Gemünda

Trinkbares Quellwasser erfrischt Wanderer bei Gemünda

Im Frühjahr wird bei Gemünda die neue Quelle eingeweiht. Das Stiftungsvermögen darf zukünftig zu einem Teil auch in Aktien angelegt werden.
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Sie ist das neueste Projekt der Stiftung "Dorfgemeinschaft 1150 Jahre Gemünda": die Quelle an der Heiligenleite, unweit der beliebten Kapelle. Foto: Bettina Knauth
Sie ist das neueste Projekt der Stiftung "Dorfgemeinschaft 1150 Jahre Gemünda": die Quelle an der Heiligenleite, unweit der beliebten Kapelle. Foto: Bettina Knauth
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2017 war ein turbulentes Jahr für Gemünda. Als "arbeitsreich und alles andere als langweilig" bezeichnete es der Vorsitzende Hendrik Dressel bei der Hauptversammlung der Stiftung "1150 Jahre Dorfgemeinschaft Gemünda". Neben Nackenschlägen wie der Schließung der Arztpraxis gab es auch festliche Höhepunkte, zum Beispiel das 5. Jubiläum der Kapelle an der Heiligenleite Ende März und die Schtoodlhenna im September. In der Zehntscheune lohnte sich das finanzielle Wagnis, die "Leipziger Pfeffermühle" zu verpflichten. Auch der von Michael Löhlein organisierte Schottische Abend, der Gottesdienst mit Frühschoppen von Kirchengemeinde und Imkerverein sowie der Musikabend "Rock trifft Klassik" des MGV Harmonie (mit Hilfe der "Autenhausner Musikanten") gerieten zum vollen Erfolg. Lediglich der Konzertabend des OGV mit Suzan Baker und Dennis Lüddicke habe nicht den Zuspruch gefunden, den er verdient gehabt hätte. "Die gesamte Schtoodlhenna 2017 genügte höchsten kulturellen Ansprüchen", zog Dressel ein positives Resümee, "ich behaupte, dass dieses Programm einmalig für ein 500 Einwohner zählendes Dorf war." Allerdings, gab Dressel zu bedenken, seien die Helfer auch an ihre Grenzen gestoßen, "mehr geht nicht". Leider sei die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren zwar für einen harten Kern, aber nicht für jedermann selbstverständlich. Zum harmonischen Ausklang des Jahres trafen sich die Gemündaer am 3. Adventssonntag bei Adventskonzert mit anschließender Dorfweihnacht, die erstmals in der von Marcus Schweizer neu sanierten Scheune stattfand.

Neu gestaltet wurde auch der Friedhof, auf dem zudem ein Urnenfeld neu angelegt wurde. "Das ist kein Projekt der Stiftung, aber wir durften mithelfen", hob Dressel hervor. Sein Dank galt dem "unermüdlichen Einsatz" von Gudrun Jöchner. Weiterhin verfolgt wird die Idee eines Fest- und Feierplatzes zwischen Kirche, Friedhof und Pfarrhaus, die mit Städtebauförderungsmitteln umgesetzt werden soll. "Dafür müsste Gemünda bei der Erstellung eines Isek berücksichtigt werden", sagte Dressel. Die Dorfgemeinschaft befürworte dies.

Nach kurzer Diskussion regte sich aus der Versammlung kein Widerstand gegen eine Satzungsänderung, die beim Umgang mit dem Stiftungsvermögen mehr Anlageformen ermöglicht. Zukünftig ist das Stammkapital in Höhe von 50 000 Euro zwar weiterhin "bestmöglich", aber nicht mehr "mündelsicher" anzulegen. Letzten Begriff soll der Stiftungsrat ersatzlos streichen. Im Einklang mit den Anlagerichtlinien für die Stiftergemeinschaft der Sparkasse Coburg-Lichtenfels sind dann auch wachstumsorientierte Anlageformen wie Aktien aus dem Dax oder Investmentfonds möglich. "Wir möchten, dass unser Kapital nicht zum Nulltarif auf dem Sparbuch liegt, sondern wachsen kann, damit uns wieder Kapitalerträge zur Verfügung stehen." Dieser Argumentation Dressels verschlossen sich die Teilnehmer nicht, nachdem er Bedenken über eine mögliche Haftung der Stiftungsräte ausgeräumt hatte.

Für das Frühjahr 2018 stellte der Vorsitzende die Einweihung der Quelle an der Heiligenleite in Aussicht. Die Quelle wurde mittlerweile endgültig gefasst, das Umfeld profiliert und eingefasst. Werner Pfeuffer baute dort eine Bank auf. "Lediglich das Ein- beziehungsweise Auslaufbecken muss noch gefasst werden", sagte Dressel. Außerdem sollen dort noch die von Edgar Popp in einen Stahlrahmen gefestigten Metallplatten eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um die von Gerhard Kanz für seine Skulptur "Ein Schöpfungstag" herausgeschnittenen Platten.

"Die Quelle läuft super", bestätigte Dressel, das Wasser habe Trinkwasserqualität und könne auch bedenkenlos getrunken werden, wie entsprechende Untersuchungen ergeben hätten. Fünf Jahre dauerte der Ausbau der Quelle. "Das hat richtig Arbeit gemacht", gestand der Vorsitzende. Ein Umstand, den die Verantwortlichen "gewaltig unterschätzt" hätten. "Aber das Werk rechtfertigt den Aufwand", zeigte er sich überzeugt.
Zudem finanziere sich das Projekt allein durch Spenden und koste die Stiftung keinen Cent, stellte Hermann Gossenberger klar.

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