Coburg
Basketball

Topfavorit auf Stippvisite beim BBC Coburg

Die Coburger Korbjäger hoffen, dass ausgerechnet gegen den Meisterschaftsfavoriten Elchingen am Sonntag ab 16 Uhr der Knoten in der HUK-Arena platzt.
Artikel drucken Artikel einbetten
So wollen ihn die Fans sehen: Sven Lorber mit Zug zum Korb. Der BBC-Spieler will am Sonntag mit seinem Team endlich punkten. Foto: Martin Vogel
So wollen ihn die Fans sehen: Sven Lorber mit Zug zum Korb. Der BBC-Spieler will am Sonntag mit seinem Team endlich punkten. Foto: Martin Vogel
+1 Bild

Der Spielplan der 2. Basketball Bundesliga ProB Süd ist unerbittlich für den BBC Coburg: Nach den mit ihren Doppel-Lizenzlern antretenden Würzburgern, den ProA-Absteigern aus Hanau und Baunach ist am 4. Spieltag der Ligafavorit scanplus baskets Elchingen zu Gast bei den noch sieglosen Vestestädtern. Das Spiel beginnt am Sonntag um 16 Uhr in der HUK-Arena.

"Wir hatten eine gute Trainingswoche", wie Cheftrainer Ulf Schabacker betont, und das trotz personeller Schwierigkeiten: Nico Wenzl war krank, Johannes Krug bekam nach seiner Platzwunde erst am Donnerstag die Fäden gezogen.

Der Brite ist wieder fit

Immerhin gab es Anfang der Woche die gute Nachricht, dass die Verletzung von Shore Adenekan aus dem Derby gegen Baunach nicht allzu schlimm ist: Der 2,06 Meter große Brite soll gegen Elchingen ebenso mit von der Partie sein wie Kapitän Christopher Wolf. Der ist zwar aufgrund einer Daumenverletzung derzeit gehandicapt, lässt es sich aber nicht nehmen, für sein Team aufzulaufen. Und das kann jede Unterstützung gebrauchen, kommt doch der absolute Topfavorit in die Arena.

Als einziges Team der ProB Süd verkündeten die Schwaben, dass sie den Aufstieg als Ziel haben. Den Auftakt in die Saison verpatzten die Elchinger zwar, als man gegen Hanau nach drei Verlängerungen (!) mit 100:101 unterlag, bei Aufsteiger Oberhaching und gegen Gießen hielt man sich dann aber schadlos, liegt derzeit auf Rang vier und hat die Tabellenspitze der Südstaffel fest im Blick.

Erfahrener Mann: Igor Perovic

Mit Igor Perovic steht ein erfahrener Mann an der Seitenlinie, der insgesamt sieben Jahre als Spieler (Würzburg, Tübingen) sowie sechs Jahre als Tübinger Cheftrainer in der Basketball-Bundesliga aktiv war. Auch Flügelspieler Jacob Mampuya, mit 20,3 Punkten im Schnitt der Topscorer der Elche, spielte bereits für Tübingen im Oberhaus, sammelte ansonsten in Quakenbrück, Kirchheim, Nördlingen, Karlsruhe und auf Schalke eine Menge Zweitliga-Erfahrung.

Gleiches gilt für Center Kristian Kuhn: Er spielte für Langen, Cuxhaven, Heidelberg und Jena in der ProA, lief mit Weißenfels in der BBL auf und war für Ehingen und eben Elchingen in der ProB aktiv. Mit 10,3 Punkten und 7,7 Rebounds ist er der Fokuspunkt der Gäste unter dem Korb.

Neben ihm steht mit Lamar Mallory - richtig, Sie ahnen es - ein Spieler, der in Lich und Iserlohn bereits ordentlich ProB-Erfahrung sammelte: Bei den Hessen kam der Forward auf 16,6 Zähler und 10,3 Bretter im Schnitt, darf sich jetzt neben Kuhn aber etwas zurücknehmen. Scharfschütze Eric Curth verletzte sich derweil beim Saisonauftakt schwer und wird Perovic wohl einige Monate nicht zur Verfügung stehen.

Bleibt noch ein letztes Kuriosum: Mit Calvin Oldham haben die Elchinger einen Spieler im Kader, der zwar US-Amerikaner ist, dennoch als Local Player im Sinne der Ausländerregelung gilt. Der Forward wurde in Berlin geboren, als sein Vater für ALBA spielte, und startete seine Karriere in der Jugend von Bayer Leverkusen, ehe er in die USA ging.

Einzelgespräche beim BBC

Beim BBC standen in dieser Woche neben dem Trainingsbetrieb einige Einzelgespräche auf dem Plan, um den bisherigen Saisonverlauf zu analysieren und zu reflektieren, an welchen Stellschrauben man bei der Mannschaft drehen kann, um das junge Team besser auf die Herausforderungen der ProB einzustellen. "Wir geben unserer Mannschaft Zeit", betont BBC-Geschäftsführer Wolfgang Gremmelmaier. Trainer Schabacker sekundiert: "Wir wollen uns weiter verbessern. Die Transitionverteidigung war in Baunach besser, aber wir hatten Schwächen im Rebound und im Pick-and-Roll. In der Offensive haben wir einige Dinge umgestellt, mal sehen, ob das fruchtet. Wir brauchen bessere Ballbewegung, um unsere individuellen Fähigkeiten ins Spiel zu bringen. Gegen Elchingen ist eine Überraschung mit einer Mittelklasse-Leistung nicht zu machen."

Einen Appell richtet Schabacker an das Coburger Publikum: "Auch, wenn wir noch nicht auf unserem Level sind: kommt zahlreich und stärkt der Mannschaft den Rücken!"

Das aktuell Inteview

"Leitwolf" Chris Wolf: "Aufgeben ist nicht in unserer DNA" Bei Christopher Wolf ist derzeit Hochbetrieb angesagt. Der Forward des BBC Coburg steht in der 2. Basketball Bundesliga ProB Süd auf dem Parkett, dazu hat das Semester für den Studenten der Hochschule Coburg wieder begonnen. Im Tageblatt-Interview redet der Kapitän des BBC Coburg, wie gewohnt, Tacheles.

Chris Wolf, der BBC ist mit drei Niederlagen in die Saison gestartet. Wie ist die Stimmung?

Christopher Wolf: Wir sind schon ein bisschen betrübt, weil wir uns das anders vorgestellt haben. Als Sportler willst du sowieso immer gewinnen. Aber wir zeigen nicht mit den Fingern aufeinander, wollen da gemeinsam rauskommen.

Was waren die Gründe für die drei Niederlagen?

Man muss klar sagen, dass wir in den ersten drei Spielen eigentlich keine Siegchance hatten. Wir waren phasenweise dran, aber wir haben noch keine Konstanz in unserem Spiel über 40 Minuten. Wenn wir einem zweistelligen Rückstand hinterherlaufen, wird es schwierig.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass die Mannschaft "zusammengewürfelt" sei?

Es ist schon eine schwierige Situation, eine ganz neue Mannschaft zu haben. Aber wir sind nicht zusammengewürfelt, eigentlich kommen alle aus der Region. Viele von uns kannten sich untereinander schon. Die Teamchemie ist am absoluten Maximum, wir verstehen uns wirklich super! Jetzt wollen wir auch zusammen Erfolge feiern.

Sie sind derzeit angeschlagen, haben eine Kapselverletzung am Daumen. Wie geht es Ihnen?

Der Arzt sagt, es besteht kein Risiko, dass die Verletzung sich verschlimmert. Gegen Hanau hatte ich noch sehr starke Schmerzen, gegen Baunach war es schon etwas besser. Aber natürlich hast du das im Hinterkopf und denkst daran, weil der Daumen beim Basketball natürlich wichtig ist. Ich hoffe, dass die Schwellung bald zurückgeht.

Dass Sie trotz der Verletzung spielen, hat sicher auch damit zu tun, dass Sie als Kapitän vorangehen wollen.

Nein, das würde ich auch machen, wenn ich nicht Kapitän wäre. Das habe ich aus dem Bamberger Jugendprogramm mitgenommen: Gewinnen ist das A und O, und ich bin wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und kann helfen, Spiele zu gewinnen - also beiße ich mich durch. Nach der Freigabe durch den Doc war mir sofort klar, dass ich spiele. Ich will erfolgreiche Zeiten in Coburg erleben!

Ihr Bruder Nico, Kapitän der Baunach Young Pikes, hat sich das Kreuzband gerissen. Wie haben Sie ihn wieder aufgebaut?

Ich war in der Halle, habe es also live miterlebt. Er hat mir gleich signalisiert, dass es etwas Schlimmeres ist. Das war natürlich sehr emotional für die ganze Familie, mit seiner Vorverletzung. Er wurde aber am Dienstag erfolgreich operiert, ist schon wieder daheim und ich bin mir sicher, dass er sich zurückkämpfen wird. Aufgeben ist nicht in unserer DNA.

Ihr Semester an der Hochschule Coburg hat wieder angefangen. Was studieren Sie?

Ich studiere Betriebswirtschaftslehre. Ich hatte das schon in Würzburg angefangen und dann an der Fernuni Hagen weitergemacht, aber weil ich langfristig in Coburg bleiben will, habe ich mich entschieden, das hier fertig zu machen.

Daniel, Anthony (BBC-Mitspieler/Anm. d. Red.) und unser neuer Co-Trainer Valentino studieren alle mit mir, da pushen wir uns gegenseitig. Ich fühle da auch eine Verantwortung für meine Frau, und mit der Aussicht auf eine Familie, muss man natürlich auch etwas haben für die Zeit nach dem Basketball.

Wie sind die Chancen für das Spiel gegen Elchingen am Sonntag?

Elchingen ist ein superstarkes Team. Wir haben einen echt schweren Saisonauftakt, vier der Top 5-Teams an den ersten Spieltagen. Es wird extrem schwierig, so ehrlich muss man sein. In den letzten Jahren haben wir aber immer Siege gegen Elchingen geholt. Wir wissen, dass es geht. Und jedes Spiel ist neu, du kannst immer gewinnen. Ich kann natürlich keinen Sieg versprechen, aber wir wissen, dass wir es besser können, als wir es bisher gezeigt haben. Das Gespräch führte Martin Vogel

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren