeld mit dem prall gefüllten Programm zum Kirchenkreis-Kirchentag am Reformationstag. Ulrike Nauer
Regionalbischöfin Dorothea Greiner und die Dekane Stefan Kirchberger (links) und Andreas Kleefeld mit dem prall gefüllten Programm zum Kirchenkreis-Kirchentag am Reformationstag. Ulrike Nauer
Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche von Wittenberg geschlagen haben und damit die Reformation ausgelöst haben. Exakt 500 Jahre später, beim Kirchenkreis-Kirchentag am 31. Oktober 2017, wird die Zahl 1517 eine besondere Rolle spielen: Punkt 15.17 Uhr werden in Coburg die Kirchenglocken läuten - und im Rahmen einer Andacht wird um Segen und Frieden gebetet. Die Andacht ist einer von zahlreichen Punkten im umfangreichen Programm des bislang einmaligen Kirchenkreis-Kirchentages, den Dorothea Greiner bewusst ökumenisch angelegt hat. Am Dienstag stellte die Regionalbischöfin das Programm vor.
Genau genommen beginne der Kirchenkreis-Kirchentag schon am Abend vor dem 31. Oktober - mit dem kirchlich bayrischen Pfarrkabarett "Weißblaues Beffchen" (18 Uhr, Kongresshaus Rosengarten). Das Programm trägt den Titel "Die spinnen, die Römer". "Ich hoffe, unsere katholischen Kollegen nehmen uns das nicht übel", scherzte Greiner bei der Programmvorstellung.
Richtig los geht es dann am Reformationstag um 10 Uhr in der Morizkirche. Dorothea Greiner wird gemeinsam mit Erzbischof Ludwig Schick den Eröffnungsgottesdienst halten. "Das ist das erste Mal, dass ein Erzbischof in St. Moriz auf der Kanzel stehen wird", so Greiner. Weil noch niemand zuverlässig abschätzen kann, wie viele Gäste kommen werden, läuft der Eröffnungsgottesdienst zeitgleich auch in der Salvatorkirche. Die (identische) Predigt werden die Ehepartner von Dorothea Greiner sowie von Dekan Stefan Kirchberger gemeinsam halten. "Das ist der Vorteil von Theologen-Ehepaaren", meinte Greiner schmunzelnd.
Eine Besonderheit, die die Wertschätzung der Stadt Coburg widerspiegele, sei die Einladung an die drei Bischöfe - Greiner, Schick und den anglikanischen Bischof von Chichester, Martin Warner, sich nach dem Gottesdienst ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. "Drei Bischöfe dreier Weltreligionen zusammen, das ist auch eine Premiere", so Greiner.
Nach zahlreichen musikalischen Beiträgen, Kinder- und Jugendprogramm, dem politischen Frühschoppen mit den vier Synodalen, die auch im bayerischen Landtag vertreten sind (Markus Söder, Peter Meyer, Verena Osgyan und Markus Rinderspacher) und den Ökumene-Gesprächen mit der Regionalbischöfin und Erzbischof Schick werden schließlich um 15.17 Uhr die Glocken läuten. "Fünf Minuten lang für fünf Jahrhunderte", erläuterte Greiner. Sämtliche Coburger Kirchengemeinden seien ermutigt worden, sich zu beteiligen, sagte Dekan Andreas Kleefeld. Praktisch jeder, der das Programmheft in den Händen hält, könne das Gebet mitsprechen, wenn das Läuten beginnt, denn darin ist es abgedruckt.
Das Programm liegt in gedruckter Form an vielen Stellen in der Stadt aus. Auf der Internetseite www.kirchenkreiskirchentag.de steht es auch zum Herunterladen bereit. Dort gibt es auch ausführliche Informationen für Besucher und einen Stadtplan mit allen Veranstaltungsorten.
Dorothea Greiner will den Kirchenkreis-Kirchentag nicht nur als Abschluss des Lutherjahres 2017 verstanden wissen, sondern auch als Startschuss für die reformatorischen Ereignisse, die in den kommenden Jahren anstehen werden - zum Beispiel 2021, wenn sich der Erscheinungstag von Luthers wohl wichtigster Schrift, "Von der Freiheit eines Christenmenschen", zum 500. Mal jährt. Greiner: "Dieser ökumenische Schwung soll weiter gehen."
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