Coburg
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Touristik-Chef vermisst in Coburg ein Wellnesshotel

Braucht Coburg überhaupt ein zusätzliches Hotel? Diese Frage stand am Anfang des Regionentalks. Immerhin wird ein neues Ibis-Hotel gebaut.
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Die Animation des Hotelbunkers am Anger wirkte abschreckend. Das sagt jetzt auch Karl Schattmeier von der Welcome-Gruppe, die das nach dem geltenden Bebauungsplan entworfen hatte.
Die Animation des Hotelbunkers am Anger wirkte abschreckend. Das sagt jetzt auch Karl Schattmeier von der Welcome-Gruppe, die das nach dem geltenden Bebauungsplan entworfen hatte.

Die Belegung der bestehenden Häuser lasse "Luft nach oben", betont Marcus Wörl, Chef der Domero-Hotelkette, zu der auch die "Goldene Traube" (Auslastung von 68 Prozent ) gehört.

Horst Graf, der Betriebsleiter von Marketing Coburg, verweist auf die Studie zum Tagungs- und Kongresswesen, die erst am 25. November vorgestellt wird. Er könne im Moment keine konkreten Zahlen über möglicherweise fehlende Kapazitäten nennen. Mit 986 Betten und rund 140000 Übernachtungen im Jahr habe er unter den Hoteliers "gute bis zufriedenstellende Rückmeldungen" bekommen. Er würde die Lage der Hoteliers mit "Uns geht's gut!" beschreiben. Als Touristiker fehlt Graf allerdings in Coburg ein Hotel mit Wellnesscharakter, "wo die Menschen entspannen und saunieren können".

Chance nicht verpassen

Für den Unternehmer Michael Stoschek steht ganz klar fest: Coburg braucht ein neues, zusätzliches Kongresshotel. "Wir dürfen die Chance zur Wirtschaftsbelebung nicht noch einmal verpassen", sagt er mit einem kurzen Rückblick auf das gescheiterte Neue Innenstadt Konzept aus dem Jahr 2006. Mittlerweile - so Stoscheks Bilanz - fahre die Stadt Coburg mit dem Kongresshaus und der Ballsporthalle auf der Lauterer Höhe ein jährliches Defizit von 1,3 Millionen Euro ein.

Beispiel Bamberg

Durch eine Kombination von Kongresshotel und Tagungsstätte könnte dieses Minus reduziert, neue Arbeitsplätze geschaffen und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Coburg gesteigert werden, sagt Stoschek. Als Beispiel nannte er die Entwicklung von Bamberg. Die Stadt sei doppelt so groß wie Coburg, habe aber vier Mal so viel Übernachtungsmöglichkeiten.

Unterstützung bekam Stoschek von Karl Schattmaier von der Welcome-Hotel-Gruppe, die in Bamberg das Kongresshotel betreibt und bereit gewesen wäre, in Coburg ein Hotel am Anger zu betreiben. Schattmaier, ehemaliger Vorstand der Steigenberger Hotels, sieht Kapazitäten in Coburg. Auch er bringt den Vergleich mit Bamberg und könnte sich durchaus vorstellen als Betreiber eines neuen Kongresshotels mit Tagungszentrum zu fungieren.

Bunker war abschreckend

Allerdings gibt er zu, dass die Animation eines siebenstöckigen Hotelbunkers am Anger, wie vor Monaten vorgelegt, "abschreckend" war. "Es erfüllte aber die Möglichkeiten des Bebauungsplans", sagt er, könnte sich aber gut vorstellen, eher in die Breite als in die Höhe zu bauen. Tatsache sei: "Je mehr Zimmer, desto rentabler."

Kongresshaus nicht funktional

Seine Einschätzung zum Kongresshaus ist verheerend: "Es ist nicht möglich, daraus etwas zu machen - so schön die Fassade auch ist, die Nutzflächen fehlen." Ein neues Hotel braucht aber Tagungsräume, Gastronomie und Parkplätze. Deshalb sieht Schattmaier in einer Verknüpfung von Kongresshotel und neuer Tagungsstätte die einzige sinnvolle Alternative.

Das sieht auch Horst Graf so. Zwar bricht er eine Lanze für seine engagierten Mitarbeiter, die "gute Arbeit" leisten, aber: "Das Kongresshaus ist nicht barrierefrei, die Foyerfläche ist zu klein, die Raumzuschnitte ungünstig, die Deckenhöhe begrenzt, und mehr als 1000 Besucher kriegen wir nicht unter."

Der Touristik-Chef möchte über den Standort eines neuen Hotels nichts sagen, aber "wenn ein neues Hotel gebaut wird, sollte schon Geld in die Hand genommen werden, um das Kongresshaus anzupassen."

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