Neustadt bei Coburg
Stellungnahme

Thüringer ÖDP für Mittelzentrum Neustadt/Sonneberg

ÖDP-Direktkandidat Martin Truckenbrodt meint, die Bestrebungen nach einem gemeinsamen Oberzentrum Neustadt Sonneberg seien zu hoch gegriffen.
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Sie kämpften für ein gemeinsames Oberzentrum Neustadt/Sonneberg Heiko Vogt, Jürgen W. Heike, Beate Meißner und Frank Rebhan. Beide Freistaaten lehnten ab. Foto: Rainer Lutz
Sie kämpften für ein gemeinsames Oberzentrum Neustadt/Sonneberg Heiko Vogt, Jürgen W. Heike, Beate Meißner und Frank Rebhan. Beide Freistaaten lehnten ab. Foto: Rainer Lutz
Zu der Bemühung um eine Anerkennung der Städte Neustadt und Sonneberg als gemeinsames, grenzüberschreitendes Oberzentrum, nimmt nun auch Martin Truckenbrodt (45, Frankenblick) Stellung. Er ist Direktkandidat der ÖDP in Thüringen zur Bundestagswahl im Wahlkreis 196.
Nach Truckenbrodts Meinung hätte ein gemeinsames Mittelzentrum, eventuell mit Teilaufgaben eines Oberzentrums, mit Sonneberg und Neustadt bei Coburg große Chancen auf Erfolg. Dieses solle man nun anstreben. Das Ziel eines gemeinsamen Oberzentrums war nach seiner Einschätzung zu hoch gegriffen. Denn es gebe bei der Definition von Oberzentren in den beiden Bundesländern doch sehr große Unterschiede. "Im Freistaat Bayern haben, mit einziger Ausnahme von Garmisch-Patenkirchen, alle Oberzentren mindestens 40 000 Einwohner. Im Freistaat Thüringen werden für diesen Status mindestens 100 000 Einwohner verlangt" schreibt er dazu. Was laut Truckenbrodt geradezu aberwitzig ist, unter anderem, weil Thüringen nur ein Sechstel der Einwohner im Vergleich zu Bayern aufweist.


Auch nicht für Suhl

So werde es nach Einschätzung Truckenbrodts auch nicht zu einem Oberzentrum mit Suhl, Zella-Mehlis und Oberhof kommen, welches die Thüringer Landesregierung immer wieder als Ziel in den Raum stelle. Es gibt deshalb in Thüringen lediglich drei Oberzentren (Erfurt, Jena, Gera), in Bayern hingegen ganze 32 Oberzentren. Im drittkleinsten Flächenbundesland Thüringen gibt es zudem keine einzige Metropole, wofür eine Stadt laut europäischer Definition mindestens 500 000 Einwohner aufbringen muss, in Bayern sind es mit München und Nürnberg gleich zwei Metropolen. Dies sei auch ein guter Grund dafür, dass sich das Thüringer Becken flächendeckend der Metropolregion Mitteldeutschland anschließen sollte. Dass sich zumindest auch der Landkreis Hildburghausen und die Stadt Suhl, Endpunkt des Frankenschnellweges (A73), ebenfalls der Metropolregion Nürnberg anschließen sollten, steht für Truckenbrodt außer Frage.
Das Oberzentrum des Itzgründischen Raumes, der historischen Landschaft der Pflege Coburg, also auch für die Landkreise Sonneberg und Hildburghausen, sei nach Meinung des Seltendorfers ohne Zweifel Coburg. Das Bayerische Heimatministerium habe dies durchaus korrekt erkannt. Auch im aktuellen Thüringer Landesentwicklungsprogramm wird dies in etwa so dargestellt.
Neustadt und Sonneberg hatten gemeinsam Anstrengungen unternommen, ihre Möglichkeiten zur Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinweg zu verbessern, indem sie beantragten als gemeinsames Oberzentrum eingestuft zu werden. Die Einstufung als Mittelzentrum hatten beide Städte bereits erhalten. Der Schritt zum Oberzentrum schien daher sinnvoll.


Zei Absagen

Anfang August teilten die beiden Landtagsabgeordneten Beate Meißner (CDU Thüringen) und Jürgen W. Heike (CSU Bayern) mit, dass sie seitens der zuständigen Ministerien in beiden Bundesländern negative Bescheide zu der Idee des Oberzentrums erhalten hatten. rlu
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