Großheirath
Denkmalpflege

Til Clemens aus Großheirath bekommt die Denkmalschutzmedaille

Kunstminister Bernd Sibler hat an 25 Persönlichkeiten und Institutionen die Denkmalschutzmedaille verliehen. Ein Preisträger ist aus Großheirath.
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Verleihung der Denkmalschutzmedaille (von links): Kunstminister Bernd Sibler, Preisträger Til Clemens, stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer und Generalkonservator Mathias Pfeil Foto: Robert Haas
Verleihung der Denkmalschutzmedaille (von links): Kunstminister Bernd Sibler, Preisträger Til Clemens, stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer und Generalkonservator Mathias Pfeil Foto: Robert Haas
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Til Clemens hat den ehemaligen Bahnhof in Großheirath instandgesetzt und umgenutzt. Dafür wurde er jetzt ausgezeichnet.

In der vom bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst herausgegebenen Broschüre zur Denkmalschutzmedaille 2019 wird das Großheirather Projekt näher beschrieben: Knapp 100 Jahre lang verliefen Schienen dort, wo heute der Garten von Til Clemens ist. Sein Wohnhaus war einst der Bahnhof von Großheirath: Wo sich früher Wartesaal und Schalterraum befanden, wird heute gekocht und gelebt.

Moderne Fenster kamen wieder raus

Nachdem die Bahnstrecke Coburg - Creidlitz - Rossach in den frühen 2000er Jahren stillgelegt worden war, erfolgte 2004 auch der Rückbau der Schienen. Der ehemalige Bahnhof verlor seinen ursprünglichen Zweck. Doch in Til Clemens fand sich ein Liebhaber für dieses Baudenkmal. Er erwarb den zweigeschossigen Backsteinbau und machte sich voller Elan ans Werk: In enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden wurde der überlieferte Grundriss wieder hergestellt; die noch reichlich vorhandene bauzeitliche Ausstattung aus der Zeit um 1900 blieb dabei bestmöglich erhalten. Äußerst behutsam führte Til Clemens die Oberflächenbehandlung der historischen Böden, Putze und Anstriche aus. Die Treppe aus der Entstehungszeit des Hauses reparierte er sorgfältig.

Die zwischenzeitlich eingebauten modernen Fenster ließ er ausbauen und durch denkmalgerechte Nachbauten der ursprünglichen, großen Stichbogenfenster ersetzen. Dem historischen Vorbild entsprechen auch die hölzernen Fensterläden im Obergeschoss, die Til Clemens wieder anbringen ließ. Auf charmante Weise erinnert die alte Schaltertür zwischen Wohnzimmer und Küche auch heute noch an die einstige Nutzung des Hauses.

"Mit hohem persönlichem Einsatz und mit großem handwerklichen Geschick ist es Til Clemens gelungen, den alten Bahnhof von Großheirath wieder mit Leben zu füllen. Für die vorbildliche Instandsetzung dieses verkehrs- und technikgeschichtlichen Denkmals erhält Til Clemens die Denkmalschutzmedaille", heißt es in der Laudatio, veröffentlicht in der Broschüre.

Die denkmalfachliche Bertung für das Großheirather Projekt hatte Martin Brandl übernommen.

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